Rußland (Gesch.).
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gorod Erzbi-thum. Nostislaw I. st. 14. März 1167.Zum Nachfolger bestimmte er seinen kcästigenNeffen,Mstislaw Jsäslawitsch, Fürsten von Volhynien.1169 schlug dieser diePolowsker. Als erdarauf sei-nen Sohn Noma» zum Fürsten von Nowgorod er-nannte, bekriegte ihn Andrei Bogoljubski mit vielenTheilfllrsten und eroberte 1169 Kiew. Von da abhörte die verheerte Stadt auf die Hauptstadt von R.zu sein.
Andrei Bo goljubski,nunalleinigerGroßfürst,gebot über ganz N., mit Ausnahme der Fürstcuthü-mer Tschernigow, Halicz u. Nowgorod, welche nochunabhängig geblieben waren. Seinem Bruder Gljebgab er Kiew n. Mstislaw starb 1170 als Flüchtlingin Volhynien. Das mittlerweile ganz und gar slavi-sirte n. der europäischen Cnltur entfremdete R. warverwildert n. zerrissen. Das Volk seufzte unter denAbgaben u. der Rechtlosigkeit. Nowgorods blühenderReichthnm reizte Andrei zum Kriege, er wollte seineFreiheiten vernichten, wurde aber bei Nowgorod 25.Febr. 1170 geschlagen; bald jedoch schloß Nowgorodmit ihm Frieden u. Rurik Nostislawitsch wurde hierFürst. Gljeb st. schon 1171 u. Andrei verlieh 1173Kiew dem Fürsten Roman Nostislawitsch von Smo-lensk. Da die Nowgorodcr mit Nnriks Herrschaftnicht zufrieden waren, so gab ihnen der Großfürst
1174 seinen Sohn Jurij Andrejewitsch znm Fürsten.1171 führte Andrei Krieg mit den komischen Bul-garen. Mit Rostislaws Söhnen gab es bald großeStreitigkeiten, als der Großfürst, um sie völlig zudemüthigen, unter dem Vorwände, sie hätten Gljebermordet,Kiew nahmu.dasselbeMichallvonTortschcskgab. Rostislaws Söhne aber nahmen ihm Kiew wie-der weg n. Rnrik wurde hier Großfürst. In einemneuen Kriege mit Rostislaws Söhnen fiel GroßfürstAndrei als Opfer der Blutrache 29. Juni 1174.Unter ihm entstand 1174 im Lande derWotjaken derrussische Freistaat Wjätka. Andrei folgten die Für-sten Jaropolk und Mstislaw Nostislawitsch, mußten-aber 1175 Michail I., Bruder des verstorbenenAndrei Bogoljubski, weichen. Dieser zog 15. Juni
1175 inWladimir ein, st. aber schon 20.Juni1176.Ihm folgte sein Bruder Wsewolod III. Jnrjc-witsch d. Gr.; dagegen wählten die Rostower sei'neu Neffen Mstislaw Nostislawitsch von Nowgorod,woraus ein fnrchtbarcrBürgerkrieg entstand, in wel-chem Moskau verbrannt wurde n. der erst 1183 en-dete. Nach erfolglosen Kämpfen mit den Bulgarenn. Polowskern verwüstete Wsewolod 1187 das LandNjcisan. In Halicz mischten sich die Ungarn n. Po-len in die Thronstreitigkeiten nach dem Tode Jaro-slaws 1187 (s. Galizien, Gesch.). 1196 kam Now-gorod wieder unter den Großfürsten Wsewolod, einender glänzendsten Herrscher R-s, welcher es seinemSohne Swätoslaw Gabriel abtrat; Letzterem kostetedieser Besitz harte Kämpfe. Nach Wsewolods Tode,15. April 1213, wurde das Großfürstenthnm ge-theilt:Jnrijll. Wsewolodowitsch, sein jüngsterSohn, erhielt Wladimir n. Snsdal mit der Groß-sürstenwürde, Constantin, der ältere, Rostow u.Jaroslawl, jüngere Söhne wurden mit Theilfürsten-lhüinern auSgcstattet. Sofort brach der Bruderkriegans, bald auch ein allgemeiner Krieg in R. Nachdem Siege von Lipcz, den Fürst Mstislaw Mstisla-wüsch von Nowgorod u. Constantin 21. April 1216erfochten, mußte Jurij an Constantin den groß-
fürstlichen Thron abtrcten, erhielt ihn aber nach dessenTode, 22. Febr. 1219, wieder. Nach einem wichti-gen Siege über die kamischen Bulgaren gründeteJurij 1220 das bald handclgewaltige Nishnei-Now-gorod. Unter ihm drangen aus O. unter Dschingis-Khan und seinen Söhnen Schaaren von Mongolennach dem W. vor, gelangten 1223 bis ans KaspischeMeer n. vernichteten diePolowsker, deren viele nachR. flüchteten. Ihr Khan Kotjan, Schwiegervaterdes Fürsten Mstislaw Mstislawitsch von Halicz, reiztediesen, die Theilfürsten vonKiew, Tschernigow, Vol-hynien n. A. zum Kriege gegen die Mongolen. Sieermordeten erst deren Friedensgcsandte, dann zogensie mit den Polowskern unter MstislawsOberanführ-ung gegen das herannahende Mongolenheer; ohnedie Ankunft des Großfürsten Jurij und des Heeresaus Nord-R. abznwarten, u. da die Polowsker da-vonliefen, wurden die Russen unter Mstislaw Juni1224 an der Kalka (Kaleza) unweit Marinpol ver-nichtet; ohne Heer floh Mstislaw über den Dnjepr.Bis hierher folgten ihm die Mongolen, benutztenjedoch den Sieg nicht, verheerten ganz Süd-R. bar-barisch, ließen aber Nord-N. unberührt und gingennach dem Osten zurück. 1225 fielen die Litauer insLand und plünderten die Landschaften Nowgorod,Smolensk n. Polozk ans; Jaroslaw Theodor, FürstvonNowgorod, JnrijsBruder, überzog 1227 Finn-land mit Krieg, führte viele Einwohner gefangenfort und ließ die Karelier taufen; 1228 u. 1232 be-siegte Jurij die Mordwinen und erweiterte R. nachO. zu, während die inneren Kriege fortdanertcn.Da erschienen die Mongolen unter Batn-Khan 1237,
nm R. zu unteriochcn, unterwarfen das Land an devWolga, üverpelen das Fürstenthnm Rias an n. ver-heerten es nnmentchltch , schlnqen be i Kolomna den
'«ohn des Großfürsten Wsewolod Jurjewitsch, ver-brannten Moskau und l23d Wladimir, ermordetenWladimir, Jurijs II. Sohn, und besiegten dann 4.
März am Sittlntte lkliruii welcher vier stet. Nunüberschwemmten LieMongolenhorden verronnen!^"
nelen ihren Weg. Batn-Khan eroberte Koselsk undzog dann an die Ebenen des Don. Jurijs Nachfol-ger, sein Bruder Jaroslaw II. Wsewolodo-ivitsch der Wiederhersteller, gebot über ein zuGrunde gerichtetes Land; er machte zwar gut, so vieler konnte, aber den Nüssen fehlte Much n. Einigkeit,ihre Fürsten rangen mit einander. Batn schlug Kot-jan u. 40,000 Polowsker wanderten mit diesem nachUngarn ans (s. Knmanien, Gesch.). Die Mongolen,in 3t. Tataren genannt, unterjochten die Mordwi-nen, nahmen niiv verheerten Mnrom, Perejaslaw ßf'Tscheriilciow und 1240 Kiew. Wes t-R. wurde nunausgMunoert. L>ä tue Mongolen tu vc. nverast sieg-reich waren, schlug Batn-Khan, aus DeutschlandHcinigekehrt, an der Wolga sein Zelt als N-S yerran;, le arostaw vuwiqte ihm hier u. ivnroe mit oerOberherrschaft über ganz R. belehnt; auch andererussische Fürsten nahmen ihre Gebiete von ihm zu
Lehen und zahlten wie Jaroslaw Tribut. 1245 imKriege mrt Litauen kam Smolensk an 3t. Im Fllr-stcnchume Nowgorod herrschte Alexander Jaro-slawitsch Newski, ein Sohn Jaroslaws II., wel-cher von mchrercuSiegen, welche er über die Schwe-den, Livländer u. Litauer 1240—42 an der Newaerfocht, seinen Beinamen erhielt.