530
Sachsen (Geogr.).
Benennung
Areal
EilUv. 1875
im ! auf 1Ganzen I Hirni
Dresden....Leipzig ....
Bautzen ....Zwickau....
4337
3567
2170
4619
78,76
64,79
44,85
83,«l>
740503
639975
339203
1031905
172,s
189.3
137.3223.1
Zusammen jrt!I03 s 270,270»üLiij IÄ-I, Iin ganz Devtschland 70,l aus 1 Hilm.
S. ist das am dichtesten bevölkerte Land des Deut-schen Reiches, s. Deutschland, S. 280, wo auch diegeschlechtlichen n. confessionellen Verhältnisse in Pro-ccntsätzen ersichtlich sind. Die Bevölkernngszunahmevon1871—75 gehört ebenfalls zu den bedeutendsten;sie betrug 7 „g"/o (in ganz Deutschland 4,og »/^, inPreußen 4 , 2 ^"/»)- Von der Einwohnerschaft wohn-ten 1,651,411 auf dem Lande u. 1,109,175in Städ-ten, oder 59,gz bezw. 40,„°/„ (in Deutschland 67,g«bezw. 32,os"/o)- Von den 142 Städten hatten 2 über100,000 Ew. (Dresden 197,295, Leipzig 127,387),7 über 20,000,10 über 10,000, 30 von 5—10,000,63 von 2—5000 und 30 unter 2000.
Allgemeine physische Verhältnisse. S. istin seinem ganzen südl. Theil gebirgig durch dasErzgebirge n. das Lauscher Gebirge. Die Elbe bil-det die Scheidung zwischen beiden u. das zu beidenSeiten der Elbe gelegene Bergland heißt Elbsand-stcingebirge od. die Sächsische Schweiz. Die beidenHauptgcbirge gehen nach N. hin allmählich in Hügel-land über. Ein Sechstel des Areals ist Ebene.Wenn auch die höchsten u. schönsten Theile des Erz-gebirges ans der böhmischen Seite liegen, so ist diesächsische Seite die wichtigste, des. wegen ihres Me-tallreichthnmes; Loch steht der 1213 m hohe Fichtel-berg, dem in Böhmen liegenden Keilberg nur um62 m nach. Der Hauptzug des Lausitzer Gebirgesstreicht aus der sächs.-böhm. Grenze, wo sich die Lausche802 in hoch erhebt. Im Elbsandsteingebirge erreichtder Kuhstall 604 m. Die Bewässerung S-s istreichlich. Hauptstrom ist die seinen östlichen Theil innordwestlicher Richtung durchschncideude schiffbareElbe, zu deren Gebiet auch mit Ausnahme derNciße(zur Oder) auch die kleineren Flüsse gehören: WeißeElster (zur Saale), Mulde, Schwarze Elster n. Spree.Das Klima ist in den vom Erzgebirge erfüllten Re-gionen rauh u. strichweise sehr uuwirthlich, so daßein Theil (des. zwischen Johann-Georgenstadt undSchwarzenberg) den Namen Sachs. Sibirien erhal-ten hat. Im nördl. Theil ist es milde, obwol sich hierauch die Einwirkung des Continentalklimas verspü-ren läßt. Leipzig hat 6 , 120 , Freiberg 5 , 2 ?, Rehfeldbei Alteuberg 2,gi°, Oberwieseuthal 2 , 25 " L. mittlereJahrestemperatur; in den höchstbewohnten Regio-nendes Erzgebirges nur etwa 3°. Die hochgelegenenTheile gehörenzudenregenreichenGegcudeuDeutsch-lands (Georgengrün, 718 m, 98,? om), während derTheil nördl. von der Linie Dresden-Leipzig zu denregenärmeren gehört (Riesa 113 in, 42 om).
Volkswirthschastliche Verhältnisse. Wieaus der Tabelle zum Art. Deutschland, S. 290 her-vorgeht, ist S. kein stark Viehzucht treibendes Land,La die Auzahl der Pferde, Rinder, Schafe u. Schweine,auf den Kops der Bevölkerung gerechnet, weit unterdem Durchschnitt für Deutschland bleibt. Die Sätzefür S. sind (auf 1000 Ew. berechnet) 44, 258,125II. 134, gegen 82, 384,609 u. 173 für Deutschland.Anders ist es schon in landwirthschaftlicher Hinsicht,
wo der Procentsatz des eiugesäeten Landes u. auchder Waldungen den der meisten anderen deutschenStaaten, das Mittel für ganz Deutschland um 7 ,2bezw. 4,g"/v übertrifft. Jedoch steht die Getrcidepro-duction um ein Drittel hinter dem Landesbedarf zu-rnck,der auSUngarn u.Rußland ergänzt wird. Derstärkste Ackerbau wird in der Kreishauptmannschaft sLeipzig betrieben, wo 64„g°/a Ackerland besteht, esfolgen Dresden mit54,gz, Bautzen mit 50,51 undZwickau mit 42,ao°/v. Günstiger noch stellen sich dieVerhältnisse beim Bergbau, dem Hüttenbetrieb unddem Eisenbahnnetz. Nimmt man die beiden Werthedes Bergbaues und Hüttenbetriebes zusammen, sokommt S., abgesehen von dem durch seine Kalisalzen. die Fabrikation des Chlorkaliums u. Rübenzuckersaußerordentlich hoch stehenden Herzogthum Anhalt,direct hinter Preußen. Die für 1873 geltenden Zif-fern betrugen auf 1000 Ew. berechnet, 18,024 und20,598 LI gegen 12,954 und 22,602 LI in ganzDeutschland. Seitdem sind die Verhältnisse jedochbedeutend znrnckgcgangen, so daß die Werthe 1875nur mehr 14,610 und 11,646 LI für S. betrugen.Der hauptsächliche Rückschritt liegt also im Hütten-wesen und hier bes. in der Eisenbranche. Für 187S -betrug der Werth der Bergwcrksprodnctc nur mehr !12,768 auf 1000 Ew., so daß er seit 1873 um 5256LI Iauf 1000 Ew. oder um 32,409,315 LI zurückgegan-geu ist. Die Hanptartikel sind folgende:
Bezeichnung
in LL
1873 > 1876
Steinkohlen ....
38109831
2L32985!l
Braunkohlen....
2155663
no.'iiiizz
Eisenerze ....
301626
126128
Silber- u. Golderze
4583541
4124001
Z,»nerze ....
312975
127571
Wismutherze....
337857
272922
Verschiedenes....
263659
230439
4W70IS7
35267052
Hier liegt also der hauptsächlichste Rückgang mKohlenbergbau, während aber auch der Erzbergbaueinen erheblichen Rückgang aufweist. Was mm dieIndustrie betrifft, so gab es 1875 im Königreich629,660 erwerbsthätige Personen, 9„//„ der ent-sprechenden Zahl im deutschen Reichs, während diesächs. Bevölkerung nur 6 , 4 g"/« von der Bevölkerungdes Reiches ausmacht. Obenan unter allen Zwei-gen steht die Textilindustrie, die 32"/o aller gewerb-thätigen Personen beschäftigt ( 22 „z°/g von der imganzen Reich in dieser Branche beschäftigten). Eswaren 1,385,708 Feinspindeln vorhanden. Die We-berei zählte 83,586 Handwebestühleu. 17,045 Kraft-webestllhle. In zweiter Linie steht der Maschinen-bau mit der Eisengießerei, welche 1105 Großbetrieb! ^mit 18,763 Arbeitern zählten. In der Tabak-und ,Cigarrenfabrikation waren 12,341 Personen beschäs- Itigt. In der Papierfabrikation waren vorhanden .190 Papier- u. Pappmaschinen, sowie 697 Halb- n.Ganzzeug-Holländer. Sonstige bedeutende Indu-striezweige sind: Spinnerei, Weberei und Wirkerei ,sammt Ncbenzweigen, Fabrikation von Bessern»- sstahl, Jnteartikeln, Holzstoff, Strohstoff, schmiede-eisernen Geschirren, Drahtseilen, Telegraphenappa-raten, Spitzen, Holzwaaren, Porzellan, musikalischenInstrumenten rc. Über die Ausdehnung des Eisen-bahnnetzes findet man im Artikel Deutschland,S. 290 und 293 die absoluten u. relativen Zahlen.Für den Handel S-s genügt es anzusühren, daß er