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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Salaverry — Saldanha-Olivcira e Daun.

ausgesäet u. später verpflanzt; die Aussaat wird bisgegen Ende Juli von Zeit zu Zeit wiederholt, umden ganzen Sommer Kopf-S. zu hoben; häufigpflanzt man ihn zwischen andere, weniger rasch sichentwickelnde Gemüse, z. B. Kohl, Gurken, Bohnen,I Sellerie rc., und erntet ihn, so lauge er gute, festeKopse gebildet hat, da er beim Durchwachsen hart n.nnschmackhast wird. Zur Samenzucht läßt man dieschönsten, festesten Köpfe durchtrcibcn, schneidet dieStengel ab, wen» sich die ersten Federchen der Sa-men über den geschlossenen Kelchhllllen zeigen, undläßt sie an einem luftigen Orte Nachreifen; der Sa-men bleibt 4—5 Jahre keimfähig. Der Bind-S.bildet keine festen Köpfe, muß deshalb vor dem Ge-brauche, ähnlich wie Endivien, zusammengebundenu. gebleicht werden; inan benutzt von ihui auch dieBlüthenstengel abgekocht oder eingemacht (Spargel-S.), bes. in Hessen n. den angrenzenden Landeslyei-len. Der Standen-S. (Imotnea psronuls L.) isteine besondere, mehrere Jahre ausdauernde Art.2) Die ans den meist rohen Blättern der genanntenArten mit Essig, Öl, Salz, Pfeffer rc. znbereiteteSpeise; im weiteren Sinne alle ähnlich znbereitetenSpeisen, welche roh oder wenigstens kalt gegessenwerden,z.B. Endivien-,Rapunzel- od. Feld-, Kresse-,Cichorien-, Sellerie-, Gurken-, Bohnen-, Kartoffel-,Härings- u. andere Fisch- u. Fleisch-S-e. Wolde.

Sp.laverry, Hafenort im pernan. Dep. Liber-tad, Ausgangspunkt der nach Trujillo führendenStaatsbahn.

! Salawati (Salawatty), bewaldete Insel an derNWKüstevonNen-Guinea.durch die Gallowa-Straße^ von diesem getrennt, 1764 von Watson entdeckt.

! Salayar, s. v. w. Saleyer.

Sala I; Gomez, eine unbewohnte Felseninsel im! Großen Ocean, 26" 28' s. Br., 89° 40' w. L., ohnePslanzcnwuchs u. Wasser, nur von zahllosen See-vögeln besucht; 1793 entdeckt, wurde sie 1816 vonKotzebue u. Chamisso besucht, von denen letzterer siein einem Gedichte verherrlichte.

Salbader, Einer, der über unerhebliche, gleich-gütige Dinge lange und langweilige Erzählungenmacht, widerwärtigerSchwätzcr; auch sov. w. Quack-salber. Nach Frisch kommt das Wort aus Jena, woin der Saalvorstadt ein altes BaLehaus, die Saal-baderei, war, dessen Besitzer, der Bader Hans Cra-nich, um 1620, allerlei Possen machte u. Schnurrenerzählte; Adelung glaubt es als unreiner, schmutzigerBader erklären zu können. Daher salbadern undSalbaderei.

Salbei, s. Lalvia.

Saibling (Saibling), s. Lachse.

Salbung, das Einreibcn der Haut od. des Haup-tes mit wohlriechenden Fetten, im OrientvonAltersher alsMittel znrMäßigung der Ausdünstung, spe-ciell aber als religiöse, od. doch feierliche Handlungaugewendet. Priester, Propheten u. Könige wurdenbei Antritt ihres Annes, bezw. ihrer Regierung ge-salbt. Auch in der christlichen Kirche war die S. inGebrauch; s. Chrisma u. vgl. Culmann, Das Sal-ben im Morgen- u. Abendland, Lpz. 1877.

Saleombe Negis, Dorf in der engl. GrafschaftDevon, am Aestuarinm des Avon, mit einem un-gemein milden Klima (dem von Montpellier undFlorenz ähnlich), so daß hier Myrten, Orangen undCitronen im Freien gedeihen; klimatijcherKnrort für

Brustleidende; Fischfang, Küstcnhandel; 2018 Ew.(mir Kingsbridge, das eine Lateinische Schule undeinen Hafen für kleine Seeschiffe besitzt).

Saldk (Salde, a.Geogr.), Stadt im östl. Mau-retanien mit Hafen; unter Augnstns zur Colonie er-hoben, späterBischofssitz; jetzt wahrscheinlich Bugia.

Saldanha-Bai, große geschlossene Bucht an derWKüstc SAfrikäS, im Caplande (33° s. Br.), nebender Bai von Rio de Janeiro vielleicht der beste u.größte Hafen der Erde, gesichert gegen alle Winde,aber ohne Trinkwasser an seinen Usern.

Saldanha-Oliveira e Dann, JoäoCarlos,Herzog von, portug. Staatsmann, geb. 7. Nov.1791 in Ariuhaga, ein Enkel Pombals von mütter-licher Seite, erhielt seine Vorbildung auf der Adels-schnle in Lissabon, slndirte inCoimbra n. fand dannim Berwaltnugsrath für die Colonien Anstellung;als 1807 der Hof vor den Franzosen nach Brasilienflüchtete, blieb S. in Portugal, wnrde aber 1810nach dem Abzug der Franzosen von der englischenRegentschaft verhaftet und nach England geschickt.Nach der Rückkehr von dort ging er nach Brasilienu. diente hier mit Auszeichnung im Heere, auch zudiplomatischen Sendungen. Im Jan. 1825 wurdeer zum Minister des Auswärtigen ernannt, nachdem Tode Johanns VI. aber, unter der Regentschaftder Infantin Jsabella, 1826Gouvernenr von Porto,wo er die Charte Dom PedroS proclamirte, u. er-hielt nach Einführung der Constitution das Porte-feuille des Krieges. Er bekämpfte zwar anfangs dieUnternehmungen der Apostolischen Partei gegen dieRegentin mit Energie, als er aber schließlich nichtmehr widerstehen konnte, nahm er 24. Juni 1827den Abschied und ging nach England, kehrte jedochschon im Juni 1828, als sich Porto gegen DomMiguel erhob, mit Palmella nach Portugal zurücku. stellte sich 28. Juni an die Spitze bes constitutio-nellen Heeres, legte indessen den Oberbefehl nieder,als das entmuthigte Heer denKampf gegen die Mi-guelisten verweigerte, n. ging wieder nach England.Im Jan. 1829 wollte er mit einem Corps nachTerceira segeln, wurde aber von den Engländernznrückgewiesen. Sinn wendete er sich nach Frankreich,wo er wieder ein Corps ans portugiesischen Flücht-lingen sammelte. Trotzdem daß Dom Pedro 1832,als S. dieses Corps nach Terceira führte, ihn ohneAnstellung ließ, blieb er ihm doch treu und wurdenachher Commandenr in Porto und Chef des Gene-ralstabes, commandirte 1833, znm Marschall er-nannt, u. 1834 die constitutiouelleArmee ».besiegteendlich Dom Miguel. Er hielt sich nun in den Cor-tes zu der Opposition, welche es dahin brachte, daßer Kriegsminister wurde, doch verlor er die Majori-tät in der Kammer und trat Mai 1835 von demMinisterium zurück. Nach Ausbruch des Scptember-aufstandes trat er Novbr. 1836 an die Spitze einerContrerevolntion gegen die siegreiche Partei der de-mokratischen Progressisten, zog sich aber, als dieselbemißlang, vom politischen Schauplatze zurück. Erstder Ansstand der Brüder Cabral rief ihn wieder aufden öffentlichen Schauplatz und er wurde 3. Oct.1846 Präsident des neuen Ministeriums. Er schlugBomfim 22. Dec. in der entscheidenden Schlacht beiTorres Bedras, wnrde dafür znm Herzog ernanntund übernahm darauf das Ministerium des Innern.Im Juni 1849 trat er von dieser Stelle zurück und