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Russisch-Türkischer Krieg 1877—78.
Feind in siegreichem Gefechte zurück. Die Verstärk'nng der türkischen Kräfte, sowie Las Eingreifen türk.Kriegsschiffe u. endlich der Aufstand in Abchasien imNucken der Nüssen zwang diese ihre Offensive vor-erst anfzugeben, nach einem unentschiedenen 23. Junigelieferten Gefechte bei Samcba zogen die Russensodann in ihre frühere Stellung bei Mnkha Estatezurück und es wurde der größte Theil des Detache-ments zur Niederkämpfung der aufständischen Ab-chasier verwendet. Die Achalkalaki-Colonne (9 Bat.,14 Esc., 5 Batt.) hatte gleichfalls 24. April dieGrenze überschritten u. mar 5. Mai von der kleinen,von etwa 7000 Mann besetzten n. mit 76 Geschützenarmirten Festung Ardahan angekommen. Der Füh-rer der rnss. Colonne, General Dewel, hielt sich znmAngriff zu schwach n. suchte zunächst Verbindung mitver Alexandropol-Colonne, die ihm Verstärkungenunter General Heimann znführte. Nachdem derrnss. Oberbefehlshaber, General Loris Melikow,einen kleinen Belagerungstraiu vor Ardahan diri-girt hatte, eröffneten die Russen 16. Mai das Feuergegen die Festung und erstürmten dieselbe 17. Mai.Nun wurde unter Zurücklassung einer Besatzung inArdahan die Colonne mit der Alexandropol-Colonnebei Zaim vereinigt. Die letztere (17 Bat., 79 ESc.,11 Batt.) unter General Heimann hatte gleichfallsunmittelbar nach der Kriegserklärung die Grenzeüberschritten, bei Zaim ein Lager bezogen und vonhier aus Rccognoscirnngs-Detachcments gegen Karsentsendet. Bei Annährnng der Russen zog MnkhtarPascha auf Erzcrnm ab, wurde aber von der nach-eilenden rnss. Reiterei 29. April eingeholt n. erlitteine empfindliche Niederlage. Die von den Türkenstark besetzte n. in gutem Vertheidigungszustaud be-findliche Festung Kars wurde nun rnssijcherseits vor-zugsweise durch Cavalerie beobachtet. Die Haupt-kräfte der Russen waren im Lager von Zaim zn-sammengehalten worden, um dort den Ansgang derUnternehmungen gegenArdahanabznwartcn.—In-zwischen hatte Mnkhtar Pascha von Erzernm aus dieOffensive gegen die linke rnss. Flllgclcolonne er-griffen, seine Avantgarde wurde indessen durch einenTheil der zur Beobachtung von Kars bestimmtenrnss. Cavalerie in der Nacht zum 31. Mai bei BegliAchmed überfallen n. völlig auseinandergesprengt.Stach der Einnahme von Ardahan ging nun die ver-stärkte Alexandropol-Colonne gegen Kars vor, schloßdie Festung 8. Juni ein n. eröfsuete nach Eintreffeneines Belagerungsrrains 17. Juni das Feuer gegens dieselbe. Der Vormarsch Mnkhtar Paschas zwang in-j dessen die Russen, diesem entgegenzutreten, zu wel-s chem Zwecke die bedeutend verstärkte Grenadier-Di-i Vision unter General Heimann gegen Zewin detachirt> wurde. Hier hatte Mnkhtar Pascha ein Corps von18,000 M. unter Ismail Pascha znm Schutz seinerlinken Flanke gegen Kars zurückgclassen, welches dieRussen 25. Juni angriffen. Der Kampf blieb un-entschieden, als aber am Abend des 25. den Türkenzahlreiche Verstärkungen durch Mnkhtar Pascha her-angesührt wurden, räumten die Russen in der Stachtzum 26. Juni das Gesichtsfeld n. zogen ab. Infolgedieser Ereignisse mußte General Loris Melikow dieBelagerung von Kars anfgebcn n. sich in seine frü-here Stellung bei Zaim zurückziehen. — Die Eri-wancolonne (9 Bat., 20 Esc., 7 Batt.) hatte 28.April die Grenze überschritten, 30. April die von
den Türken geräumte Festung Bajesid besetzt undwar bis Daghar vorgedrnngeu. Hier stießen 15. Junidie Russen unter General Tergnkasow auf die Tür-ken u. schlugen dieselben zurück. Inzwischen waren14. Juni etwa 10,000 ausständische Kurden vomWan.SeenachBajesidvorgedrnngen,hattendieStadtbesetzt n. die schwache rnss. Besatzung in der Citadellecingeschlossen, 21. Juni stießen die Russen sodannbei Delibaba ans die überlegenen Kräfte MnkhtarPaschas n. mußten ans Daghar znrllckwcichen. Hiererfuhr Tergnkasow die Niederlage der Russen beiZewin und zog sich, da ihm der Weg'über Bajesidverlegt war, ans »nwegsamen Pfaden über die Grenzenach Jgdir zurück, woselbst er 5. Juli einlraf, nachkurzer Rast aber wieder auf Bajesid vormarschirten. 10. Juli die in der Citadelle eingeschlosseue rnss.Besatzung befreite n. sodann wieder nach Jgdir zn-rückkehrte. Ans allen Punkten warensomitdie Russenan n. über die Grenze zurückgedrängt, nur die kleineFestung Ardahan war in ihrem Besitze verblieben.Die Bekämpfung des Aufstandes im Kaukasus er-forderte starke Kräfte und wie auf dem europäischenKriegsschauplätze war auch hier die Wiederaufnahmeder Angriffsoperationen erst nach bedeutender Ver-stärkung der rnss. Armee ermöglicht. — Die türkischeArmee in Kleinasien hatte sich bis dahin beträchtlichverstärkt, ihr rechter Flügel unter JSmail Pascha wargegen 45,000 M.,das Centrnm unter MnkhtarPascha
30.000 M., der linke Flügel unter Derwisch Pascha
17.000 Mann stark, Kars hatte eine Besatzung von
10.000 M. — Die rnss. Verstärkungen konnten erstim Laufe des Monats Sept. herangesllhrt sein, bisdahin blieben die Russen ans die Defensive angewie-sen u. vermochten nur mit Ausbietung aller verfüg-baren Krcffte das Vordringen des rechten türkischenFlügels auf rnss. Gebiet aufzuhalten. — Der linketürk.Flügel standziemlich unthätig dem Rion-Detache-menl gegenüber, welch letzteres sich in seinerStellung,Mnkha Estate, so lange zu behaupten vermochte, bisim Centrnm die Entscheidung erfochten war. Hierhatte General Loris Melikow im Lager bei Zaimalle seine Kräfte zusammengezogen u. beschloß in be-festigter Stellung n. gestützt auf die rnss. Grenzfest-ung Alexandropol den Angriff Mnkhtar Paschas zuerwarten. Dieser erfolgte denn auch 25. Aug., dieTürken wurden mit großenVerlusten ziirückgewissen,doch blieb Mnkhtar Pascha in seiner bisherigen Posi-tion den Russen gegenüber stehen u. verschanzte sichin derselben. — Nachdem 26. Sept. die letzten Ver-stärkungen bei dem rnss. Heere eingetroffen waren,beschloß General Loris Melikow, die Türken anzu-grcifcn. In heftigen Kämpfen, 2. bis 4. Oct. konn-ten indessen die Russen keine wesentlichen Erfolge er-ringen, doch wurde Mnkhtar Pascha veranlaßt, seineKräfte enger zusammen zu ziehen n. sich durch einenTheil des Corps von Ismail Pascha zu verstärken.Die Schwierigkeiten eines frontalen Angriffes gegendie türkischen Stellungen veranlaßten den GroßfürstMichael, der die Leitung der Operationen persönlichübernommen hatte, durch eine Umgehung des rechtentürkischen Flügels seinen Zweck zu erreichen; er de-tachirte eine verstärkte Division unter General Laza-rew, welcher 14. Octbr. überraschend die Türken inder rechten Flanke angriff, worauf 15. Octbr. derGroßfürst Michael ebenfalls znm Angriffe schritt.Von beiden Seiten stürmten nun die Russen ans das