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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Rußland

Wodlo, Wyg, Scgosero, Andosero, Tulos, Nekta,Njukoscro, Kainennoje, Kutno, Toposero, Päwosero,Kowdoscro, Kogosero, Kerct, SOiot, Jmandra, Ko-nosero u. a.; im westl. R. Jlmensee,PeipnS, Pskow,Wirz-Järw, Luban, Nasno, Narodsch, Kuias n. a.;im mittleren R.: Mosche, Bjeloosero, Knbinskoje,Meglino, Piros, Uschin, Swjatoje, Welje, Seliger,Wslug, Wclikoje, Plcschtschejewo, Swiatoje, Dnbo-wojerc.;in den südöstl. Steppen: eine Reihe vonSalzseen: Elton, Torlo-Knm, Tnsda-Knl, Bas-knntschatskoje, sowie: Sarpa, Zaga, Zagan-nnr,Alzyn-Chnta, Vkanytsch, Sasta rc. Alle Flüsse sindbei dem geringen Gefälle schon nach verhältnißmäßigsehr kurzem Lanse schifsbar n. der Verbindung der-selben durch Kanäle standen nnr geringe Hindernisseim Wege; daher sind fast alle Stromsysteme directoder indirect durch Kanäle verbunden; der Ladoga-,derOnega-Kanal umgehen beide dieSNser der gleich-namigen, der Schifssahrt wegen der Sandbänke rc.gefährlichen Seen. Das Weiße Meer steht mit demKaspisec in Verbindung durch den Jcläterinen-Ka-nal, der ans der nvrdl. Kctma (Wytschegda) in diesüdl. Kctma (Kama) führt n. durch den KubanischenKanal (Snchona-Scheksna-Wolga). Die Ostsee mitdem Kaspisee vereinigen: der Marienkanal zwischendem Ouega- u. Bjelosee, der Tichwinkanal zwischenSjas (Ladogasee) und Somina (Tschagodoschtscha-Mologa-Wolga) und das bedeutende Knnstwcrk desWischni-Wolotschok (s. d.) zwischen Msta u. Twerza.Die Ostsee und das Schwarze Meer vereinen derBeresina- (Beresina-Dnna), Ochinski- (Jasiolda-Schtschara) n. der Königskanal (Bng-Pripet).

IV. Geognostisches. Die ganze sarmatischeEbenernht auf Granit, der im Allgemeinen im NW. amhöchsten austeigt und nach SO. hin sich allmählichsenkt; neben dem Granit tritt auch Gneis ans unddurchbrechen beide das Anfliegende in dem Ural, demJailadagh und dem Kaukasus; auf der FinnischenSeenplatte und auch im S. am Ural-KarpathischenHöhenznge tritt der Granit zu Tage, sonst ist er miteiner bis zu 250 m hohen Schicht von Sedimentge-steinen bedeckt. Letztere charakterisiren sich durch ihreEinförmigkeit, nur an den Ufern des Onegasees sindsie von jnngerenplutoiüschen Gesteinendurchbrochen;die silurischen FormationenscheinendiegeringsteAus-dehnnng zu haben, sind im NW. (an der Ostsee) lo-sere Gesteine, am Ural dagegen fest n. bestehen ans bi-tuminösem Schiefer, plastischem blauem Thon, Sand-stein und Kalken. Die devonische Schicht bedeckt einweit größeres Gebiet vom WeißenTlleere an, wo siedie Küsten nmsännit, bis nach Kurland, dem Waldaiu.bis zudem Thale des Don, uördl. von Woronesch;ans Mergel, Kalk, Sand liegen ausgedehnte Kohlen-schichten, die sich fast über das ganze erwähnte Ge-biet hinziehen; vor allem sind cs das niedere Pla-teau zwischen Düna, Don, Oka, Dnjepr n. das obereBecken der Wolga, die von kohlenreichen Schichtengebildet werden; am Fuße des Ural, wo Porphyr,Syenitu.Trappgestcinencbendem Granitdie Schich-ten gehoben u. durchbrochen haben nimmt die Kohlemehr den Charakter der Braunkohle an. Die per-mische Formation nimmt von den Gestaden desWeißen Meeres bis nach Orenbnrg die weiten Ge-biete der Dwina, Kama, die Westseite des Ural einn. besteht wesentlich aus Sandstein, Kglk mit dün-nen Kohlenflötzen aber großen Gips- und Steinsalz-

(Gcogr.).

lagern;sieistäußerst Wichtigwegen der letzteren,derenunerschöpflicher Reichthnm (z. B. bei Jletzkaja-Sa-schitta) znm Thcil durch Tagebau gewonnen wird; lsie enthält außerdem den so sehr geschätzten Malachit, jfernerBlauknpfererz,Knpferkiesrc.; zahlreiche Salz. !quellen entspringen ans ihr. Auf sie folgen die Jura- jformationen, deren dunkle lose Sand-n. Thonschich- ^ten mit ihren zahllosen Versteinerungen das Gebietdes Petschora, den Uwalli bedecken und bis Moskaureichen. Den S. R - s bilden hauptsächlich tertiäreFormationen, unter denen vor Allem der Süßwasser-kalk als trefflicher Baustein wichtig ist; er ist offenbardie Ablagerung eines großen Binnenmeeres, welchesdas Schwarze Meer den Kaspi- und Aralsee und dieSteppknbis weitnachN.in Enropau.Asien umfaßte. ,V. Klimatische Verhältnisse, Flora undFauna. R. hat von allen europäischen Ländern dasam stärksten ausgeprägte Continentalklima. Wirunterscheiden vier Haupizonen: I) Die arktischeZone, zu der hauptsächlich die Halbinsel Kola, Ka-nin, das Gebiet der unteren Pelschora u. die Küsten-striche am Eismeere mit den vorliegenden Inselngehören. Der Winter währet 80 Monate, wäh- irend dessen die Kälte häufig ans mehr als 32" steigt; sder kurze Sommer vermag den fest gefrorenen Bo-den nnr auf einige Decimeter anszuthauen und ge-deihen dann auf dem sumpfigen, schwankenden Boden sFlechten, Moose und einzelne Bccrenarten; es sind !dies die weiten Tundren, auf Kola von Lappen, östl. Ides Weißen Meeres von Samojeden bewohnt; nnrin günstiger gelegenen Thälern kommen Zwergbirken,verkrüppeltes Nadelholz vor; das Hauptthier ist dasRcnthier, welches neben dem Hunde den Bewoh-nern das Leben ermöglicht; zahlreich sind die Pelz-thiere (Eisbär, Polarfuchs, Hermelin, Marder, Viel-fraß rc.), der Moschnsochse und in dem Meere die'Robben u. Fische (namentlich aus der Familie derSalme). 2) Die kalte Zone reicht vomPolarkrcijebis etwa znm 58" n. Br. hinab n. umfaßt also hanpt- ,sächlich die Gebiete der nördl. Ströme n. zum Theildes Oberlaufs der linken Nebenflüsse der Wolga;gegen die Ostsee hin ist schon der Einfluß dieses Mee-res bemerkbar. Der Winter währt 67 Monate,ist sehr strenge, selbst in Petersburg wurden schon 32" beobachtet; die Gewässer erstarren meist schonMitte Oktober, um erst Ende Mai wieder aufzn-thanen, der Frühling ist nur ein kurzer Uebergangans dem dauernden Froste zu großer Wärme; deratmosphärische Niederschlag ist gering, beträgt inFinnland etwa 50 ein, an den Küsten derOstsee indesWeißen Meeres durchschnittlich 40 em und sinkt (beiverhältnißmäßig zahlreichen Regentagen) ans 80 bis s32 cm. Die mittlere Jahreswärme schwankt zwi-schen 4° am Finnischen Busen n.2° an der null- 'leren Petschora; hier steigt die Mittelwärme währenddes Sommers auf -i-10", während sie im Winter ans17" sinkt. Diese Zone ist die Region der Nadel-wälder,diesichoftsastendlosüberdasLaud erstrecken;in dem sumpfigeren Boden herrscht die Fichte, ausdem losen Sande die Kiefer ans; dazwischen tretenWeiden, Cedern, Birken n. Erlen auf; Nnbns-undBaccininm-Arten fehlen neben Rosen an lichterenStellen fast nirgends und geben neben der Callunaden Charakter des Landes. Die Wälder, welche snrden Schiffsbau und Len Bergbau das nothwendigeHolz liefern, sind in manchen Strecken schon arg ver-