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Sarthe —
Kriegsplatz;GerichtshofersterJnstanz,Zellengefäng-uiß, Ackerbaukammer; Pottaschefabrikation, Vieh-zucht, Handel, namentlich mit Getreide, Ol, Mehre.;3337 Ew. (Gem. 4724).
Sarthe, 1) Fluß illt nordwestlichen Frankreich,entspringt bei Moulins-la-Marche im Dep. Orne,fließt durch dieses Dep., bildet dann die Grenze zwi-schen demselben u. dem Dep.S., fließt darauf durchletzteres Dep. u. dasDep.Maine-et-Loire, vereinigtsich beiAngers mit derMayenne, mit welcher sie dieMaine bildet, welche in die Loire mündet. Sie ist276 km lang u. vonLeMans abwärts 128 km weitschiffbar. Ihre Nebenflüsse sind rechts: Merderean,Vegre u. Erve; links: Menne, Orne, Hnisne undLoir. 3) Departement in Frankreich, grenzt im Sk.n. NO. an das Dep. Orne, im O. an Eure-et-Loiru. Loir-et-Cher, im S. an Jndre-et-Loire n. Maine-et-Loire und im W. an Mayenne; 6206,»» Usicm(112„2HjM) mit (1876) 446,239 Ew. (ans 1 Hjkin72, in ganz Frankreich 69,»). Das Dep. ist meisteben u. fruchtbar, nnr das Gebiet im SO. zwischender HniSne und dein Loir besteht größtentheils anssandigen, meist ganz unsruchcbaren Heiden. Flüsse:S., Sarthon, Merderean, Orthe, Bienne, Orne,Hnisne, Mbme, Coeslon, Vezanne, Vegre, Erve,Loir, Braye, Anne re. Nnr S. n.Loir sind schiffbar.Unter den wenigen Etangs ist der von Saosnes derbedeutendste. Eisenbahnen: zusammen 303 km.Das Klima ist gemäßigt und gesund. Von der Ge-samintoberfläche sind 4l0,9i2ka Ackerland, 60,654
Wiesen n. Weiden, 9497 Ira Weinberge, 69,282ka Waldungen u. 23,806 ka Heiden. Prodnctc:Eisenerze (wenige),Anthracit, Torf, Schiefer, Sand-steine aller Art, Mühlsteine, Kalksteine, Marmor,Kreide; Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Kartoffeln,Hülsenfrüchte, Hanf, Flachs, Obst (namentlich Äpfelund Birnen zur Ciderbereitung), Nüsse, Maronen,Wein (von geringer Qualität, 1874: 150,539 KI),Holz; Pferde, Rindvieh, Schafe, Ziegen, Schweine,sehr viel Geflügel (namentlich berühmt dieKapauneund Poularden von Le Maus und die Gänse wegenihrer Federn), Wild, Bienen (etwa 19,000 Bienen-stöcke). Jährlich werden gegen 80,000 Schweine,lO Mill. Eier, 100,000 fette Gänse u. 250,000 Stückanderes Geflügel nach Paris ans geführt. Die Haupt-erwerbsquellender Bewohner bilden Ackerbau, Vieh-zucht, Bergbau n. eine ziemlich bedeutende Industrie.Die wichtigsten Industriezweige sind: Hanf- u. Lcin-wandweberei (einer der ältesten n. wichtigsten In-dustriezweige des Dep.), Bleicherei, Banmwvllen-unL Wollenwcberei, Eisenindustrie (mit Productionvon Roheisen, Eisengießerei, Fabrikation von Ma-schinen und anderen Eisemvaaren), Glockengießerei,Fabrikation von Chemikalien, Töpjerwaaren, Fa-yence, Glas, Papier, Leder (namentlich von Lainut-u.Ziegenleder für die.Handschnhfabrikation), Uhren,Kerzen, Quincailleriewaaren rc., Ziegelbrennerei,Kalkbrennerei rc. Der Gesammtwerth der indust-riellen Products beträgt etwa 49 Milt. Frcs. jähr-lich. Von Wichtigkeit ist auch derHandel mildenLan-deserzengnissen, namentlich mit getrocknetem Obst,Luzernerklee rc. Volksbildung: 1872 gab cs imDep. unter 100 Bewohnern über 6 Jahre 36,7 Un-unterrichtete, in ganz Frankreich 33,4. Eintheilungin 4 Arrondissements, zusammen mit 33 Eantonenu. 386 Gemeinden. Hauptort ist Le Maus. H. Berns.
Sartorius.
Sarti, Giuseppe von, italien. Tonkünstler,geb. 28. Dec. 1729 in Facnza (Kirchenstaat); stndirteunter Padre Martini in Bologna Contrapnnkt undComposition u. trat schon 1752 mit der Oper t?om-poo in-irmsnia u. A.hervor, wurde 1756Hofkapell-meisterzuKopenhagen, wo er aber, sowie auch 1769in England mit seinen Compositionen kein Glückmachte. Ruf erlangte er erst 1770 als Kapellmeisterdes Ocmsorvatorio ckelt' Ospsllalotto in Venedig,wurde 1779 Kapellmeister am Dom.in Mailand, inwelcher Stellung er vortreffliche Kirchenmnsikwerkeu. Opern, darunter bes. t?ra i ciao UtiAanti U ter^oAoclo (1780) componirte, und ging 1784 als Hof-kapellmeister nach Petersburg. Er nahm in seinenCompositionen den russischen Geschmack an und ließsogar bei dem, zur Feier der Eroberung von Ocza-kow geschriebenen Ds llsum zahlreiche Kanonen-schüsse abfenern. S. verlor durch die Jntrignen derSängerin Todi längere Zeit die Gnade der Kaiserinund zog sich auf ein Dorf in der Ukraine zurück,das ihm der Fürst Potemkin geschenkt hatte, wußteaber 1793 dieGnadeder Kaiserin wieder zu gewinnen,wurde neuerdings zum Kapellmeister ernannt, 1795in den Adelstand erhoben n. st., ans einer Reise nachItalien begriffen, 28. Juli 1802 in Berlin Sicbeiiroa.
Sarto, Andrea del (eigentlich Bannncchi, aberals Sohn eines Schneiders Andrea del S. genannt),berühmter ital. Maler, geb. 1488 in Florenz, gcst.1530 daselbst, Meister der Florentinischen Maler-schnle, Schüler von Pietro di Cosimo, bildete er sichan den berühmten Cartons von Michel Angela undLionardo da Vinci, lebte von 1518 an kurze Zeitin Paris am Hofe Franz I., dessen Gunst er gewann,kehrte aber dennoch bald wieder nach Florenz zurück.Hochbegabt, wie er war, wandte sich S. in seinerweiteren Entwickelung von den bisherigen Richtungender Florentinischen Schule ab u. bildete sich zu demgrößten Coloristen des 16. Jahrh. in Mittelitalienaus. Er zuerst von allen Florentinern hatte einesichere harmonische Farbenscala, eine tiefe, oft leuch-tende Durchsichtigkeit der Farbe. Dabei ist seineComposition tief bedeutsam n. bekundet feines Ge-fühl für architektonischeAnordnnng, diednrch reichesLeben der Einzelgestalten zu hoher Freiheit aufge-hoben u. durch eine stilvolle Gewandung unterstütztwird. Trotz eines kurzen n. durch eine unglücklicheLeidenschaft wildbewegten Lebens war S. ungemeinfruchtbar. Obwol Heiligenmaler, betont er wenigerdie Andacht als die weltliche Anmnth n. Schönheit,wobei es ihm aber begegnet, daß er sich in den Ge-sichtszügen öfter wiederholt. Hauptwerke: die Freskenans der Gesch. des St. Philippus in der Annunziatazu Florenz; die Madonna Del Lavoo ebenda; dasAbendmahl in L>.L>alvi in Florenz; die Madonna diS. Francesco (Llaäonva äsllo arpis), ein Stafselei-bild. Vgl. Reumont, A. del S.,Leipz. 1835. R-gn-t.
Sartorius, 1) Karl Christian Wilhelm,geograph. Schriftsteller, geb.31.Ang. 1796 zuGun-dernhansen (Grogh. Hessen); stndirte seit 1815 inGießenJura, trataberznmLehrfachüber, fand 1318am Gymnasium zu Wetzlar Anstellung, sah sich aberinfolgederDemagogenverfolgnngenvecanlaßt, 1824nach Mejico zu gehen, wo er sich zu Mirador imStaate Vera Cruz ausieüelte. Dort st. er 16. Jan.1872, nachdem er 1848—52 noch einmal Deutsch-land besucht. Sein Hauptwerk ist: Mexico, Land-