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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Sansonsche Bildchen Santa Anna.

noch über 50Gesetzbücher, von denen aber nnrdas desJadschnavalkja (Vajnavalkya)veröfsentlicht istjsanskr.u.deutsch vonStenzler,Bert. 1849); außerdem vieleznmTheil sehr umfängliche Abhandlungen über ein-zelne Theile des Rechtes, wie über Erbrecht von Si-mulavahana (Dajabhaga, herausgeg. Calc. 1813,engl, von Colebrooke, ebd. 1810,srauz. vonOrianue,Par. 1843), über Adoption von Nanda u. Devanda(Dattakamimansau.Dattakatschhandrika, herausgeg.Calc. 1817, engl, von Sutherland, ebd. 1814, franz.von Oriauue, Paris 1843) rc. Vgl. Macnaghteu,Nrinoiylos ob liinckn larv, Calc. 1824.

Was die buddhistische S.-Literatur betrifft,so ist dieselbe sehr reichhaltig, indem uns noch dieganzen heiligen Schriften der nördlichen Buddhistenin den S.-Originalen vorliegen. Eine Übersicht dereinzelnen Werte nebst Auszügen gab Bnrnouf inseiner Introcinobion ä llrivtorro än Lnckcklüsmo in-äion (Par. 1844); auch lieferte derselbe eine vollstän-dige Übersetzung einer der wichtigsten dieser Schriften:Iw kotns cko In bouno loi, Par. 1852. Die Schrif-ten der südlichen Buddhisten sind gar nicht in S. vor-handen, sondern wurden gleich ursprünglich in Paliversaßt, s. n. Pali.

In Europa wurde man auf die S.-Literatnr erstseit der Ausbreitung der engl. Herrschaft in Ostin-dien mehr ansmerksam; unter denen, welche für einegründlichere Kenntnis) derselben wirkten, sind bes.Jones, Colebrooke, Wilson, Jam. Prinsep, Bnrnouf,Fried, und Aug. Wilh. v. Schlegel, Will), v. Hum-boldt, Bopp, Lassen, Herm. Brockhaus, M. Müller,Weber, Böhtlingk, Roth, Benfey, Stenzler, Wester-gaard, Röer n. Ballautyne zu erwähnen. Die größ-ten Sammlungen von S.-Handschriften finden sich inLondon, Paris, Berlin n. Kopenhagen. Vgl. Boh-len, Das alte Indien, Königsb. 1830; Benfey, In-dien, Lp. 1840; Lassen, Indische Alterthumskunde,Bonn u. Leipz. 184561, Bd. 14; Weber, In-dische Studien, Berl. 1845 f.; Derselbe, Vorlesnn-genüberindischeLiteratnrgesch., 2. A. ebd. 1877; Mül-ler, llistorz- ok nnoionb Lanslrritl-itoraturg, Lond.1859. Verzeichnisse der in S. u. über S.-Literaturerschienenen Werke enthalten: Adelnng, Literaturder S-sprache, Petersb. 1837; Gildemeister, Lidkro-tlreens Lanscritao speeimon. Bonn 1847, u. Zen-ker, Liblrotüeoa, orioutalis, Lpz. 1861, 2. Bd. »*-

Sansonsche Bildchen, die Reflexbildchen dervorderen und Hinteren Krystalllinsenfläche (s. Auge,S. 355), von Sanson zur Diagnose des GrauenStaars benutzt.

Sansoviuo,italienischeBildhauer n. Baumeister,1) eigentlich Andrea Contucci, geb.nm 1460 zuSansovino, starb daselbst 1529. Er wurde als einBauernknabe bei dem Viehhüten von einem vorneh-men Florentiner getroffen, wie er ans Erde Thiereformte, u. zu Pollajuolo in die Lehre gethan; wurdeBildhauer u. Baumeister, arbeitete in Rom für PapstJulius II. u. in anderen italienischen Städten undwurde vom König von Portugal nach Lissabon be-rufen, wo er 9 Jahre blieb u. viele Paläste baute.Nach seiner Rückkehr wurde er von Leo X. beauf-tragt, die 6asa> santm in Loreto mit Sculptnren zuschmücken, zog sich später in seinen Geburtsort zurücku. gründete daselbst ein Augnstinerhospitium. Lübksnennt S. wegen der Reinheit des Sinnes, Vollend-ung der Form, harmonischen Schönheit des Em-

pfindens n. anmnthiger, maßvoller Behandlung denRafael der Plastik, dem er freilich an Tiefe u. Um-fang weit nachsteht. Hauptwerke: Sculptnren desSacraments-Altars in San Spirito zu Florenz; dieTaufe Christi (Bronze-Grnppe) über dem Ostportaldes Baptisteriums; Madonna n. Johannes im Domzu Genna; die Marmorgräber in Sta. Maria delPopolo zu Nom; Maria, Christkind n. Anna in SanAgostino daselbst. 2) Jacopo Tatti, genanntS.,gcb. 1479 in Florenz, starb das. 1570, des VorigenSchüler; arbeitete bes. in Venedig als Bildhauer n.Baumeister. Er behandelte als Baumeister die an-tiken Formen mit Strenge, verband aber damit einekräftigere Gliederung, ein reicheres Leben der Deco-ration u. eine freiere, mehr malerische Anordnung.Hauptwerk: die Bibliothek von S. Marco in Ve-nedig. Seine plastischen Werke zeugen von lebens-warmer und origineller Auffassung antiker Stoffe.Später ist er nicht frei von Uebertreibnng und Über-ladung. Hauptwerke: Der heil. Jakob im Dom zuFlorenz; Bacchus in dcn Uffizien daselbst; die Bronze-thür der Sacristei von S. Marco in Venedig; dieReliefs der Loggia des Marcusthnrmes; die Colos-salstatnen des Mars u. Neptun an der Riesentreppedes Dogenpalastes daselbst. Regnet.

8sns pseeil (fr.), ohne Gleichen, unvergleichlich.

8nns riins ot ssns raison (d. i. ohne Reim n. Sinn),ohne Grund u. Ursache, ohne Kopf, ohne Maß n. Ziel.

Sanssouci, s. Potsdam.

Santa Anna(Santana), AntouioLopez de,Präsident und Dictator von Mejico, geb. 10. Juni1797 zu Jalapa; nahm 1821 nnter Jtnrbide thäti-gen Antheil am mejicanischen Unabhängigkeitskriegeund wurde Gouverneur von Beracrnz, gerieth aberbald in Zwist mit Jtnrbide, u. als dieser abdankenmußte, stellte sich S. A. an die Spitze der Födera-listen, erlitt aber bei San-Luis de Potosi 1823 eineNiederlage u. lebte nun bis 1828 zurückgezogen aufseinen Gütern bei Jalapa, wo er als VertheidigerGnerreros anftrat, welcher ihn 1829 zum Kriegs-minister n. General der Landmacht ernannte; 1832empörte er sich gegen den damaligen PräsidentenBnstamente n. besiegte imOctobcr die Regiernngs-trnppen; 1833 wurde er selbst zum Präsidenten derRepublik Mejico gewählt, unterstützte als solcher diearistokratische Reaction und schmeichelte dem Klerusu. den Soldaten, um sich unumschränkt zu machen.In einem Feldzüge gegen Texas 1836 von demtexanischen General Houston geschlagen u. gefangen,fand er bei seiner Freilassung 1837 seinen Anhanggestürzt u. den Präsidentenstnhl von Bnstamente be-setzt. Bei Ausbruch des Krieges gegen Frankreich1838 erhielt er das Commando über das gegenÄd-miral Bandin entsendete Heer n. verlor im Kampfeein Bein. Nachdem er 1841 wieder Präsident gewor-den u. im October sich zum Dictator erklärt hatte,mußte er nach nicht ganz 1 ^jähriger Dictatnr infolgeder Rückkehr zur alten Verfassung sich wieder mitdcrPräsidentenwürde begnügen, bis er endlich 1845gefangen u. zur Verbannung n. Confiscation seinesVermögens verurtheilt wurde. Aus dieser Verbann-ung in dem Kriege Mexicos mit den Verein. StaatenAug. 1846 nach Mejico znrückgerufen und von derprovisorischen Regierung unter Sales 1. Oct. zumGeneralissimus der mejican. Armee ernannt, erlitter 22. u. 23. Febr.1847 eine Niederlage beiBnena