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Sachen (Äesch.).
u»g erhielt. Das bisher geführte Directorimn des<torpu8 IIvauKsIieorum kam au den Herzog Fried-rich II. von Gotha. Angnst sah sich, da die ange-nommene Königswürde mehr Geldaufwand verur-sachte, zur Veräußerung mehrerer Landgebiete undRechte veranlaßt, so verkaufte er außer den An-sprüchen auf Laueuburg (s. o.) dis Erbvogtei überQuedlinburg nebst den Ämtern Lauenburg, Seven-berg u. Gersdorf und den Petersberg bei Halle anBrandenburg, das Amt Borna wiederkäuflich anGotha, das Amt Gräscnhaiuichen wiederkäuflich anDessau, daZ Amt Pforta ebenso an Weimar, densächsischen Antheil an Mansfeld n. die LehnshoheitüberSchwarzburg anHannover. Angnst verwickeltesich 1700 im Bunde mit Rußland n. Dänemark inLeu Nordischen Krieg (s. d.) gegen Schweden, den ermit sächsischem Militär und ans Kosten S-s führenmußte. Nach den Niederlagen der Sachsen bei Küs-sow 20. Juli 1702 u. bei Pultusk 1. Mai 1703 er-klärte der Polnische Reichsrath 14. Febr. 1704 denKönig August der Krone für verlustig, n. Karl XII.erpreßte bei seinem Aufenthalte in S. 1700 n. 1707allein 23 Mill. Thlr. und verstärkte sein Heer mitmehreren tausend Sachsen. Im Frieden von Altran-städt 1706 erkannte August seinen GegenkönigSta-uislawLeczinskiinPoleuan.abernachderSchlachtvonPoltawa1709 nahm er sein Wort zurück n. führte LenKrieg in Polen u. Pommern fort, bis der Vertragvon Warschau 1716 die Sachscn ans Polen entfernteu. der von Nystad 1721 den Krieg endigte (s. unterNordischer Krieg). Die Krone Polens behielt er (s.u. Polen). 1714 u. 1718 fiel S.-Nenstadt u. S.-Zeitz wieder an Kursachsen. Für S. erließ Augustmehrere heilsame Verordnungen, das Schloß Wald-heim wurde zum Zucht- u.Armenhaus eingerichtet,1724 eine neue erläuterte Proceßordnung heransge-geben n. der Loclsx ^.uAustsua gesammelt, in Dres-den viele prächtige Gebäude errichtet, die Kunstsamm-lungen mit größter Mnnificenz vergrößert u. 1729die Rittcrakademie gestiftet, aber durch seine Pracht-liebe wurde das durch den Nordischen Krieg schonschwer belastete Land in große Schulden gestürzt. Erst. 1. Febr. 1733 in Warschau. Friedrich Au-gust II. (als König von Polen August III.), desVorigen Sohn, war, obgleich protestantisch erzogen,doch 12. Nov.1712 zur Römisch-Katholischen Kircheübergetrcten u. hatte darauf denknrsächsischen Stän-den, wie schon früher sein Vater, wegen Aufrecht-haltung der evangelischen Kirchen- u. SchulverfassuugGewähr geleistet. In Polen konnte er nur durchVermittelung Österreichs u. Rußlands u. mit säch-sischer Truppenmacht die Krone erhalten u. behaup-ten (s. Polen). 1738 wurde, nachdem der FürstSulkowski gestürzt worden war, der Graf Brühl (s.d.) Augusts II. Günstling, welcher sämmtliche Re-gierungsangelegenheiteu leitete u. S. in den Öster-reichischen Erbsolgekrieg stürzte. Im ersten Schle-sischen Kriege auf Seiten Preußens erlangte S.Nichts und im zweiten auf Seiten Österreichs wardnach der Niederlage des österreich.-sächsischen Heeresbei Hohensriedberg 4. Juni 1745 S. von den Preu-ßen besetzt, das sächsische Heer nochmals 15. Dec.1745beiKesfelsdorf besiegt, worauf25.Dec.,1745derFriede zuDresden zwischenS.,Preußen ».Österreichgeschlossenwurde. WährenddieseskurzenKriegeshatteS. beträchtlich durch die Preußen gelitten u. mußte
im Frieden noch i Mill. Thlr.Kriegsstcuer an Preu-ßen zahlen. Durch Brühl geleitet, ließ sich der Kur-fürst 1756 wieder zu einem gcbeimen Bündniß mitÖsterreich u. Rußland gegen Preußen bewegen, wo-durch er in den Siebenjährigen Krieg verwickeltwurde. Nachdem das sächsische, 17,000 Mann starkeHeer gleich zu Anfang des Krieges, 14. Öct. 1756,im Lager zu Pirna gefangen genommen u. die Ge-meinen in preuß. Regimenter untergesteckt waren,wurde S. ununterbrochen ein Hauptschauplatz desKrieges u. von Freund u. Feind ausgesogen u. ver-wüstet, bis der Friede zu Hubertusburg 13. Febr.1763 endlich diesem Elend ein Ziel setzte. S. hatte90,000 Menschen weniger als vor dem Kriege, seinSchaden Lurch Kriegssteuern u. Lieferungen betrug70 Mill. Thlr.; dazu kam noch dieMünzzerrüttungdurch die von Preußen ausgeprägten geringhaltigenMünzen; die Schulden beliefen sich auf 29 Mill.Thlr. Steuer- n. 9 Mill. Hof- u. Kammerschulden.Angnst II., welcher sich bis dahin in Polen anfge-halten hatte, kehrte nun nach S. zurück, berief so-gleich cinen Landtag u. bildete, um das Schuldeu-wescn des Staates zu ordnen, eine Nestaurations-commission, bei welcher des. die Geheimen Rächevon Fritsch, von Gutschmid n. Wurmb sich verdientmachten. August II. st. 5. Oct. 1763. Er war derletzte König von Polen ans den: Haufe Sachsen.Friedrich Christian, ältester Sohn desVorigen,folgte ihm, starb aber schonnach einer ^monatlichenRegierung 17. Dec. 1763 und hatte seinen ältesten13jährigen Sohn Friedrich August III. den Ge-rechten zum Nachfolger unter Vormundschaft seinesältesten Oheims Xaver. Von diesem ward zwar die1735 errichtete Landesökonomie-, Manufactnr- undCommerziendeputation erweitert, 1765 die Berg-akademie in Freiberg u. eine Kammercreditkasse er-richtet, dagegen aber durch Vermehrung des Heeres,Gründung der Artillerieschule in Dresden 1768 dasLand neu belastet. Am 16. Sept. 1768 übernahmFriedrich August selbst die Regierung u. nun wur-den mehrere lästigeAbgaben aufgehoben u.die Zoll-einnahme vereinfacht, 1773 die Generalhauptkasseerrichtet, 1782 das Kammercollegium u. das Berg-collegium mit der Generalhauptkasse als geheimesFinanzcolleginm vereinigt; 1770 die Tortur abge-schafft, 1772 u. 1776 neue Zucht- u. Arbeitshäuserin Torgau u. Zwickau errichtet, 1784 die Verpacht-ung der Justizämter aufgehoben u. 1788 das Ap-pellationsgericht besser eingerichtet. Bedeutendesgeschah für Hebung der Gewerbe u. Handel, Land-bau u. Viehzucht, bes. Schafzucht, nicht weniger fürdie Volksbildung, namentlich durch Errichtung vonSchullehrerseminarien rc.; endlich wurde 1791 dieGesetzcommission ins Leben gerufen. Kursachsenumfaßte damals ein Gebiet von 1714^ (DM mit1,945,800 Ew. (1778), das 1779 noch durch denHeimfall des Lehnantheiles an der Grafschaft Mans-feld vergrößert wurde; indessen bestanden für dieErblande besondere Negierungen u. eigene ständischeVersammlungen ebenso wie in den Lausitzen, Quer-furt, Henneberg u. den Stiften Merseburg u. Naum-burg. 1778 nahm der Kurfürst, wegen der ihm vonseiner Mutter, der bayerischen Prinzessin MariaAntonia, abgetretenen Ansprüche auf die bayerischeAllodialherrschaft, mit Preußen verbündet, am Bay-erischen Erbfolgekrieg (s. d.) gegen Österreich theik
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