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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Sachsen

stiftete daselbst den Zweig S.-Barby, doch kamBarby, als Heinrichs Sohn Johann Albrecht 1739ohne Erben starb, an Weißenfels zurück. JohannAdolf I. hatte unterdessen durch den Elncidations-Receß vom 12. Sept. 1682 alle Streitigkeiten mitKnrsachsen beigclegt und trat im Vergleich vom 22.Juli 1687 Burg an Brandenburg ab, wogegen die-ses der Lehnshoheit über die 3 übrigen von Magde-burg getrennten Ämter entsagte. Seit 1688 wurdeWcißenfels wegen des ncngcbildeten FürstenthumsQnersnrt Reichsstand, doch ohne Sitz und Stimmeauf dem Reichstage. Johann Adolf st. 1697; seinSohn Johann Georg wurde 1700 Direktor des6orpn»IF'anAsIieorum, machte wie sein Großvaterund Vater großen Aufwand, stürzte sich dadurch inSchulden u. st. 1712. Auch sein Bruder u.Nachfol-ger Christian war sehr verschwenderisch, so daßeine kaiserliche Commission gegen ihn entschreitenmußte. Christian st. 1736. Johann Adolf II.,sei» Bruder, verminderte durch gute Wirthschaft dieSchulden seiner Vorgänger. 1734 führte er denDanzig belagernden Russen ein sächsisches Corps zu,im Österreichischen Erbfolgckriege befehligte er dassächsische Heer 1742 gegen, 1744 für Österreich n.verlor mit den Österreichern die Schlacht bei Hohen-friedberg. Er st. 1746, n. mit ihm erlosch die Wei-ßenfelscr Linie, deren Lande nun wieder mit Kur-sachsen vereinigt wurden.

b) Sachsen-Mcrsebnrg, gegründet von HerzogChristian I., dem dritten Sohn des KurfürstenJohann Georg I.; sein Antheil bestand ans dem StiftMerseburg, dcsscnAdministrator er war, der Nieder-lansitz, mit den Städten Delitzsch, Bitterfeld, Zörbig,Dobrilngk n. Fiusterwalde; 1660 erhielt er noch dieÄmter Delitzsch, Bitterseld und Zörbig, welche aber1681 wieder durch Vertrag an das Kurhaus kamen.Erst. 1691. Sein Sohn Christian II., bis 1694,hatte wegen vorgedachter Ämter Streitigkeiten mitKursachsen, sowie sein Sohn Moritz Wilhelm,bis 1708 unter Vormundschaft Kursachsens, wegender Stiftsregiernng zu Merseburg u. der Landtagein der Niederlausitz, welche erst 1724 beigelegt wur-den. Er st. 1731 ohne Nachkommen, u. ihn beerbteHeinrich, jüngster Sohn Christians I., nach dessenTode 1738 die Besitzungen der Merseburger Neben-linie an die Knrliuie zurückfielen.

v) Sachscn-Aritz, gegründet vom Herzog Moritz,jüngstem Sohn des Kurfürsten Johann Georg I.; erwar Administrator des Stifts Naumburg-Zeitz underhielt nun das Stift Naumbnrg-Zeitz, den Voigt-ländischen u. Nenstädter Kreis, die Herrschaft Tau-tenburg mit Franenpriesnitz n. 1660 den Albertini-schen Antheil von Henneberg. 1662 brachte er durchKauf Amt u. Stadt Pegau an sich u. verlegte 1663seine Residenz von Naumburg nach Zeitz, wo er dieMoritzburg baute. Er st. 1681, u. sein Sohn Mo-ritz Wilhelm folgte ihm, welcher bis 1685 unterVormundschaft des Kurfürsten von S. stand. Da er1715 in Dnx aufZureden seines Bruders, des schonfrüher zum Katholicismus übergetretenen CardinalsChristian August, zur Römischen Kirche übertrat, soerklärte ihn 1717 das Domcapitel seiner Admini-stration für verlustig. Er verkaufte nun die Stists-regierung an das Kurhaus, trat demselben auch seineanderen Länder ab u. begab sich auf Schloß Oster-burg bei Weida. 1718 kehrte er zur Lutherischen

(Gesch.).

Kirche zurück, starb aber bald darauf in Naumburg.Eine apanagirte Linie, Sachsen-Neustadt, vonFriedrich Heinrich, Sohn des Herzogs Moritz vonZeitz, gegründet, starb 1714 wieder mit ihm aus,indem seinjüngsterSohn, Moritz Adolf, katholischgeworden, 1731 Bischof zu Königgrätz u. 1733 zuLcitmeritz wurde n. seine Rechte dem Kurhanse de-finitiv abtrat. Er st. 1759.

In der Hauptlinie führte Kurfürst JohannGeorg II. nach dem Tode des Kaisers Ferdi-nand III., 23. März 1657, das Rcichsvicariat undernannte 1658, als er nach Frankfurt ging, seinenBruder Moritz zum Statthalter der knrsächsischenLande. Ihm überließ er auch 1660 seinen Antheilan der Hennebcrgischen Erbschaft, wogegen er mmdie seit 1567 verpfändeten Ämter Sachsenbnrg,Arns-hangk, Weida und Ziegenrück definitiv erwarb (siekamen zum Nenstädter Kreis) n. 1671 mit dem Her-zog Johann Franz von Lanenbnrg eineErbverbrn-dernng schloß. JohannGeorg unterstützte dcnKaiscrgegen Frankreich 1673 u. 1677 bis 1679 n. schloß1666 mit Schweden ein Defensivbündniß zu Halle,ans den Fall, daß einer von beiden wider den West-fälischen Frieden angesochten werden sollte. Wegender Unordnung im Münzwcsen errichtete JohannGeorg mit Knrbrandenbnrg n. Braunschweig 1667einen Vergleich im Kloster Zinna (s.Zinnaischer Münz-fuß). Als er22.Ang.1680 inFreiberg starb, folgteihm sein einziger Sohn, I o hannGeorg III. 168Sentsetzte er mit 20,000 Sachsen im Verein mit Jo-hann Sobicski, König von Polen, das von den Tür-ken belagerte Wien, überließ 1684 der RepublikVenedig in ihrem Kriege gegen die Pforte 3 Regi-menter zur Eroberung Moreas u. schickte 1686 5000Mann unter dem Prinzen Christian von Weißenfelsnach Ungarn, welche an der Eroberung Ofens theil-nahmen. Bei dem Kriege zwischen Frankreich undÖsterreich führte Johann Georg für letzteres 1638n. 1689 10,000 Mann Sachsen an den Rhein undhatte Antheil an der Eroberung von Mainz, ging1690 mit dem Kurfürsten von Bayern über de»Rhein und erhielt 1691 den Oberbefehl über dirReichsarmec am Rhein, konnte aber nichts ansrich-ten. Der nach dem Erlöschen des Hauses Sachsen-Lancnbnrg 1689 zwischen Knrsachsen u. der Erne-Mischen Linie einer- und Braunschweig-Lüneburganderseits wegen Lauenbnrgs ausgebrochene Erb-folgestreit endete erst 1697 damit, daß KursachsenBraunschweig-Lüncbnrg seineAnsprüche an der Erb-schaft für 1,100,000 Gulden verkaufte. JohannGeorg III. starb 1691 n. hatte seinen ältesten SohnJohann Georg IV. znm Nachfolger, der aberschon 27.April 1694 in Dresden starb. Sein Bru-der und Nachfolger, Friedrich August I. derStarke, persönlich befreundet mit dem Kaiser Jo-seph I., führte 1695 8000 Mann nach Ungarn gegendie Türken, legte zwar schon im August 1696 nachdem Siege bei Olasch das Commando nieder, ließjedoch seine Truppen beim kaiserlichen Heere. Nachdem Tode des Königs Johann Sobieski von Polenbewarb er sich um die polnische Königskrone u. tratauch deshalb 23. Mai 1697 in Baden zur Römisch-Katholischen Kirche über, worauf er 17. Juni IKSlals August II. znm König von Polen gewähltwurde, mit 10,000 Sachsen gegen die sranz. Parteiin Polen eiurnckte n. 15. Sept. in Krakau die Krön-