Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
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Grade, schon dadurch, daß der Gesetzgeber c6 anerkennt,wie in der Konkurrenz ein höchst gefährliches Reizmittelzum Betrüge liege, dem selbst eine unmittelbare Kontrollenicht zu hemmen im Stande scy, noch mehr aber durch sei-nen allgemeinen, im inncrn Widerspruch mit dem sonst soscharf durchgcführtcn, System der Gcwcrbefreihcit stehen-den Grundsatz.

Nach einem gewöhnlichen Gcmcinspruch ist keine Re-gel ohne Ausnahme. Der tiefere Forscher aber weiß, daßjedes in seinen Grundvcstcn fesibegründetc System in sichein geschlossenes Ganze ist und keine Ausnahme von seinemallgemeinen Grundgesetze duldet, und daß jede solche soge-nannte Ausnahme von der Regel nichts ist, als der im sy-stematisch ausgebildctcn Jrthum sich offenbarende innereWiderspruch, als die Inkonsequenz, in die sich die Wahr-heit mit ihrer inncrn Nothwcndigkeit und Unvcrtilgbarkeitflüchtet und von hieraus auf die innere Unhaltbarkcit irri-ger Systeme und auf die Grundlage des Wahren hin-deutet.

Wie, wenn wir die von dem System der Gewerbefrci-heit eine Ausnahme machenden Gesetze für die Apothekenaus demselben Gesichtspunkte betrachteten? und wenn manzeigte, daß die Ansicht, die unsere Gesetzgebung hiebei imAllgemeinen geleitet, die Grundlage scy, auf der das ganzeVerhältnis; des gewerblichen Systems zum Staate beruhe,und daher, nach den Umstanden verändert, auf jedes an-dere Gewerbe eben so gut seine Anwendung finde, als aufdas der Apotheker?!

Nach Ihren bekannten, von Ihnen so oft ausgespro-chenen, Grundsätzen werden Sic Vorstehendes als einen hin-gcworfcncn Handschuh betrachten, und sollten Sic ihn auf-nehmcn, so werde ich nicht säumen, ihn auszulöscn, wennmir Zeit, Muse, körperliche und geistige Gesundheit und ein Plätzchen im Anzeiger vergönnt ist.

H. Schultz.