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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Russisch-Türkischer

wiederholten rasch ausgefiihrten Angriff gegen das12. russische Corps, dieses schlagen zu können.Die Bewegungen verzögerten sich indessen bis An-fang October; Mehemed Ali wurde im Kommandoüber die Donanarmee durch Suleiman Pascha er-setzt, der nur äußerst schwache Versuche machte, dievon seinem Vorgänger eingeleitete Offensive gegendie russ. Stellung bei Kadikiöi auszuführen. Dieruss. Vortruppeu, nach dem Abzüge Mehemed Aliswieder bis an den Schwarzen Lom vorgeschoben,wiesen 7. u. 15. Oct. Snleimans Angriffe zurück,der sich hiernach 19. u. 20. Oct. nach Rasgrad zu-rückzog und sich dort befestigte. Am 24. Oct. folgteihm ein starkes russ. Detachement über den WeißenLom nach, wurde aber bei Bessarbowa und Jowan-Tschiftlik von den Türken znrllckgewiesen, wobei derPrinz Sergei Leuchtenberg den Tod fand. Immernoch befanden sich die Türken in der Uebermacht,doch wußte Suleiman diese numerische Ueberlegen-heit nicht auszunntzen u. statt mit seiner gestimmtenMacht die ausgedehnte russische Stellung an einemPunkte zu durchbrechen, ermüdete er seine Truppendurch fortwährende partielle Angriffe, die alle vonden Russen zurückgewiesen wurden. Möglich, daß esin Snleimans Absicht lag, seinen Gegner zu veran-lassen, die günstigenVertheidignngsstellungenam Lomaufzugeben u. ihn zu einem Angriff ans Rasgrad zuverleiten. Erst Ende November entschloß sich Sulci-man zu einem neuen Versuch, den russ. linken Flü-gel anzugreifen; 26. Nov. kam es bei Metschka undTrstenik zu heftigen Kämpfen, in denen die türkischenAngriffe zurückgewiesen wurden. Wie früher schonMehemed Ali, wendete sich nun Suleiman gegen denrechten russ. Flügel und griff das 11. ArmeecorpsAnfang Decbr. bei Elena u. Marian an, ging abernach 3tägigen heftigen Gefechten zurück, um sich wie-der gegen das 12. Armeecorps zu wenden. Er be-setzte 10. Decbr. Krasna, überschritt 11. Decbr. denWeißen Lom u. begann 12. Dec. die rnss. StellungMetschka-Trstenik-Tobatschka anzngreifen, mußteaber, nach heftigem Kampfe in der linken Flankeumgangen und im Rücken bedroht, eiligst auf Rust-schuk abziehen. Der inzwischen eingetrerene Fall vonPlewna veranlaßte Suleiman, das ganze Gebietnördl. des Balkans zu räumen, langsam zog er ge-gen Süden ab, um zum Schutze der Hauptstadt eineneue Stellung bei Adrianopel einzunehmen. An derunteren Donau hatten die Russen von Rustschuk bisTultschka das linke Ufer stark besetzt u. namentlichgegen Rustschuk u. Silistria Bombardementsbatte-rien errichtet. Im klebrigen war es ans diesem Theiledes Kriegsschauplatzes ziemlich ruhig. Ende Nov.hatte General Zimmermann Las Gebiet südlich desTrajanswalles durch seineCavalerie besetzen und dieschwachen türk. Streitkräste auf Baltschik u. Basard-schik zurttcktreiben lassen. Die Hauptentscheidungsollte auf dem westl. Kriegsschauplätze fallen. Wirhatten die russ. Westarmee verlassen, als sie nach derunglücklichen Schlacht bei Plewna Anfang Augusthinter der Osma eine Vertheidignngsstsllung bezo-gen hatte. Osman Pascha hatte sich damit be-gnügt, ein kleines Corps auf Lowatz zn dirigiren,das sich dort mit einer anderen türkischen Abtheilungunter Adil Pascha vereinigte. Mit seiner Hauptmacht,etwa 40,000 Mann, verblieb Osman bei Plewna,hauptsächlich besorgt, seine Stellung fortificatorisch

Krieg 187778.

zu verstärken. Nachdem die russ. Westarmee durchdas 4. Armeecorps und die 4. rumänische Divisionverstärkt war, beschloß General Zotow, welcher vor-erst das Kommando übernommen hatte, wieder ge-gen Plewna vorzugehen u. die türk. Stellung leichtzn cerniren. Am 14. und 17. Aug. kam es zu un-bedeutenden Gefechten, 21. August versuchten dieTürken, zusammenhängend mit den Angriffen Su-leimans, gegen den Schipkapaß von Lowatz gegenSelvi vorzurücken, wurden aber zurückgewiesen.Die rnss. Armee war im Laufe des Monats Augustdurch die 2. u. 3. rumänische Division verstärkt wor-den n. Fürst Karl von Rumänien hatte 1. Septbr.den Befehl über die vereinigten russisch-rumänischenStreitkräfte übernommen. Am 31. August war einstärkerer Ausfall Osmans nach heftigem Kampfeznrllckgewiesen worden. Zur Sicherung der Ein-schließung Plewnas erschien es nothwendig, Lowatzin Besitz zu nehmen. Zu diesem Zwecke wurde die2. Infanteriedivision von der Slldarmee abgetrennt,sie nahm 3. Sept. Lowatz, ließ eine starke Besatzungdaselbst zurück und wurde daun zur Cernirung vonPlewna herangezogen. Nachdem 4. Sept. ein Be-lagerungstrain von 20 24pfündigen Kanonen beider Cerniruugsarmee eingetroffen, wurden in derNacht zum 7. Sept. Bombardementsbatterien erbautu. mit 136 Geschützen armirt, aus welchen 7. Sept.das Feuer eröffnet wurde. Unter dem Schutze des-selben werden die Jnfanteriepositioneu näher an diefeindlichen Werke vorgeschoben, u. das 9. Corps be-mächtigte sich des Dorfes Griwitza; vergeblich suchteOsman Pascha 9. Septbr. die Russen zurückzudrän-gen, die russ. Feldbatterien wurden weiter vorge-schoben u. 10. Sept. das Bombardement verstärkt,woraus 11. Sept. Nachm, ein allgemeiner Sturmaus die vorgeschobenen türk. Werke stattsand, der je-doch blutig zurückgeschlagen wurde; ein weiterer,18. Sept. von den Rumänen gegen die sogen. Gri-witza-Redoute unternommener Sturmversnch miß-lang ebenfalls. Russischerseits wurde nuubeschlossen,einen förmlichen Angriff gegen die Griwitza- u. Na-dischewo-Redouten zu führen. Die Cernirung Plew-nas hatte sich bisher auf das linkeWidnfer beschränkt,aus dem rechten Ufer dieses Flusses streiften nur klei-nere russ. Cavalerie-Abtheilungen. Diese warennicht im Stande, die von Sofia aus gegen Plewnavorgehenden neugebildeten türk. Streitkräfte Schef-ket Paschas erfolgreich zu bekämpfen und es gelangdem letzteren, einen größeren Proviant- n. Muni-tionstransport 22. Sept. nach Plewna zn bringen,sowie eine Etappeulinie zwischen Sofia u. Plewnazu errichten, zu deren Schutz er verschiedene Befestig-ungen anlegen ließ. NachdemAnfaug Oct. GeneralTodleben im russ. Hauptquartier eingetroffen war,wurde die vollständige Cernirung u. gleichzeitig dieEntsendung eines starken Corps zur Unterbrechungder Verbindung mit Sofia beschlossen. Das letztereCorps wurde unter die Befehle des unternehmendenGenerals Gnrko gestellt u. bestand vorzugsweise ausTruppentheilen der kaiserlichen Garde, die anfangsOctober ans der Linie Lowatz-Selvi gesammelt wur-den und von hier aus gegen Südwesteu vorgingen.Am 24. Oct. ließ Gnrko die starke türk. Position beiGornji Dubniak angreifen u. stürmte dieselbe, wo-bei über 2000 Gefangene den Russen in die Händefielen. Am 23. Oct. capitulirte ein türkisches Corps