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Schangti —
Wusung erbaut, dieselbe jedoch 21. Oct. 1877 an diechinesische Negierung verlaust, welche sofort den Be-trieb einstellte. Thielemann.
Schangti, in der chines. Religion der Geist desHimmels, die am höchsten verehrte Gottheit; vgl. u.Khong-Fn-tsze.
Schank, der Verkauf im Kleinen, bes. von Ge-tränken u. Salz; dann so v. w. S-gerechtigkcit,das persönlich erworbene od. ans einem Hause ruh-ende Recht zum Verkauf im Kleinen.
Schanker, ein auf Übertragung des specifischenschankrösen Giftes beruhendes Geschwür, welches sichsehr bald (spätestens mehrere Tage) nach der Über-tragung entwickelt, einen speckigen Grund, nnter-minirte n. anSgenagte Ränder hat, in die Fläche u.Tiefe um sich frißt (daher sein Name von Oanoor,Krebs) und nicht selten z. B. die ganze Eichel desmännlichen Gliedes aufzehrt, einen Eiter absondert,der, auf Gesunde wie auf den Träger des S-s selbstübertragen, wiederum S. in beliebig zahlreicherMenge macht, stets ein örtliches Übel bleibt, welchesallenfalls durch Fortleitung des schankrösen Giftes inden nächsten Lymphdrllsengruppen eine schankröseEntzündung, gewöhnlich mit Ansgang in Eiterung(Bubonen) erregt, jedoch niemals von allgemeinenVergiftungserscheinnngen des Blutes, wie wir dieskonstant bei Syphilis sehen, gefolgt ist. Sein ge-wöhnlicher Entwickelnngsort sind die Geschlechtsor-gane, da die Übertragung des schankrösen Giftes inder Regel durch den Beischlaf herbeigeführt wird;jedoch auch auf den Lippen u. an den Fingern, dasLetztere bes. bei Hebammen, sieht man bisweilen sichS. entwickeln. Das schankröse Leiden ist streng vondem syphilitischen zu trennen; beider Gifte sind völ-lig von einander verschieden. Die verschiedene Ent-wickelungsweise der Erscheinungen u. die Verschie-denheit der Erscheinungen selbst sind experimentellgenügend festgestellt. Über den Hnnterschen S. sieheSyphilis. Die Heilung hat stets nur mit örtlichenMitteln zu geschehen und spielen Zerstörungen desörtlich deponirten Giftes durch energisches Tonchirender schankrösen Geschwüre mit dem Höllensteinstifte,demnächst Ümschläge mit schwachen Lösungen vonschwefelsaurein Knpferoxyd die Hauptrolle. Dabeimuß karge Diät gehalten werden und sind Abführ-mittel (Friedrichshaller Bitterwasser rc.) als Ableit-ungsmittel zu verwenden. Kunze.
Scharrst, Binnenprov. im nördl. China; im N.durch die Große Mauer gegen die Mongolei be-grenzt, im W. durch den Hoangho von Scheust ge-trennt, im S. an Honan, im O. an Petschili u.Schautnng stoßend, ein gebirgiges, rauhes Land,durchzogen vom Fuenho n. anderen Nebenflüssendes Hoangho, jedoch stark angebant (durchschnittlichbis 2000 m) u. Reis, Weizen, Hirse tragend, außer-dem starker Weinbau; ferner befinden sich uner-schöpfliche Steinkohlen- (Anthracit-) Lager n. reicheEisengrnben; 170,853 Hjicm u. 17,056,925 Ew.(jetzt jedoch durch die furchtbare Hungersnot!) von1875 — 78 um mehr als die Hälfte redncirt). DieProv. hat starken Durchgangshandel nach der Mon-golei. Hauptst. ist Taijnen am Fuenho. Thicleur-m».
Schantung (Schantong), Kllstenprov.des nord-ösil. China, im O. vom Gelben Meer u. im N. vomGolf von Petschili bespült, nach O. in eine ge-birgige, vielfach gebuchtete Halbinsel anslaufend, im
Schanzkvrb.
Innern von mäßigen Gebirgszügen erfüllt, vondenen zahlreiche kleine Flüsse durch sehr fruchtbareThalebenen dem Meere zufließen; im nördl. Theilevon dem Hoangho durchzogen, stark angebant mitWeizen u. Hirse, namentlich aber mit Baumwolle u.Seiden, starkbevölkert; 139,282H>km n. 29,529,877Ew. (212 ans 1 Usicm). ImJnnern sind reiche La-ger an Steinkohlen, Kupfer u. Eisen. Hauptst. istTsinanfu; ein demAnslande eröfsneterHafen Tschifu.
Schanbic, Thal, s. n. Plessnr. (Thiekmann.
Schanzbanern, imMittelalter sov.w. Pioniere.
Schanze, 1) ein einzelnes, selbständiges Werkder passageren oder permanenten Befestigung. Rachder Gestalt des Grundrisses, welche die Fenerliniebestimmt, sind sie geschlossene oder offene S-n; zuden geschlossenen gehören die Redonten, vier-,fünf- oder mehrseitige, und die Sternschanzcn,erstere mit nur ausfpringenden, letztere mit aus-und entspringenden Winkeln; zu den offenen dieFleschen, Redaus, Lünetten, Halbredonten. Dieoffenen S-n werden in der Kehle meist mit Pa-lisaden, Verhauen oder anderen Hindernißmittelngeschlossen n. bilden so halboffene S-n. S-n er-halten gewöhnlich einen durch Hindernißmittel ver-stärkten Graben n. granatsichere Unterstände für dieBesatzung. Für letztere wird pro Mann ein SchrittFeuerlinie gerechnet. In neuester Zeit hat man auchden Graben zur Gewehrvertheidignng eingerichtet,um die Feuerwirkung der Sch-n zu verstärken. DieGeschütze werden von Len Deutschen meist außerhalb,seitwärts-rückwärts der Feldsch-n ausgestellt. DieTürken stellten sie im Kriege 1877/78 durch hoheTraversen gedeckt in die Sch-n n. ließen die Gewehr-vertheidignng vom gedeckten Wege ausgehen. 2)(Hintercastell) auf großen Schiffen ein erhöhtesStockwerk ans dem Hinteren Theile des oberen De-ckes, welcher bei dem großen Maste anfängt und inwelchem sich die große Kajüte nebst den Kammernder Schiffsoffiziere befinden. Diese S. ist auch wohlmit leichten Kanonen besetzt, von denen zwei vornzur Bestreichung des Verdeckes bestimmt sind; dasDeck der S. heißt Quarterdeck n. ist der gewöhn-liche Aufenthalt der Offiziere. l.
Schanzkleid, die an den Relingstützen befestigteWand. Dieselbe ist größtentheils feststehend, beiKriegsschiffen neuester Construction zuweilen auchzum Umklappen «ach Außen eingerichtet (Klapp-schanzkleid).
Schanzkorb, ein aus Zweigen geflochtener cy-lindrischer Korb, welcher weder oben noch unteneinen Boden hat. Man benutzt die Schanzkörbe zurBekleidung von Brustwehren n. Scharten, indemman sie nach innen geneigt anfstellt, mit Erde fülltn. verankert. Auch zu Brückenunterlagen (Sch-brü-cken, s. u. Brücke 1.1Z) o) n. als Wände für Hohl-banten werden sie benutzt. Man fertigt sie an, indemman in der Peripherie des Zirkels, welchen dieGrundfläche des S-es bilden soll, 7 Pfähle welcheetwa 0,5 m höher als der S. selbst sind, 15 cm tiefin die Erde einschlägt. Um das Traciren des Krsi-ses zu ersparen, benutzt man auch ein zirkelförmigesBrett(Lehrbrett) mitEinschnitten für die Pfähle. Manflicht um diese Pfähle einen oberen u. unteren Kranzvon WeiLenruthen, läßt den oberen stehen, um diePfähle nicht ans der Richtung kommen zu lassen, u.treibt ihn, wenn der S. die gehörige Festigkeit hat,