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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Rußland

mit Frankreich. N. gab die Jonischen Inseln n. dieBoccha di Cattaro an Frankreich, die Herrschaft Je-ver an Holland, erkannte den Rheinbund u. die Kö-nigskronen der Geschwister Napoleons an, ließ wie-der Sardinien fallen, schloß mit Napoleon eiuSchutz-u. Trntzbündniß für alle Kriege u. ließ sich ans derpreußischenBeute den Bez.Bialystock (206 UM mit184,000 Ew.) schenken; ferner trat es dem Conti-nentalsystem bei u. verschloß den engl. Schissen seineHäfen. Endlich verabredeten beide Kaiser eine event.Theilung der europ. Türkei. Alle Gegner Napoleonstraten aus dem Rathe Alexanders; der hohle Rn-manzow, ganz von Napoleon geblendet, wurdeReichskanzler. Den Bourbons, die nach Milan zu-rückgekehrt waren, kündigte Alexander wieder dasAsyl. Noch vor Ausbruch dieses Krieges waren imO. Gandscha und Schirwan den Persern von denRussen abgcuommen worden. Mittlerweile hattendie Russen die Moldau u. Walachei besetzt, gewan-nen 18. Juni 1807 unter Gndowitsch den glänzen-den Sieg am Arpatschai und 1. Jnli die Seeschlachtbei Lemnos. Am 24. Ang. wurde auf französischeVermittelung der Waffenstillstand zu Slobosia bis3. April 1808 geschlossen, derselbe aber nicht ratifi-cirt, da R. die Moldau u. dieWalachei nicht znrück-geben wollte. Durch den Beitritt zum Contineutal-system wurde N. in einen Krieg mit England undSchweden verwickelt. Die Angriffe der Engländergegen Dänemark veranlaßten die russ. Kriegserklär-ung vom 6.Nov. 1807. Bon rnss. Seite konnte denEngländern nicht geschadet werden, aber eine rnss.Flotte von 10 Kriegsfahrzeugen unter Admiral Si-niäwin mußte sich in dem Hafen von Lissabon Sept.1808 an die Engländer ergeben und in der Ostseewurde die russ. Flotte von der englischen in den Hä-fen blokirt. Gegen das brutal überfallene Schwedenhatten die rnss. Waffen einen glücklicheren Erfolg;da nach einem geheimen Artikel des Tilsiter Frie-dens Frankreich sich der Eroberung Finnlands nichtwidersctzen wollte, so drang Bnxhöwdcn 21. Febr.

1808 in Finnland ein, war zu Wasser n. zu Landesiegreich, u. im Frieden von FredrikShamm 17.^Sept.

1809 wurden an R. Finnland, einTheil derÄlaud-Jnseln u. WBothuien bis zum Torueä abgetreten,5472 UM mit 898,500 Menschen. 1808 ans demErfurter Congresse versicherte sich Napoleon unterlügnerischen Verheißungen türkischer Beute der HilfeR-s im Falle eines ausbrechenden Krieges mit Öster-reich und hielt N. bei dem Continentalsystem fest.Wirklich trat auch R. 1809 als Frankreichs Bundes-genosse gegen Österreich auf, aber es war eine ArtScheinhilse, die Galizyn mit 32,000 M. in Galizienleistete; trotzdem erhielt R. in Schöubrnnn aus derösterreichischen Beute den TarnopolerKreis vonW.-Galizienmit400,000Seelcn(welchcnesaber12.Avr.1815 vertragsmäßig an Österreich znrückgab). DerKrieg mit den Türken u. Persern wurde fortgesetzt.Fürst Prosorowski ging 19. Ang. 1809 über die Do-nau bei Galatz, leistete aber nichts; sein Nachfolger,Fürst Bagration, nahm Matschin, Hirsowa, Ismailund Braila, wurde aber nach der Niederlage vonTartaritza durch den jungen Grafen Kamenski 1810ersetzt. Dieser ging über die Donau bei Hirsowa,Mai, nahm 11. Juni Silistria, vergaß Varna zunehmen, benutzte den Sieg bei Schumla 23. Juninicht n. scheiterte 3.Ang. mit demSturme ansRust-

(Gcsch.).

schuk. Sein Bruder erlitt 23. Juni eine Niederlagebei Kargali Dere; aber nach dem Siege bei Batyn,7. Sept., fielen den Russen Rnstschnk, Giurgewo,Sistowa u. Turna zu. Sie eroberten 17. Sept. dasPersisch-türk. Lager bei Ätolkalaki n. 27.Oct.Nikopo-lis. Golcnistschew-Kutnsow, Kamenskis Nachfolger,schlug Jnli 1811 die Türken bei Rnstschnk, zerstörtedies 20. Juli, umringte den Großvezicr 13.Oct. u.jagte ihn in die Flucht. Am 8. Dec. streckte der Restder türk. Armee die Waffen, Friedensunterhandlun-gen begannen u. 28.Mai1812 kam durch EnglandsEinfluß der Frieden zu Bukarest zu Staude, in wel-chem R. neben einem Schntzrecht über Moldau undWalachei Bessarabien u. als Grenze den Prnth vomEintritte in die Moldau bis zur Mündung in dieDonau erhielt. Russischs u. türkische Handelsschiffesollten auf dem Arme beiKilia ans- u. einfahren u.die ganze Donau beschissen dürfen, rnss. Kriegsschiffeaber nur bis znrPruthmündnng. MitPersien wurde12. Oct. 1813 zu Gnlistan Frieden geschlossen, R.behielt alle ans Kosten Persiens im S. des Kaukasusgemachten Eroberungen (Daghestan n. Schirwan).

Alexanders Streben, N. eine allumfassende u. docheinfache Gesetzgebung zu gewähren, unterstützte dergeniale Speranski (s. d.), der seit 1809 eine russischeBureaukratie schuf: 1809 erschien der Entwurf einesCivilgesetzbnches, 1810 das Personen- und Sachen-recht. 1810 trat der ReichSrath als Leiter der Re-gierung in Kraft. Die Finanzen wurden restaurirt,wozu neue Stenern nöthig waren, das Übermaß anPapiergeld wurde beseitigt. Da bei der strengenHandelssperre gegen England R-s Handel ungemeinlitt u. erstere darum nicht allzu rigoros gehandhabtwurde, auch R. 31. Dec. 1810 einen neuen Zolltarifverkündete, nahm Frankreich davon Anlaß zu Be-schwerden; 1810 nahm Napoleon dem Herzog vonOldenburg sein Land, wodurch er den Kaiser Alexan-der als Chef des Hauses Holsteiu-Gottorp verletzte.Das friedliche Verhältniß Beider nahm ein Ende u.beiderseits begannen Rüstungen. R. schloß 8. April1812 ein Bünduiß mit Schweden n. Napoleon, wel-cher beinahe alle Staaten des Festlandes um sichhatte, drang ohne Kriegserklärung 25. Juni 1812 beiKowno in R. ein. So begann der Russisch-französischeKrieg von 1812 (s. d.). Das russische, weit kleinereHeer zog sich fechtend iu das Innere desLaudes, umseinen Hilfsquellen näher zu sein; daher fand Na-poleon wenig Widerstand, drang rasch vor, bis endlichdie Schlacht an der Moskwa geschlagen wurde n. dieBesetzung Moskaus im Sept. den ersten Theil diesesKrieges endigte. Als aber Moskau 14.—20. Sept.durch Rostoptschin in Flammen aufging u. Napoleonsich 18. Oct. zum Rückzug entschließen mußte, fandder größte Theil des französischen Heeres auf R-sBoden sein Grab. Die Russen drangen dann überdie Oder u. führten im Bunde mit Preußen ».Öster-reich 1813 den großen Befreiungskrieg in Deutsch-land u. 1814inFrankreich; s. Deutscher Befreiungs-krieg. R. wurde iu diesen Kriegen unter verhältniß-mäßig kleinen Opfern die tonangebende Macht undAlexander der Agamemnon der Coalition gegen Na-poleon. Auf dem Wiener Congreß.chekam der Kai-ser Alexander trotz der Abneigung Österreichs, Eng-lands und Frankreichs dagegen 3. Mai 1815 dengrößten Theil des Herzogthnms Warschau als erb-liches, zwar für sich bestehendes, doch für immer mit