Ein Jeder unserer Veser wird in seinem Orte Gele-genheit genug finden, die Wahrheit des hier Gesagten zuprüfen und einen ortsgemäßen Kommentar dazu zu schrei-ben. Wir bemerken nur folgendes. — In Nro. 28.S. 521 — 24 des Jahrgangs 1818 des Anzeigers zeigt einverehrter, mit den bürgerlichen Verhältnissen dcö Lebenssehr vertrauter hiesiger Mitarbeiter, indem er die damalsnach Aufhebung der Taren in Hamm bestehenden Vrod-preisc mit denen verglich, die nach den damaligen Korn-prcisen und nach den früherhin bei der Entfernung derTaren üblichen sehr zweckmäßigen Grundsätzen beim Fort-bestehen der Taren Statt gefunden haben würden, daßschon damals in Hamm durch Aufhebung der Taren derPreis des BrodeS — um dreißig Prozent erhöhtworden. Diese Untersuchung ist sehr ausführlich und,mit Benzenberg zu reden, „auf genaue Zahlen"und eine tabellarische Vergleichung beiderseitiger Vrod-prcisc gegründet. Aehnliches und vielleicht noch Stärke-res wurde von mehreren andern Orten gemeldet, undnicht bloß in den kleinern und Mittlern Städten war diesder Fall, sondern selbst in den größer«, wo ein bedeu-tender Gcwerb- und Handelsverkehr eine bedeutende Kon-kurrenz erwarten ließ. In Minden z. V. hatte der ver-dienstvolle Medizinal- und Regicruugs-Rath Müllerberechnet, daß das Brod dort mit einem Vorthcil von240 Proz. von den Bäckern verkauft werde. Er suchteletztere zu bewegen, sich freiwillig mit einem geringer«Vorthcil zu begnügen, und als dies vergeblich, veran-laßtc er selbst die Anlage einer neuen Bäckerei, aus wel-cher das Brod nach einem bestimmt angenommenen mä-ßigen Tarif verkauft wurde, welchem Beispiel zu folgendie übrigen Bäcker sich bald genöthigt sahen. DiesesMittel war als Nothhülfe gewiß sehr zweckmäßig;schlimm aber ist cs, wenn man der Nothhülfe bedürftigist, und arzßer dem schließt auch dieses Mittel großeGefahren in sich. Ein reicher, nicht, wie Herr
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