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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Rußland

eroberte durch Michail Minsk! (s.d.) u. BestechungenSmolensk wieder, 1. August 1514,8. Septbr. 1514wurde sein Heer von Leu Litauern unter Ostroschskiau der Orscha total geschlagen, doch der Sieg bliebunbenutzt. Die Tataren von Kasan und der Krimverheerten, von Sigismund gut bezahlt, wiederholtrussische Gebiete u. der Krieg zwischen R. ».Litauendauerte fort. 1519 erhob Wassilis, sein Wort bre-chend, Schich-Alei und nicht Saip Ghirei aus denThron von Kasan; der Krimsche Khan, Bruder desLetzteren, griff sofort zu denWafsengegenR.; SaipGhirei zog in Kasan 1521 ein. Der KrimscheKhan,Machmet Ghirei, mit den Kasancrn, den Kosaken u.Nogaiern erschien, während Wassilis floh, vor Mos-kau, überall verheerend, nahm die wehrlosen Vor-städte die Bojaren aber stellten ihm im Namendes Großfürsten eine Urkunde ans, in der dieser sichverpflichtete, künftig dem Krimschen Khan den frü-heren Tatarcntribut zu zahlen und Moskau zahlteeine hohe Brandstener. Machmet Ghirei zog 1521ab, schleppte zahllose Gefangene ans R. mit n. ver-kaufte sie in Kaffa an die Türken. Jetzt erschienWassilis wieder n. bestrafte seine Bojaren u. Woj-woden. Das erschöpfte Polen schloß 25. Dec. 1522mit Wassilis einen 6jährigen Frieden: Smolenskblieb bei R. Seit 1523 tobte wieder der Krieg zwi-schen N. u. Kasan; mehrere Khane mußten weichenu. schließlich setzte 1532 Wassilis En-Alei als seinenLehnsmann anfdenKasanschenThron. WassilijlV.starb 3. Decbr. 1533. Sein Sohn und NachfolgerIwan IV. Wassiljewitsch der Schreckliche,war erst 3 Jahre all; seine Mutter Helena Glinska,eine Litauerin, u. ein Bosarcnrath führten die Vor-mundschaft. Die leichtfertigeHelena herrschte grau-sam n. leidenschaftlich, wüthete gegen ihre nächstenVerwandten n. ergab sich ihrem Geliebten, FürstenObolenski, völlig. Kasan machte R. wieder zu schaf-fen n. widersetzte sich der Oberherrschaft und auchPolen begann einen neuen Vcrwüstungskrieg, wel-chen 1537 ein stets bis 1562 verlängerter Waffen-stillstand beendete. 1538 starb die verhaßte Helena,Obolenski fiel als Opfer der allgemeinen Rache unddie Bojaren rissen die Gewalt an sich. Abwechselndgeboten die Fürsten Schniski, Beelski n. Glinski undließen R. ihre schrankenlose Allmacht fühlen, Mordund Verrath herrschten, alle Schrecken einer Adels-wirthschaft wütheten im Lande. Dazu fielen die Ta-taren der Krim und Kasans wiederholt in R. ein.Weihnachten 1543 griff plötzlich n. zwar sofort mitbarbarischer Grausamkeit, Iwan in die Geschicke R-sein, von den Glinski geleitet, die aber nach dem ent-setzlichen Brande von Moskau 1547 stürzten. Am16. Jan. 1547 ließ Iwan sich zum Zaren von ganzR. krönen »nd von nun an war Zar der officielleTitel des Großfürsten. Unter dem Einflüsse desehrenhaften asketischen Priesters Sylvester und desgleichgesinnten Günstlings Adaschew versprach Iwan,gerecht zu herrschen u. hielt langeWort. Nach meh-reren Feldzügen eroberte Iwan Oct. 1552 Kasan, woer alleKrieger tödtenließ u. das Khanat Kasan wurdeN. einverleibt. Die finnischenVölker an der Wolga,Tscheremisscn, Tschuwaschen, Mordwinen unterwar-fen sich, doch brachen noch wiederholt Unruhen inKasan ans. 1554 wurde auch dasKhanatAstrachanerobert u. einverlcibt. R. reichte bis ans KaspischeMeer, die kaukasischen Bergvölker erkannten seine

(Gcsch.).

Oberhoheit an, die tatarischen Khane in Sibirienboten Tribut an. Iwan IV. schuf den berühmtenStoglawnik (Stoglaw) von 1551, dem aber leiderwenig nachgelebt wurde; das Gesetzbuch Iwans III.setzte er fort, erweiterte es und so entstand der Ssn-debnik von 1550. Der Klerus war gegen alle dieseReformen, schon weil sie westeuropäischen Einflußzeigten. Lutherische Spuren, dis sich in R. zeigten,u. Reformist? wurden von der Klerisei ebenso ver-folgt wie dieSocinianer. 1553 fanden engl. Schiffeden Weg ins Weiße Meer und Iwan sicherte denEngländern 1554 volle Handelsfreiheit zu bestä-tigte dies 1555 n. bald kam der englische Handel zurhöchsten Blüthe; ebenso wurde der russische Han-del nach Außen begründet; fremde, bes. deutscheHandwerker, Künstler n. Gelehrte wurden nach R.gezogen, 1564 die erste rnss. Druckerei in Moskauerrichtet. Iwan machte alte Ansprüche aus Tributim Dorpatcr Gebiet gellend n. überzog Ehst-, Liv-nnd Kurland 1558 mit Krieg; Dorpat wurde vonSchniski erobert, das Land furchtbar verheert; vollSchrecken ergab sich Ehstland an Schweden, der li-vische Heer-Orden hörte auf n. Kurland wurde einpolnisches Lehn. 1560 verbannte Iwan den Prie-ster Sylvester und Adaschew und nach dem Todeseiner sanften Gemahlin Anastasia im selben Jahretrat Iwans entsetzlicher Charaker offen hervor,er strebte Alles zu vernichten, was noch irgend selb-ständig in R. war u. tobte mit rasender Lust unterseinen Verwandten n. den Bojaren, um sie zu zer-treten, peinigte Klerus und Volk; selbständige Cha-raktere eilten aus dieserMordsphäre weg, N. zittertevor dem Beile des Henkers. Mit schändlichen Ge-nossen lebte Iwan den Ausschweifungen und deinMorde. Vorübergehend verließ er Dec. 1564 Mos-kau, weil ihm der Klerus Einwendungen gegen dieVerfolgung der Bojaren gemacht, u. kam erst Febr.1565 wieder, als Alles im Staube um Gnade rief.1565 bestimmte er zu seinem Unterhalte von R. einGebiet, dieOpritschnina, vertrieb aus demselben alleErbguts- n. Dienstgntsbesitzer u. nahm zu Opritsch-niks nur Solche in seine Umgebung, welche einzigihm dienten und keinerlei Verkehr mit dem Landedraußen pflegten. Das übrige R., Semschtschina ge-nannt, behielt seine alte Verfassung. Auch ein eige-nes Schützencorps bildete Iwan, die Streelzi; mitallen Opritschniks wollte er R. znsammentreten, umder allmächtige Herr zu sein.

1561 begann der Krieg mit Polen, 15. Februar1563 wurde Polozk von den Russen erobert, dieseaber erlitten Januar 1564 bei Ula eine Niederlage,die Verhandlungen mit Litanen wegenFriedens schei-terten, da Iwan 1566 ganz Livland forderte. Iwanberief eine rnss. Stäudeversammlling (Lsobor), umihreAnsicht wegenFortsetznng des Krieges zu hören:trotz besserer Überzeugung stimmten ihm Alle bei,der Krieg müsse fortdauern. Dies geschah und erst1569 kam ein Waffenstillstand zu Wege. 1567 er-neuerte Iwan mit König Erich von Schweden, wel-chem er seinen Antheil an Livland zugestand, seinBündnis;, 1569 erkannte der sibirische Khan Kut-> schiuni R-s Herrschaft an. Englands Handel wurdeUmmer mehr begünstigt und Iwan sicherte sich 1569^durch geheimen Vertrag mit der Königin Elisabethffür den Fall der Roth einen Zufluchtsort in England.sJn Nowgorod, welches er wegen der Frciheitsliebe