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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
Entstehung
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Schau.

augezündet u. wird das Parallelopiped in Rotation»ersetzt, so zeigt jede Flamme einen horizontalenkichtstreisen von der Breite der Flammenhöhe. Wirdaber vor den Resonatoren ein Klang erregt, so wer-den durch den Grnndton n. die Obertöne desselbendie ihnen entsprechenden Resonatoren, u. nur diese,in starke Schwingungen versetzt, welche sich auf diezugehörige Membran fortpflanzen n. dadurch in derzugehörigen Gasflamme sehr rasche Zuckungen er-zeugen. Jede solche Zuckung spiegelt sich in dem ro-tirenden Parallelopiped als ein leuchtender Zacken.Die den Tönen desKlanczes entsprechenden Flammenzeigen naher gleichmäßig gezackte Flammenbilber.Die Zahl der Zacken entsprich,, den Zuckungen derFlamme, also den Schwingungen des betr. Tones.Die Flammen dagegen, die keinem Ton des Klangesentsprechen, zeigen einen ruhigen Streifen. Manübersieht so mit einem Male alle in den: Klang ent-haltenen Töne. Ein kleinerer Apparat von König,der den S. mit einein einzigen Trichter auffängt,leistet mit einer Flamme ebenfalls die Zerlegung desKlanges. Das Flammenbild erscheint dann nichtgleichförmig, sondern sehr verschiedenartig gezackt;die Zacken liefern aber ein periodisch wiederkehren-des Bild, das für die in dem Klang enthaltenen Tönecharakteristisch ist. So gibt auch jeder Bocal ein ihmeigenthümliches Flammenbild. Sind durch die Re-sonatoren die Partialtöne eines Klanges gefunden,so kann man umgekehrt ans ihnen den Klang wiederzusammensetzen. Bon besonderem Interesse ist dervon Helmh oltz constrnirte Vocalapparatzur Syn-these der Vocale. Derselbe besteht aus einer Reihevon Stimmgabeln s, die auf einen Grundton, dessenharmonische Obertöne n. die bestimmten Vocalober-töne abgestimmt sind. Die Stimmgabeln werden inSchwingungen versetzt durch die Pole eines Elektro-magnets, dessen Strom durch einen anderen Stimm-gabelapparat t geöffnet und geschlossen wird. Derschwache Ton der Stimmgabeln 8 wird durch Vorge-setzte Nesonanzröhren verstärkt. Mit diesem Appa-rat gelingt cs, die Vocale n, o, a, ns, s vollständignachznahmen; i u. ü bieten Schwierigkeiten, weil diedenselben eigenthiimlichen, sehr hohen Obertöne sichnicht mit Gabeln Herstellen lassen. 8. Die Erreg-ung des S-es insbesondere durch musikalische In-strumente. 1) Die Sirene von Cagniard Latour(s. Fig. 13) ist bes. geeignet zur Herstellung einesandauernden Tones von bestimmter Höhe u. weiter-hin zur Bestimmung der Schwingnngszahl der Töne.Ein Rohr 88, durch das ein Luftstrom geht, mün-det in eine Büchse deren Deckel kreisförmig ste-hende Löcher hat. Uebcr dieser Büchse wird eineScheibe ss mit ebensolchen Löchern in Umdrehungverseht. So oft ein Loch der Scheibe vor einem Lochder Büchse vorübergeht, ersolgt eins Verdichtungder Lust jenseits der Scheibe, so oft ein massiverTheil der Scheibe vorübergeht, eine Lustverdünnung.Die Zahl der Löcher, welche in der Secunde vorüber-gchen, bestimmt also die Zahl der ganzen Schwing,nngen. Indem die Öffnungen die Scheibe nicht senk-recht durchsetzen, sondern gegen die Ebene derselbengeneigt sind (Fig. 2 n. 3), bewirkt der gegen dieSeitenwand jeder Öffnung gerichtete Luststoß vonselber die Umdrehung der Scheibe, so daß man durchdie Stärke des Anblasens die Umdrehungsgeschwin-digkeit in der Hand hat. Ist durch allmähliche Ver-

stärkung des Lnftstromes ein Ton von vorbestimmter'Höhe erreicht, so kann man die Zahl der zugehörigenUmdrehungen an einem Zählwerk ablesen (rvt, Fig.1); zu praktischen, musikalischen Zwecken wird dieSirene nicht verwandt. 2) Die Saiteninstru-mente. Die Gesetze der schwingenden Saiten werdenuntersucht mit dem Monochord (s. d. u. Fig. 9); essind im Wesentlichen folgende: eine gespannte Saitekann zunächst als Ganzes schwingen, so Laß alle ihreTheile gleichzeitig die Ruhelage passiren. Solche ste-he nd e S ch w i n gu n g e n rufen inder Lust fortschrei-tende Wellen hervor. Die Schwingungszahl ist derLänge der Saite umgekehrt u. derQuadratwurzelausderspannendenKraftdirectproportional. Für Saitenvon verschiedener Dicke und verschiedener Substanzaber ist sie dem Durchmesser u. der Quadratwurzelans dem specifischen Gewicht umgekehrt proportional.Hierauf beruht die Verwendung verschiedener Artenvon Saiten für höhere u. tiefere Töne n. die Erhöh-ung des Tones durch Anziehen der Saite. Es kannaber auch der Fall eintreten, daß nicht nur die End-punkte, sondern noch ein oder mehrere zwischenlie-gende Punkte fortwährend ruhen, daß also die Saitein mehrere gleiche Abschnitte zerfällt, die entgegen-gesetzte, stehende Schwingungen vollführen. Solcheruhende Punkte heißen Schwingungsknoten, dieschwingenden Abschnitte Schwingnngsbänche.In Fig. 6 z. B. schwingt die Saite a 8 <8 §' d alsGanzes. Die Theilchen 8 ci' befinden sich geradein ihrer höchsten Lage; sie passiren darauf die Gleich-gewichtslage käZ und kommen gleichzeitig in dertiefsten Lage 8' ci" an. In Fig. 7 hat die Saite1 Schwingnngsknoten Ic und 2 Schwingnngsbänched und m; in Fig. 8 2 Schwingnngsknoten und 3Schwingnngsbänche. Man erhält solche Schwing-ungen am schönsten mit Meldes Wellenapparat(Fig. 4). Ein Hvlzgestell H trägt einen nur 2 dreh-baren Stab 88, auf dem ein Schlitten d verschieb-bar ist. Vor dein Gestell befindet sich eine Stimm-gabel, deren eine Zinks ein Hütchen Ir trägt (vergrö-ßert in Fig. 5), vertical über dem Stil der Gabel.An diesem Stiel ist ein Seidenfaden befestigt (bei 3 ),der durch das Hütchen geht n. bei ci in den Schlitteneingeklemmt ist. Wird nun die Stimmgabel inSchwingungen versetzt, so schwingt auch der Faden,je nach der Spannung, die man ihm gibt, als Gan-zes oder mit 1, 2 Schwingnngsknoten. Bei einerViolinsaite bilden sich 1, 2, 3. .Knoten, wenn dieSaite während des Streichens an Punkten berührtwird, die H, H .. ihrer Länge begrenzen, Die so her-vorgebrachten Töne (die harmonischen Obertöne derSaite) sind flötenartig u. heißen daherFlageolet- ne. Eine Saite kann auch, wie bei der Aeolsharfe,gleichzeitig im Ganzen n. in mehreren gleichen Theilenschwingen; sie tönt dann in einem Accord. Eine iso-lirte Saite würde in geringer Entfernung nicht mehrhörbar sein; man verbindet sie daher mit einem Re-sonanzboden n. begrenzt den schwingenden Theilder Saite durch einen ans der Platte ruhenden Steg.Die Schwingungen theilen sich dann dem Boden mitn. ihr Ton wird bedeutend verstärkt. Ähnlich denSaiten schwingen elastische Stäbe, insbesondere dieStimmgabel. Auch elastische Flächen (wie beiden Glocken, der Älasharmonika u. s. f.) können durchAnschlägen od. Streichen in stehende Schwingungenversetzt werden u. dadurch einen Ton von bestimmter