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Saybusch — Sayn.
höchst schätzenswerthe bes. gegen die Finanzpolitikdes Kaiserreichs gerichtete volkswirthschaftliche Ar-beiten an verschiedene Journale und Zeitschriften.1869 bewarb er sich um ein Abgeordnetenmandat,unterlagaberdemNegierungscandidaten. Erst 1871kam er in die Nationalversammlung n.trat hier demlinken Centrumbei. Am5.Jnni1871 wurde er Seine-präfect, war 7. Der. 1872 bis 24. Mai 1873, dann10. März 1875 bis 16. Mai 1877 und ist seit Dec.1877 wieder Finanzminister; 1876 wurde er Mit-glied des Senats. I) Coiltzm. 2 ) Lagai.
Saybusch (Zywiec), Stadt u. Hanptort in demgleichnamig, galiz. Bez. (Österreich), in einem vonwaldreichen Bergen umgebenen Kesselthale an derSola; sehenswerthes alterthiimliches Schloß, Eisen-hammer, starke Tuch- u. Leinenweberei; bedeutenderSpeditionshandel; 1869: 4418Ew.
Sayee, ArchibaldHenry, engl.Assyriolog n.Linguist, geb. 25. Sept. 1846 zu Shirehampton beiBristol, ward 1869 Fellow, 1870 Tutor, 1877 Se-nior-Tutor im Hnsons OolisZs zu Oxford, uachdeiner bereits 1876 zum Deputy-Professor für verglei-chende Philologie ebendaselbst erwählt war. Auchist derselbe Mitglied der Gesellschaft für Revision derBibelübersetzung des Alten Testaments. Er schrieb:
ä,ooaäiauAramma,r(llourna,I okkliilolaA/1870);
ä,83Mau Aig-mwar kor cwmpnratnvö pnrposss,London 1872; llu skomontarv ^soxrian Arammaranci KsaäinA-booll, ebd. 1875, 2. A. 1877; Iwotn-rss ou kIiö^.8S)'riau szI1aba.r/M(k^ralnmar, Land.1877; LnkiMniau litorabnro, Lond. 1878; endlichMio xrineiploo ok oornparntüvs plliloloM, London1874, 2. A. 1875. Außerdem eine Reihe von Auf-sätzen u. Abhandlungen.
Sayda , Stadt in der königl. sächs. Kreishaupt-mannschaft Dresden, in 680 in Meereshöhs, inrauher Gebirgsgegend; Schuhmacherei, Flachsbau(in der Umgegend): 1875: 1615 Einw. Die Stadthat durch 4 große Brände gelitten, zuletzt 31. Ang.1842, wobei sie fast gänzlich eingeäschert wurde.
Sayn , Flecken im prenß. Regbez. u. Kreise Kob-lenz; Schloß mit Gemäldegallerie u. Park, 2 großeder Firma Fr. Krupp gehörende Eisenhüttenwerke,Concordiahütte (ebenfalls großes Eisenwerk),Fabrikfeuerfester Steine, Schwemmsteinfabrik, Blaudrnck-fabrik; 1875 mit Mülhofen 2231 Ew. In der Nähedie Ruinen des Stammschlosses der Grafen von S.
Sayn. Das alte in männlicher Linie durch denTod des letzten Grafen H einrich II. 1246 erloscheneGeschlecht S. war ein Zweig des Hauses Nassau u.besaß die ehemals reichsnnmittelbare Grasschaft S.im Westerwalde, die zum Westfälischen Kreise gehörte,25 UM. betrug u. ans den Theilcn Hachenburg u.Altenkirchen bestand, von welchen der erstere jetzt zuNassau, der zweite seit 1815 zur prenß. Rheinpro-vinz gehört. Die Stammburg S., liegt bei demFlecken S. (s. d.). Die beiden Enkel der mit demGrasen von Sponheim vermählten Schwester desGrafen Heinrich II., des letzten aus dem Mannes-stamm des Hauses S., folgten diesem 1246 gemein-schastlich, theilten aber 1264 die Besitzungen, so daßHeinrich die GrafschaftSponheim,Goltsried die Graf-schaft S. erhielt. Letzterer erheirathete die Allodial-herrschaft Homburg in der Mark. Von seinen beidenSöhnen erhielt der ältere, Johannes, S. und dieHälfte von Homburg, der jüngere, Engelbert, diePierers Univrrsal-Conversatioirs-Lcxikon. 6. Aufl.
zweite Hälfte von Homburg n. das Schloß Ballen-Lar. Eui Enkel von diesem, Valentin, erheirathetedie Grafschaft Wittgenstein u. führt seitdem den Na-men S. n. Wittgenstein. Als nun die ältere, Jo-hanneische Linie, 1606 mit Heinrich IV. erlosch,wurde die jüngere, Engelbertsch e Linie, Be-sitzerin von S. u. Wittgenstein. Bei dem Tode desGrafen Ludwig des Alteren 1607 begründete dieNachfolge seiner 3 Söhne die zum Theil noch jetztbestehenden u. der Evangelischen Confession folgen-den 3 Hanptlinien: -4.) S.-Wittgenstein-Berle-bürg, gestiftet von Georg, dem'ältesten Sohn Lud-wigs, welcher von der Grafschaft Wittgenstein, daSAmt Berleburg, die Herrschaft Homburg, das HansBruch ». die Herrschaft Neumagen an der Mosel er-hielt. Durch die 3 Söhne des Grafen Ludwig Franzentstanden hierin 1694 wieder 3 Speciallinien: a)S. - Wittgenstein - Berleburg , gestiftet vomGrafen Kasimir (st. 1741), mit dem Amt Berleburg,der Herrschaft Homburg, dem Haus Bruch und devHerrschaft Renntagen, welcheletztere 1803 gegen eine,jetztvonPreußenznzahlendeJahresrentevonl5,000Gulden abgetreten wurde. Wegen Berleburg hattedie Linie Theil an der reichsgräflich - wetteranschenCuriatstimme, erhielt auch 1792 die Neichsfürsten-würde; seit 1815 gehörte sie zu den prenß. Standes-herru; Preußen zahlte aber 1821 100,000 Thlr. fürdie Abtretung der standesherrlichen Gerechtsame.Jetzt regierenderFürst dieser in Berleburg residiren-denLinie ist dernnvermählte Fürst Albrecht, geb.16. März 1834, Präsumtiverbe sein älterer Bruder,Prinz Gustav, geb. 1837. Prinz August, beiderOheim, geb. 6. März 1788, darmstädt. General-lientenant und Generaladjntant, war vom 21. Maibis 20. Dec. 1849 letzter Reichskriegsminister und1852—66 nassanischer Staatsminister ohne Porte-feuille n. Ministerpräsident; er starb 6. Jan. 1874.Dessen Sohn Prinz Emil, geb. 21. April 1824,russischer Generallientenant n. Generaladjntant desKaisers Alexander,schrieb Gedichte, 1844, als Ka-simir Röspe Deutsche Lieder, 1848; Aßlan-Aga(Epos), 1856; b)S.Wittgenstein-Karlsbnrg,nach ihrem Stifter Karl (gest. 1794) so genannt.Durch Familisnverträgs ging nach dem Tode desletzten Sprossen, des Grafen Ludwig (geb. 1786, gest.1859) die Eigenschaft eines Chefs dieser Special-linie n. dis Besitzung Karlsburg bei Berleburg aufden Fürsten Ludwig (gest. 20. Juni 1866), von derfolgenden Linie 0 ) Wittgenstein-Ludwigs-burg über; gegründet vom Grafen Ludwig Franz(gest. 1750), wurde die Linie 1834 vom König vonPreußen in den Fürstenstand erhoben. Chef dernunmehrigen (Karlsbnrg-) LudwigsbnrgschenLinie ist Fürst Peter, geb. 10. Mai 1331, rny.General. L) S.-Wittgenstein-S., gestiftet 1607vom Grafen Wilhelm III., welcher die GrafschaftS. erhielt. Als dessen ältester Sohn Ernst 1641ohne männliche Erben starb, aber zwei Töchter hin-terließ, wußten sich diese in den Besitz von S. zu be-haupten, wodurch 2 Speciallinien entstanden: a)Ernestine begründete S.-Wittgenstein-Hachen-burg, welches 1637 durch ihre Tochter an Las burg-gräfliche kirchbergische n. dann 1799 an das fürstlichNassau-weilbnrgische Hans überging; d) Johannastiftete S.-Wittgenstein-Altenkirchen, welchesvermittelst des Vertrags mit ihrem Gemahl, demxv. Band. 46