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Säuger —
macht sein durch Mangel an Milch, oder fehlerhafteBeschaffenheit der Brüste. KanndieMutterihrKindselbst nicht stillen, so gibt eZ zwei Arten, dasselbe znernähren, entweder durch eineSäugamme, od. durchandere Nahrungsmittel (künstliche Ernährung). Zumersten Male wird das Kind 4—6, spätestens 12Stunden nach der Geburt angelegt und sodann alle8—3 Stunden; allmählich gewöhnt man das Kind,nachtsüber die Brust seltener zu beanspruchen. Oftgeschieht es, Laß Kinder, bald nachdem sie sich an derBrust vollgetrnnken, einen Mund voll uugehackteMilch ansjpeien, wasfür gewöhnlich nicht als Krank-heitszeichen zn deuten ist. Ist das Kind nach Aus-trinken der einen Brust noch nicht befriedigt, so reichtman ihm die andere. Hat die Mutter zn wenig Milch,so wird dem Kinde Kuhmilch gereicht, unvermischtoder verdünnt, je nach dem Älter des Kindes miteinem Zusatz des sogenannten MilchpnlvcrS, welcheshauptsächlich den Zweck hat, den in der Kuhmilchreichlich enthaltenen Käsestoff weniger leicht gerinn-bar und um so verdaulicher zu machen. Kann demKinde die Mntterbrnst nicht gereicht werden, so istohneZweifcl der beste Ersatz derselben eine tauglicheAmme. Bei ihrer Wahl ist nicht nur der körperliche,sondern auch der moralische und geistige Zustand zuberücksichtigen. Womöglich soll der Zeitunterschiedzwischen der Niederkunft der Mutter und der Ammenicht über 2—3 Monate betragen, ferner muß dieAmme eine reichliche u. sich schnell ersetzende Milchvon guter Beschaffenheit in der Brust haben und indieser Hinsicht von dem Arzte geprüft werden, sowiebezüglich ihres sonstigen Gesundheitszustandes, desVorhandenseins etwaiger erblicherKrankheitcnin derFamilie. Die Lebensweise der Amme soll der derstillenden Mutter ähnlich, aber nicht allzu abweichendvon der früher gewohnten sein. Manche haben dieZiegen als Sängammen empfohlen; diese Thieremüssen dazu abgerichtet werden, freilich ist der Bock-geruch der Milch oftmals störend, doch soll er beiweißen Ziegen geringer als bei schwarzen sein unddadurch vermindert werden, daß mau Kochsalz unterdas Futter der Ziege mischt. Die Entziehung derMuttermilch und der Übergang zu anderweiter Er-nährungsweise des Kindes (das Entwöhnen) ist all-mählich (binnen 6—8 Wochen) vorznnehmeu undzwar sobald einigeZähnedurchgebrochensiud. Ein-treten der monatlichen Reinigung bei der Sängerinist keine Veranlassung zum Entwöhnen, wol abererneuerte Schwangerschaft. Will man naturgemäßVerfahren, so reicht man dem Kind bis zum 6. Le-beusmonat ausschließlich die Brust, sodanu gibt mautäglich einmal, nach einigen Wochen zweimal (frühn. abends) eine Untertasse voll dünner Milch- oder(Hühner-, Kalb-, Rind-) Fleischbrühsnppe, zuweilenauch letztere mit Milch versetzt, od. znrAbwechslungWassersuppe mit Gries, Reis, Sago. Hat sich dasKind im Verlauf von 1—2 Monaten (im 7. od. 8.Lebensmouat) hinreichend an die Snppenkost ge-wöhnt, so reicht man ihm die Brust immer wenigeru. gibt ihm höchstens dafür Kuhmilch mitMilchzucker(1 Lheelöffcl auf 1 Tasseukopf). Aui diese Weisewerden Kind sowie Mutter vor den Gesahren desplötzlichen Entwöhnens bewahrt bleiben. Über dieErnährung des Kindes ohne Mutter- od. Ammeu-milch s. Auffütterung u. vgl. Peltzer, Die künstlicheErnährung der Kinder, Bremen 1878. M-rmg.
- Säugethiere.
Sätlster, so v. w. Säugethiere. Die Tafeln SäugerI, II, III, IV beziehen sich ans die besonderen Ar-tikel der einzelnen Thiergattungen, vgl. dieselben.
Säugethiere, illammalia, Klasse der Wirbel-thiere. Die S. stehen auf der höchsten Stufe derBildung vor allen übrigen Thieren, u. gewöhnlichwird in diese erste Klasse der Wirbelthicre auch derMensch gezählt. Mit den Vögeln und Reptilien ge-hören die S. der Gruppe ^Ilautoickioa an, d. H.Wir-belthiere, deren Entwickelung unter Bildung vonAmnion und Allantois vor sich geht, wozu noch dieauf keiner Stufe der Entwickelung unterbrocheneAthmuug durch Lungen hinzutritt. Es sind fernerwarmblülhige Wirbelthiere, welche lebendige Jungegebären und dieselben eine Zeit hindurch mit deinSccret der Milchdrüsen, der Milch, ernähren. Diemeisten sind mitHaaren bekleidet, welche bei einigenzn Borsten od. Stacheln umgewandelt sind (Igel u.Stachelschwein); einige sind nackt (Wale), andere mitSchuppen od. Schildpanzern bedeckt (Schnppenthier,Gllrtelthier). Die Haare stehen entweder dicht aufdem Körper od. spärlich, zeigen meistens einen gleich-artigen Strich von vorn nach hinten. Die Farbe desHaarkleides wechselt nach Jahreszeit n. Alter. EinWechsel der Haare erfolgt jährlich, bei den mei-sten plötzlich im Frühjahr und Herbst. Neben denHaaren trägt die Haut noch an gewissen Stellenausfallende Bildungen, die als Schwielen, Nägel(Krallen, Hufe), Hörner u. Schuppen bezeichnet wer-den. Nach ihrer Entwicklung aus der Oberhautwerden diese Theile als Oberhautgebilde bezeichnet.Die der Oberhaut untergelagertc zweite Hantschichtist die dickere, gefäß-u.nervenreicheLederhaut, welcheSchweiß- und Talgdrüsen enthält. Gruppen vonTalgdrüsen erhalten je nach Lage u.Secret besondereNamen (Änaldrüsen der Raubthiere, Zibcthdrüsen,Violdrüsen der Hunde, Klancndrüsen der Wieder-käuer u. A.). Die Bewegungswerkzenge sind mei-stens vier Beine, nur bel den walfischartigen Thie-ren fehlen die Hinterbeine, dafür endigt aber derKörper in einen breiten, wagrechten Flossenschwanz,welcher in der Form dem der Fische gleicht. Beieinigen (den Flatterthieren) sind die Beine durch eineHaut (Flughaut) verbunden, durch welche sie fliegen,od. doch ihre Sprünge von einem Baume herab od.zum andern erleichtern können. Bei allen findet sichdie Anlage zu 5 Zehen, doch reducirt sich ihre Zahldurch Verkümmerung und Verwachsung bei vielenS-n auf 4, 3, 2, selbst 1 Zehe. Einige treten nurmit den Spitzen der Zehen auf (Zeheugänger, OlAi-tiAraäg.), andere mit der ganzen Sohle (Sohlen-gänger, klanbigruäa., wie Bären). Man unterschei-det Pfoten (wo der Daumen verkümmert ist od. garfehlt), Tatzen (woderDanmen zwar da ist, aber denübrigen Zehen nicht gegenüber steht) u. Hände (woder Daumen den übrigen Zehen gegenüberstcht, wiebeiAffen). DieEndgliederderZeheu sind mitHorn-masse bekleidet, dis im Allgemeinen als Nägel be-zeichnet wird. Flache, nur die Oberseite deckendeNägel heißen Platteunägel (Mensch), ebensolche, abernach zwei Richtungen gewölbte, Kuppeunägel, derSpitze des Nagelgliedes aufsitzeude, seitlich zusam-mengedrückte und gekrümmte Krallen (Raubthiere),stumpfe, kurze, das NagelglieL schuhartig einschlie-ßende Hufe. Hauptabschnitte des Körpers sind Kopf,Hals und Rumpf. Ersterer trifft bei einzelnen S-n