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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Rußland

stcn Wladimir Wsewolodowitsch angegriffen und ihmTschernigowabgernngcn.WegenderallgemeinenZer-rüttung, die durch die neue Zerthcilung N-s von 1097nur wuchs, schricbSwätopolk II. 1097 zum ersten Maleinen Reichstag ans, aus dem Adel, Geistlichkeit n.Vertreter des Bllrgerstandes erschienen u. welchem1100 schon der zweite folgte. Veranlassung zu einemneuen Streite gab Fürst David Jgorewitsch vonWladimir in Volhynicn, Lnzk nnd Poqorim, welcherden Großfürsten gegen den Fürsten Wassilko Iiosti-slawitsch von Tercpowl aufhetzte; Wassilko wurde

1098 verhaftet und geblendet, David aber von denanderen Fürsten vertrieben. Wassilko u. sein BruderWolodar besiegten Swätopolk mit Hilfe der Polowsker

1099 wiederholt, obwol ihm die Ungarn zuzogen.

1100 setzten die Fürsten David ab.' Nach vielenKriegen mit den Mordwinen, Scmgallen u. Polow-skern starb der Großfürst Swätopolk II. 16. April1113. Unter ihm vollendete Nestor, der Vater derruss. Geschichte, seine Chronik u. ging Tmntorakanan die Polowsker durch Oleg verloren (es kam erstunter Katharina II. an R. zurück).

Nach Swätopolks Tode wurde Wladimir II.Wsewolodowitsch Monomach, ein äußerst po-pulärer Fürst, von den Kiewcrn zum Großfürstengewählt n. soll gekrönt worden sein. Noch bevor er.die Negierung übernahm, brach in Kiew ein Ansruhrgegen die wuchernden Juden aus, welche seitdem ausdem ganzen Reiche verbannt wurden. Sein Stre-ben war, den Großfürsten wirklich zum Oberherrnder Theilfürsten zu machen, letztere immer mehr zubeschränken u. seine eigenen Nachkommen mit Machtzu bekleiden, R. kräftig wie im Innern so auch nachAußen zu stellen. An die Einführung der Erstge-burt, des wichtigsten Factors um R. einig zu ma-chen, dachten weder er noch sein Sohn Mstislaw.Seine vier Söhne führten glückliche Kriege, bes.Mstislaw u. Jaropolk mit den Tschuden u. Polow«skern u. Jnrij mit den chazarischen Bulgaren. 1114wies Wladimir den Petschenegen Gebiete um Perc-jaslawl an, vertrieb sie aber bald fast alle wegen ihrerRuhelosigkeit wieder. 1119 in einem neuen Bürger-kriege mit dem Fürsten Jaroslaw Swätopolkowitschwurde dieser von Wladimir vertrieben, dessen SohnAndreas nun das Fllrstentbum Wladimir erhielt.Mstislaw Wladimirowitsch der Große, desVor. ältester Sohn, wurde 19. Mai 1125 sein Nachfol-ger. WsewolodOlgowitsch,FürstvonNowgorod, ver-trieb 1127 seinen Oheim Jaroslaw ausTschernigow,doch erbte Jaroslaws Sohn 1129 Murom u. Rjäsan.Den Fürsteustamm zu Polozk, welcher sich stets LenGroßfürsten widersetzlich zeigte, vertrieb Mstislaw1129, verbannte alle Glieder desselben nach Constan-tiuopel und gab Polozk nebst Minsk seinem SohneJsäslaw. Mstislaw bekriegte 1131 Litauen n. führteGefangene hinweg, welche die Zahl der Leibeigenenvermehrten. Der Klerus hatte unter ihm gute Tage.Ihm folgte 1132 sein Bruder Jaropolk II. Wla-dimirowitsch, unter dem steter Bürgerkrieg tobte. Erhatte Wsewolod Mstislawitsch mit Nowgorod belehnt,doch verbannten ihn die Nowgoroder nach einem Feld-znge gegen die Susdaler 1135 u. stellten sich unterSwätoslaw Olgowitsch, verjagten diesen aber auchbald und wählten Rostislaw Jnrjewitsch 1137 zumFürsten. Nowgorod trat unter die Obergewalt desFürsten von Tschcrnigow, des Todfeindes des Hauscs!

(Gvsch.).

Monomachs, anstatt unter die des Großfürsten zuKiew. Pskow trennte sich von Nowgorod, wurdeseine mächtige Nebenbuhlerin u. Swätoslaw Olgo-witsch beherrschte es als besonderes Fürsteuthum.Von Türken, russischen Theilfürsten u. Ungarn un-icrstlltzt, stritt Jaropolk mit Olegs Söhnen, die diePolowsker hcrbeiriefen u. mit diesen grauenhaft hau-sten, bis Friede 1139 gemacht wurde. Die Polowskerhatten bereits Swätopolk Mstislawitsch, den Vertre-ter Jsäslaws, vertrieben u. sich ein Glied ihres altenHerrscherhauses, Wassilko Rozwolodowitsch, wiederzum Herrn gegeben. Immer in Streit mit Polen,starb Jaropolk 18. Febr. 1139. Sein Bruder undNachfolger, Wätscheslaw, Fürst von Percjaslawl,wurde schon nach acht Tagen gezwungen, die Herr-schaft an Wsewolod II. Olgowitsch in Tscherni-gow abzutreten. Dieser wollte den von ihm vomGroßfürstenthnme verdrängten Stamm Monomachsseiner Fürstenthümer berauben, mußte aber, denVerhältnissen nicht gewachsen, davon abstehen; schlugtrotz den noch immer herrschenden Unruhen 1142eine Flotte des Schwedcukönigs und züchtigte dieFinnländer, welche in Karelicn eingefallen waren.Gegen Wladimirko vonHalicz führte Wsewolod 1144bis 1146 nicht sehr glücklich Krieg. Wsewolod II.starb 5. August 1146 und ernannte seinen Bruder-Igor Olgowitsch zum Nachfolger, doch empörtesich bald Kiew gegen ihn n. rief Jsäslaw II., einenSohn Mstislaws aus Wladimir Monomachs Stamm,auf den Thron. Die Kiewer ermordeten Igor kurzdarauf.

Unter Jsäslaw II. ward R. total zerrissen, dieHausfehden nahmen kein Ende, bis er endlich dieRegierung mit Wätscheslaw theilte. JWaw befreitewieder die Russische Kirche von Byzanz, doch nur ganzvorübergehend. Moskau entstand unter ihm. AlsJsäslaw II. 13. Nov. 1154 starb, übernahm seinBruder Rostislaw I. Mstislawitsch die Regierungin Kiew, wich aber bald feige seinem Nebenbuhler,Jsäslaw III. Davidowitsch, Fürsten von Tscherni-gow; diesen verdrängte gleich daranfder herrschgierigeJnrij Wladimirowitsch Dolgornki,Fürst vonSns-dal. Auch unter ihm wütheten Familicnkriege, diePolowsker rc. in R. Er starb 1157. Nun riefen dieKiewer Jsäslaw III. zurück, aber unter ihm sankdie großfürstliche Würde bis zum Schatten herab,indem die Fürsten von Perejaslawl,Nowgorod,Smo-lensk , Tnrow u. Gorin sich unabhängig machten u.nur Kiew n. ein Theil von Tschernigow ihm nochgehorchte. Kiew sank immer mehr, Wladimir an derÄljasma blühte mächtig auf u. der hier residirendeGroßfürst von Wladimir Andrei Bogoljnbski,der Sohn des Großfürsten Jnrij Dolgornki, Herrvon Susdal, Wladimir n. Rostow, machte sich vonKiew unabhängig u. nannte sich bald Großfürst vonganz Weiß-R. Jsäslaw lebte mit Andrei in Frieden,aber in einem Kriege mit Jaroslaw, Fürst vonHa-licz, mußte er ans Kiew 1159 fliehen u. Rostislaw I.Mstislawitsch (s. oben) von Smolensk erhielt aber-mals als Großfürst von Kiew die Herrschaft. Jsä-slaw III. unterstützt von Andrei Bogoljnbski n. vonden Polowskern, eroberte zwar Kiew 1161, floh aberruhw.los vor Rostislaw u. st. 6. März 1161. 1164erfocht Andrei Bogoljnbski einen glänzenden. Siegüber die Bulgaren n. die Nowgoroder besiegten dieSchweden gänzlich am Ladogasee. 1166 wurde Now-