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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
Entstehung
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Schall

4, Kupfer 11, Eisen 15; ferner für verschiedene Holz-arten in der Richtung der Fasern 1014, in derRichtung des Radius bedeutend geringer. An derGrenze einer Wand findet eine Beugung der S-strahlen statt, inan hört um die Ecke; der gebeugte

5. aber ist viel schwächer, als der directe. Ein Bei-spiel hierzu bietet die Änderung des S-es einer umeine Straßenecke marschirendcn Militürmusik. Ge-langen die S-wellen aus einem Mittel an die Grenzeeines anderen, so tritt jedesmal theilweise Re-flexion ein. Ist das erste Medium Luft, das zweiteein fester oder flüssiger Körper, so ist die Reflexionfast vollständig. Das Reflexionsgesetz ist dasselbe wiebei dem Licht: für jeden Strahl ist der Reflexions-winkel gleich dem Einfallswinkel. Ans diesem Gesetzerklären sich die Erscheinungen des Echos (s.d.) n. desNachhalles, die Wirkung des Sprachrohres, die aku-stische» Eigenschaften der Flüstergalerieu, der ellipti-schen Gewölbe u. a. m. Ist der Körper, den die S-welle trisst, selbst der Schwingungen fähig, so fängter ebenfalls au zu schwingen. Man nennt diese Er-scheinung Resonanz (s. d.), wenn der Körper jederArt von Schwingungen fähig ist, Mittö neu, wenner nur auf ganz bestimmte Töne gestimmt ist u. nurdiese wiedergibt; so tönt eine Klaviersaitc mit, wennman ihren Ton in das Klavier singt. Die nicht re-flectirten, in das zweite Medium übertretenden S-strahlen erleiden eine Brechung, für welche ebenfallsdas Lichtbrechungsgesetz gilt. So findet beim Durch-gang durch verschiedene Luftschichten, in denen dieS-geschwindigkeit verschieden ist, stets Brcchnnngstatt. Auch der Wind, dessenGcschwindigkeit am Bo-den stets geringer ist, als in der Höhe, gibt Anlaßznr Brechung. Hierllberhat bes. Tyndall an der SeeVersuche im Großen angestellt. Endlich findet auchInterferenz des S-es statt. Zwei Systeme vonSchallwellen können sich beim Zusammentreffen jenach Umständen verstärken, schwächen od. ganz auf-heben. Dreht man z. B. eine tönende Stimmgabelnahe vor dem Ohr, so gibt es vier Stellungen, indenen der Ton verschwindet. Eine andere Jnterfe-renzerschcinung nimmt inan an 2 fast gleich gestimm-ten, auf einen gemeinschaftlichen Resonanzboden ein-gesetzten Stimmgabeln wahr. Man hört dann diesogen. Schwebungen, d. h. ein stoßweises An-schwellen und Nachlassen des Tones; da nämlich dieStimmgabeln eine verschiedene Oscillationsdanerhaben, so werden von Zeit zu Zeit die von beidenausgehenden Verdünnungs- u. Verdichtnngswellensich verstärken, in den Zwischenzeiten aber sich schwä-chen. Analog ist die Erscheinung, daß man bei gleich-zeitigem Anschlägen von Grundton und Quinte zu-gleich die tiefere Octave des Grundtons als Com-binationston (s. d.) oder Tartinischen Ton ver-nimmt. Denn da das Schwingungsverhaltniß vonGrnndton n. Quinte 2:3 ist, so wird jede erste,dritte, fünfte Schwingung des Grnndtones mit dereiner Quinte Zusammentreffen n. einen verstärktenEindruck hcrvorbringen. Pgl. Chladni, Lehrbuch derAkustik, 2. A. Lpz. 1830; Hclmholtz, Die Lehre vonden Touempfindnngcn, 4. A. Brannschw. 1877;Tyndall, DcrS.,deutschvonHelmholtzu.Wiedemann,2. A. ebd. 1874; Blaserna, Die Theorie des S-es inBeziehung znr Musik, deutsch, Lpz. 1870. Stahl.

Schalk, Karl, deutscher Dramatiker, geb. 24.Febr. 1780 in Breslau; gründete u. redigirte bis

- Schalter.

zu seinem Tode die Nene Breslauer Zeitung, wareine Zeit lang Mitdirector des Breslauer Theatersu. starb in seiner Vaterstadt 18. Aug. 1833. Bonihm Lustspiele, wie: Die unterbrochene Whistpartie,Trau, schau, wem, Breslau 1817, 2 A. ebd. 1823.Mit Holtei Herausgabe Deutscher Blätter für Poesie,Literatur, Kunst u. Theater, ebd. 1823.

Schallblase, ein paariger oder unpaariger Ap-parat zur Berstärkung der Stimme; er besteht ineiner Aussackung der Kehlhant, dem sog. Kehlsack;durch zwei Öffnungen am Hinteren Ende der Zungewird er vom Munde aus mit Luft gefüllt. S-n in die-ser Weise besitzen die Arten der Amphibien-Ordn.^.nura D. L., wozu u. A. die Familie der Fröschegehört. Jedoch kommt es vor, daß in derselben Gatt-ung einzelne Arten keine S-n besitzen, so hat derWasserfrosch Kehlsäcke, während dem Landfrosch solchefehlen. Beim Laubfrosch hat das Männchen einegroße, zu einer Kugel aufblähbare S. Farwick.

Schaller, 1) Anton, Maler, geb. 1772 in Wien;war Professor an der Akademie in Wien u. maltean der kaiserlichen Porzellanmanufactnr daselbst na-mentlich historische Gemälde, später auch solche inÖl; er st. 1844. 2) Jo Hann, Bruder des Vor., geb.1777in Wien,st.das. 16. Febr. 1847; bildete sich durcheinen lOjähr. Aufenthalt (181222) in Rom zumBildhauer, wurde 1823 Professor an der Akademiein Wien u. führte 1831 das Monnment des AndreasHofer in der Franciscanerhoskirche zu Innsbruck,

1837 ein Denkmal des Kaisers Franz I. in Stani-slawow in Galizien, die Bellerophongruppe im Kai-sergarten, dieSta. Margaretha n. eine großeAnzahlBüsten aus, mehrere der letzten für die Walhalla. 3)Lndwig, SohnvonS. 1), namhafter Bildhauer, geb.10.Oct.1804inWien,st.29.April1865inMünchen;bildete sich zuerst an der Wiener Akademie zum Bild-hauer u. kam 1823 nach München, zuerst zu Leeb,dann zu Ernst Meyer u. zuletzt zu Schwanthaler u.fand bei verschiedenen Unternehmungen des KönigsLudwig, an der Pinakothek (Reliefs), Glyptothek(Statuen des Phidias u. Prometheus), Siegesthor(Victorien),Rnhmeshalle (Büsten) rc. Beschäftigung.Weitere Werke: das Herderdeukmal in Weimar(1848), eine Reihenfolge von Statuetten großerDichter, Hans Sachs, Lessing, Klopstock, Wieland,Herder, Jean Paul, Goethe, Schiller, Shakespeare,Calderon, Cervantes, Ariosto, Tasso, Dante u. Pe-trarca. Aus der ersten Zeit seines selbständigenSchaffens (1831) datirt sein geistvolles Relief: dieGestirne, u. eine reizvolle Psyche, von 1841 die Gie-belgrnppe des Nationalmuseums in Budapest sammldem Fries desselben. In Salzburg steht ein Grab-monument des Grafen Leopold Stolberg-Stolbergvon S. 4) Julius, Philosoph der HegelschenSchule, geb. 1810 in Magdeburg, studirte in Halleerst Theologie, dann Philosophie, durch Rosenkranzdazu angeregt, habilitirte sich daselbst 1834 u. wurde

1838 außerordentlicher Professor, 1862 ordentlicher.S., der der Hegelschen Schule angehörte, starb, seitdem Jahre 1866 leidend, im Jrrenhause 21. Juni1868. Werke: DiePhilosophieunsererZeit,Lpz. 1837;Der histor. Christus u. die Philosophie, ebd. 1838;Vorlesungen über Schleiermacher, Halle 1844; Dar-stellung und Kritik der Philosophie L. Feuerbachs,Lpz. 1847; Geichichte der'Naturphilosophie von Ba-con bis ans unsere Zeit, 1. BL. Lpz. 1841, 2. Bd.