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Lnrdinischc
einen Verthcidignngsansschnß ernannte, welcher nachLein Verlangen der Republikaner einen Volkskrieggegen Oesterreich organisiren sollte, ertheilte die pie-niontesische Dcpntirtcnkanimer 29. Juli für die Zeitdes Krieges der Regierung unbeschränkte Vollmacht.Glcichwol stand der König machtlos dem Drängender aufgeregten lombardischen Bevölkerung gegen-über, n. ward selbst im Palaste Greppi in Mailandmit Schüssen bedroht. Am 6. August wurde Mai-land an die Oesterreicher durch Capitulation über-geben n. während Radetzky daselbst einzog, verließKarl Albert die Stadt ohne den Dank u. die erstrebteKrone der Lombardei. Am 9. Ang. wurde zwischender österreichischen n. sardinischen Armee in Mailandeine sechswöchciitlicheWafsenstillstandscoiivcntion ab-geschlossen, kraft welcher die Festungen Pcschiera,Rocca d'Anso n. Osoppo von den sardinischen Trup-pen an die österreichischen übergeben, Modena undParma, sowie die Stadt Piacenza mit ihrem Fest-ungsgebicte und Stadt n. Hafen Venedig nebst dervcnctianischcnTerra fermavondcnsardinischenTrup-pen geräumt wurden. Nun ward der zuvor so hochgepriesene König Karl Albert Plötzlich als Vcrrätherder nationalen Sache an Oesterreich hingestcllt. Amdrohendsten gestalteten sich die Verhältnisse in Sardi-nien selbst: cs kani nichtnnr in mehreren Städten, bes.in Genna, zu bedenklichen Unruhen, sondern auch Lasseit dem 8. Juli mehrfach veränderte Ministerium(Gioberti war u. A. auch in dasselbe getreten) legtegegen Len Wassenstillstand, als einen ohne Autorisa-tion abgeschlossenen, Protest ein u. nahm gleich dar-auf seine Entlassung, worauf 19. August ein neuesanS Gemäßigten gebildetes Ministerium unter demMarquis Ccsar Alfieri di Sostengo ziisammcntrat.Anfangs October trat di Sostengo zurück n. i l.Oct.ward Perronc di San Martina (bisheriger Ministerder Auswärtigen Angelegenheiten) Präsident desMinisterrathcs, in dem aber schon 27. Oct. wiederAendcrnngcn cintraten. Während in verschiedenenVolksversammlungen, namentlich 12. u. 13. Oct. inTurin, Fortsetzung desUnabhängigkcitskampfcs ver-langt wurde, wollte das Ministerium, obwol es dieKriegSriistnngcii nicht aufaab, unter brit. n. franz.Vermittelung einen ehrenvollen Frieden und durchdiesen eine Neugestaltung Italiens erlangen, mußteaber endlich dem Drängen der Radicalcn weichen u.im Dccbr. 1848 bildete Gioberti ein demokratischesMinisterium, dessen Programm die Unabhängigkeitu. Einigung von Italien ü. die Wiederaufnahme desKrieges gegen Oesterreich voranstcllte. Als nachAuflösung der bis zum Acnßersten leidenschaftlichdrängenden Deputirtenkamincr (30. Dccbr. 1848)die neuen Kammern 1. Febr. 1849 eröffnet wurden,erklärte der König wiederum, daß, wofern die nochschwebenden Fricdcnsvermittelnngsversnche zu kei-nem günstigen Resultate führen würden, er den Kriegwieder ansnchmcn würde. Ehe man aber noch zurAufkündigung des Waffenstillstandes schritt, trat anGiobertiS Stelle, welcher vergebens dicJntervcntionSardiniens sür dcnvcrtricbcncn GroßhcrzogvonTos-cana erstrebt u. deshalb im Febr. seine Entlassung ge-geben hatte, 21. Febr. General Chiodo mit der Prä-sidentschaft und endlich 8. März Deferrari mit demPortefeuille des Auswärtigen. Die Kündigung desWaffenstillstandes erfolgte 12. März 1849 u. wurdein dem 13. März veröffentlichten sardinischen Kriegs-
Monarchie.
manifeste an die Völker Europas dadurch motivirt,daß sich die Ocsterreicher durch die Weigerung derHerausgabe desGeschützbelagcrnngsparkcS vonPcs-chiera, durch Besetzung der Herzogthümer, durch dieBlokade Venedigs n. die Vexation der Einwohnerdes von den Sardiniern geräumten Gebiets Ver-letzungen des Waffenstillstandes hätten zu Schuldenkommen lassen, wogegen Radetzky in seinem Mani-feste an die Armee den König geradezu der Treu-losigkeit beschuldigte u. es unumwunden anssprach,wenn er es hätte ahnen können, daß die königlicheWürde in der Person Karl Albcrts so weit herabsin-kcn könne, er demselben die Schmach einer Gefangen-schaft in Mailand nicht erspart hätte. Der nencKricgSardiniens gegen Österreich dauerte nur drei Tage;20. März gingen die Oesterreicher über den Ticino,schlugen die Sardinier 21. März bei Vigcvano, nah-men Mortara und beendigten den Krieg durch denentscheidenden Sieg bei Novara 23. März. König KarlAlbert, welcher in dem Kampfe selbst vergebens denTod gesucht hatte, legte nun die Krone nieder, flüch-tete nach Frankreich n. von da nach Spanien, bestä-tigte unter dem 3. April 1849 vonTolosa aus seineAbdankung u. st. bereits 28. Juli in Porto. Vic-tor EManuel II., Karl Alberts ältester Sohn undNachfolger, schloß schon 26. März mit Radetzky einenWaffenstillstand mit bestimmter Zusicherung einesbaldigen Friedensschlusses u. hielt 27. März seinenEinzug in Turin, 28. trat an die Stelle des 26.März znriickgctretenen Ministeriums ein neues unterGeneral Gabriel de Launay als Präsident u. Ministerdes Auswärtigen, worauf 30. März die Auflösungder Kammer der Abgeordneten erfolgte. Währenddes Waffenstillstandes blieb das Gebiet zwischen demPo, der Sesia u. dem Ticino u. die Hälfte der Fest-ung Alessandria von 20,000 Oesterreichern auf Sar-diniens Kosten besetzt u. die sardinische Flotte mußteaus dem Adriatischcn Meere sich zurückzichen n. diesardinische Armee binnen kürzester Frist auf Frie-denssuß gebracht werden. Dieser verfehlte Unab-hängigkcitskampf belastete dic S.M. mit einer Schuldvon 350 Mill. Lire. Während die Nachricht von derNiederlage KarlAlbcrts u. dem Waffenstillstände inTurin die größte Bestürzung hcrvorricf, erhob sichin Genna das Volk n. verlangte Loslösung der ehe-maligen Republik von Sardinien; jedoch wurde derAufstand 6. April durch Lamarmora nach zweitägi-gem hartem Kampfe niedergedrückt u. 10. April er-solgte die Uebergabc der Stadt.
Die nächste Folge von der durch den unglücklichenKrieg herbcigefnhrten veränderten Stellung Sardi-niens zum Auslände, bes. zu Oesterreich, war ein7. Mai 1849 eintretcnder Wechsel im Ministerium,wobei Massimo d'Azeglio das Präsidium und dasPortefeuille des Auswärtigen erhielt. Am 17. Junizogen die Oesterreichcr ans Alessandria ab u. 6. Äug,erfolgte in Mailand der definitive Friedensab-schlußmit Oesterreich, nachdem die Oestcrrei-chcr infolge französisch-englischer Intervention ihreKriegsentschädignngsfordcrnng von 230 Mill. Frcs.bis auf 75 Mill. ermäßigt hatten. Das Ministeriumging nun eifrig daran, die Wunden des Krieges zuheilen, was nicht ohne schwere finanzielle BelastungdcS Landes möglich war, u. im Einzelnen die Con-stitution dnrchzufllhrcn, mußte aber gegenüber derdoppelten Opposition von reactionärcr n. radikaler
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