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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Sachsen.

Geschlecht benannt zu werden Pflegt, war der SohnEckberts, einer der ersten sächsischen Edlen, welche^ niit Karl d. Gr. ihren Frieden machten. Rudolfsälterem Sohne, Bruno, schreibt die Sage die Gründ-ung von Bruno vrio (Braunschweig, angeblich 861)zn, der jüngere Sohn, Otto der Erlauchte, ist Ahn-herr des sächsischen Kaiserhauses. Er führte mit Erz-bischof Hatto von Mainz die Regentschaft für den un-mündigen Ludwig (das Kind), nach dessen Tode er911 die ihm angebotene Königswürde ablehnte unddie Wahl der Großen auf Konrad I. von Frankenlenkte. Seinen Sohn Heinrich, seit 912 Herzogvon S., suchte König Konrad vergeblich in seineraußerordentlichen Macht zn beschränken; die S. hiel-ten fest an ihrem Herzog n. Konrad mußte ihn nichtnur als Beherrscher des ganzen sächsischen Landesanerkennen, sondern ihm sogar auch den Besitz dereigentlichen Lehnsguter in S. und Thüringen zuge-stehen. Konrad empfahl sterbend den S-Hcrzog als1 Nachfolger, n. 919 nahm Heinrich auf einer Ver-( sammlnng seiner S. denKönigstitel an. Der kräftigeS-stamm bildet nun den Mittelpunkt des politischenLebens. Heinrich behielt auch als deutscher Königdas Herzogthum Sachsen, sein Sohn n. mit dem Jahre8S6 Nachfolger Otto I. d. Gr. stellte jedoch einenVerwandten der Liudolfinger, den ausgezeichnetenk Hermann, denSohn Billnngs, andieSpitzedesl sächsischen Kriegswesens u. übergab ihm später dasHerzogthum selbst, das bis 1106 bei diesem Hause! verblieb. Kämpfe gegen Dänen und Slaven füllen! Hermanns Negierung n. die seiner Nachfolger Bern-l hards I. 9731011 und Bernhards II. bis 1059,der sich 1018 gegen Kaiser-Heinrich II. empörte, dochnach seiner Besiegung Begnadigung fand. SeinSohn Ordulf ist bekannt durch den Kampf, den ernicht ohne Glück gegen Adalbert von Bremen führte,s der alle weltliche Gewalt im N. Deutschlands zu ver-! nichten strebte. Bedeutender jedoch ist die RegierungvonOrdulfs Sohne Magnus durch dieKämpfe mit' Heinrich IV. Heinrichs Plan, das Herzogthnm Sach»i sen mit dän. Hilfe einzuziehen, die Gefangenhaltungß des Herzogs Magnus brachten 1073 den Bllrger-! krieg. Bei Hohenburg an der Unstrut erlitten 1075i die S. eine Niederlage. Im Anschluß an den Ge-genkönig Rudolf von Schwaben setzten sie jedoch nichtj nur bis zum Tode desselben denKamps fort, sondernstellten auch in Hermann von Salm einen neuenGegenkönig auf, der aber bald abbanken mußte. DieS. unterwarfen sich nun gegen Zusicherung ihreralten Rechte, ihr Herzog Magnus versöhnte sich mitHeinrich IV. Magnus, gestorben 1106, ist der letztemännliche Billung.

- Als Nachfolger erscheint Gras Lothar von! Supplinbnrg. Auch ihn finden wir im häufigen

- Gegensatz zum Kaiser; im offenen Kampfe trat erHeinrich V. gegenüber, als dieser nach dem Tode desim Mai 1112 gestorbenen Grafen Udalrich von Wei-

, - mar-Orlamllndc die Erbschaft als Reichsgut einzog.

:! Der Ausstand endete für die Betheiligten unglücklich, s»- im März 1113 infolge eines Überfalls des kaiserl.

. I Feldherrn Hoher von Mansfeld. Als Heinrich V.

- s MittedesJahres 1125starb,wnrdeLotharseinNach-i ^ seiger. 1127 trat er Sachsen seinem Schwiegersöhne° ^-Heinrich dem Stolzen von Bayern ab, der

- ! «n" M"iter Wnlfhild, Tochter des Herzogs» l Magnus, auch die Billungschen Güter in Sachsen (im

PiererS lkniversal-ConvcrsationL-Lexikon. L. Aufl. xr

Lünebnrgschen) besaß. Lothar hatte auch HeinrichsWahl zum deutschen Könige vorbereitet, statt desstolzen, hochfahrendenFürstenwurdeaberKonrad III.gewählt. Als Heinrich nun mit der Anerkennungzögerte, erklärte Konrad die Bereinigung zweier Her-zogthümer in einer Hand für unrechtmäßig: er sprachHeinrich dem Stolzen Sachsen ab und verlieh es anAlbrecht den Bären; er ächtete Heinrich n. nahm ihmauch Bayern, das er an Leopold IV., Markgrafenvon Österreich, gab. Während der dadurch erregteBürgerkrieg mitschwankendemErfolge geführt wurde,starb plötzlich Heinrich 1139. Eine glänzende Er-scheinung ist sein beim Tode des Vaters erst zehn-jähriger Sohn Heinrich, später der Löwe genannt.Durch die Heirath seiner Mutter Gertrud (TochterLothars) mit dem Halbbruder Konrads, Heinrich Ja-somirgott, nach Leopold von Österreichs Tode HerzogvonBayern, erhieltHcinrich derLöwe Sachsen zurück,durch Friedrich Barbarossa, der ihm verwandt war,1156 auch Bayern. Albrecht der Bär wurde dadurchentschädigt, daß seine Markgrafschaft Brandenburg,bis dahin sächsisches Lehen, reichsnnmittelbar wurde.Unbestreitbar sind Heinrichs des Löwen Verdiensteum die Germanisirung u. Bekehrung des slavischenODcutschlands, weniger durch Missionen wie durchsSchwert von ihm erreicht, sowie seine Verdienste umdie Hebung der norddeutschen Städte, wie Lübeck n.Braunschweig. Auch München rührt von ihm her.Aber seine übermächtige, fast königliche Stellung ver-leitete ihn zur Herrschsucht, seine Gewaltthätigkeitengegen Fürsten n. Prälaten waren nicht minder be-kannt als seine kriegerischenGroßthaten. Dazu llber-warf er sich mit dem Kaiser. Auf dem 5. RömerzugeFriedrichs, 117477, führte er durch feinen Abfallin Partenkirchen Friedrich Barbarossas Niederlagebei Legnano 1176 herbei. Weil Friedrich damalskein Recht hatte, des Herzogs Hilfe zu fordern, sokonnte er ans diesem Umstande zwar keinen Vorwandzu Feindseligkeiten gegen ihn hernehmen, aber nachseiner Rückkehr gaben die Klagen der Fürsten demKaiser gewünschte Veranlassung, Heinrich vor einReichsgericht nach Goslar zn laden. Nach viermaliger,vergeblicher Vorladung erfolgte die Achtserklärnnggegen ihn, seine Herzogthümer n. Reichslehn wurden1180 zn Gelnhausen an andere Reichsfllrsten über-geben, B ernhard von Askanien erhielt den Na-men u. die Würde als Herzog von Sachsen (s. SachsenGesch. unten). Über 2 Jahre widerstand Heinrich,da mußte er sich, überwunden, zu Erfurt demüthi-gen; als Verbannter zog er mit Weib u. Kind auf 3Jahre nach England. Seine Hausgllter, d. h. eingroßer Theil von Niedersachsen, blieben in seinemBesitz, woraus 1235 das Herzogthum Brannschweigmit Lüneburg gebildet wnroe. Das jetzige Negenten-haus von England, sowie Braunschweig und Han-nover, stammen in gerader Linie von Heinrich demLöwen ab. Vgl. Schaumann, Geschichte des nieder-sächsischen Volkes bis 1180, Götting. 1839; L. Wei-land, Das sächs. Herzogthnm unter Lothar u. Hein-rich dem Löwen, Grcifsw. 1866. M. Schmitz.

Sachsen (hierbei 1 Karte), Königreich, Bestand-theil des Deutschen Reiches, begrenzt von Preußen(den Provinzen Sachsen und Schlesien), Österreich(Böhmen),Bayern, den beiden Reuß, Sachsen-Wei-mar-Eisenach und Sachsen-Altruburg; eingetheilt in4 Kreishauptmannschaften:

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