Druckschrift 
Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

428

r-iunga Riinkclrüvcnzuckcr.

Len Laut des k, nicht wie im Griechischen den des w(Diganima) bezeichnte; freilich gemahnt das Zei-chen für den Laut ng an die griechische BezeichnungWahrscheinlich im 3. oder 4. Jahrh. n. Chr.haben Wal germanische Legionäre im römischenDienst die lat. Buchstaben in die älteste R-art nmge-bildet, die aus einigen zwanzig Zeichen besteht. Nurbei wenigen (namentlich bei den Zeichen für g, j, w)fällt die Entstehungsweise aus den lateinischen Un-cialen nicht sogleich ins Auge; das lat. O wurde in einZeichen für den Laut des th umgcbildet, u. eine Ver-doppelung davon für den Laut des d verwendet. In-schriften mit diesen Zeichen hat man in fast allengermanischen Ländern, bcs. aber in Schweden undNorwegen gesunden; gesammelt hat sie G. StephensinRnnieLlonuments, Land. u. Kopenh. 1866; manvergleiche die Erklärungen des Norwegers.S. Buggein der dän. Zeitschrift für Philologie u. Pädagogik,Bd. 7 u. 8. Eine kürzere R-reihc, bestehend ans 16Zeichen, findet man ans späterer Zeit, etwa vom 8.Jahrh. an, in Dänemark, Norwegen nnd Schweden(auch, infolge der Wickingerznge, ans den britischenInseln). Diese Reihe hat man früher für die ältere,also für eine wiedereingeführte, angesehen, aus derdie oben besprochene durch Erweiterung entstandenwäre. Erst E. Jessen (in der dän. Zeitschrift fürPhilol. u. Pädag., Bd. 5) hat die kürzere Reihe alsVereinfachung aus jener längeren erklärt. Grabsteinemit der kürzeren sind besonders in Schweden häufig,und reichen in die christliche Zeit herab; ja, nur eineMinderzahl gehört der heidnischen zu. Man hat keingemeinsames Sammelwerk für die Inschriften mitder kürzeren Reihe, aber viele kleinere (z. B. von Dy-beck, Thorsen ic.); das beste Hilfsmittel ist ein Büch-lein von P. A. Münch: Lorttabtot I?röM8tiIIin§ akckenwIckotsRnnsskrikt, Christiania1848. Uebrigensgibt es von beiden R-reihen Abarten, namentlich vonder längeren, die speciell angelsächsischen R. (s. In-schriften bei Stephens), denen die in althochdeutschenManuscripten gefundenen nachgebildet sind. «-

R»Nga,Berglanv im Innern Afrikas, südöstlichvon Wadai u. von diesem abhängig; noch fast gänz-lich unbekannt; Hanptort Bonkhas.

Runge, 1) Philipp Otto, Maler, geb. 1776zu Wolgast in Neuvorpommern, st. 2. Dec. 1810 inHamburg, lebte seit 1804 in Hamburg; ist besondersbekannt Lurch seine vielen tiefsinnigen Contouren(die Jahreszeiten re.). Er schr.: Farbenkngel oderConstrnction des Verhältnisses der Mischung allerFarben rc., Hamb. 1810; Hinterlassene Schriften,heranSgeg. ebd. 1840. 2 ) Otto Sigmund, Bild-hauer, des Vor. Sohn, geb. in Hamburg 30. April1806,st.inSt.PeterSbnrz 16. März 1836. Regnet.«

Rungpore, so v. w. Rangpnr.

Runkel, Stadt im Kreise Oberlahn des prenß.Regbez. Wiesbaden, an der Lahn, über die einesteinerne Brücke führt, Station der NassauischcnEisenbahn; großes,halbverfallenesBergschloß; 1875:1124 Ew. R. bildet mit den meisten Oertern desgleichnam.Amtes dieHerrschastWied-R. des Fürstenvon Neuwied. In der Nähe, nördl. von R., Eisen-erz- nnd Mangangrnben; bei dem Flecken Villmar,2 Icm südöstl. von R., Marmorbrüche u. Marmor-schleiserei.

Runkelrübe (Futterrübe, Zuckerrübe, Rüben-mangvld, Dickwurz, Bnrgunderrllbe), Vota vnlxa-

ri8, s. Bsta. Man unterscheidet: Bota vnIZarisLst'oka, Mangold, weiße oder römische Rübe mitwenig verdickter Wurzel, deren Blattrippen wie Spar-gel, die Blätter wie Kohl genossen werden; L. vnlA.ornonta, rothe oder Salatrübe, blutroth, eingemachtoder als Salat gegessen; L. v. orassa, gewöhnlichestk., deren Wurzel als Viehsutter Verwendung findetu. von welcher eine Spielart wegen ihres Gehaltesan Rohrzucker das Material zur Znckerfabritätionliefert. Die Spielarten der gewöhnlichen N. sind sehrverschieden«!! Farben. Gestalt; es gibt weiße, gelbe,rosenrothe, hell- und dunkelrothe, runde, schlangen-förmige, flaschenförmige u. tellerförmige. Die run-den kugeligen geben höhere Erträge n. zeichnen sichdurch größeren Fntterwerth vor den langen aus;nur die langen weißen machen eine Ausnahme undgehören mit zu den ertragreichsten. EmpfehlenS-wcrthe Sorten sind: Pohls-Riesen, Alberts-Riesenu. die Leutowitzer R., die rothen nnd gelben Obern-dorfer n. Würzburger R-n, die Wiener Tellerrübe;von Zuckerrüben: die Schlesische, die Qnedlinbnrgernnd die Imperial-Zuckerrübe, die Büchnersche, dieBestehornsche,die französische n. diemährischeZucker-rübe. Die R. verlangt ein feuchtwarmes Klimannd gedeiht am besten auf reichem, tiefgründigem,mildem, gut zu lockernden Lehmboden, der in guterDnngkraft steht, kalkhaltig ist u. Feuchtigkeit anhält.In der Fruchtfolge ist sie nicht wählerisch. Die Fut-terrübe muß stark, dagegen die Zuckerrübe, derenProteingehaltbeschränkt werden soll, schwach gedüngtwerden. Krankheiten der R. sind: der Rost der Blät-ter (Uromzwoa dstas); die Herzfäule, hervorgernfendurch ksronosporg, betao;der Wurzel- od. Rnben-tödter, welcher sich durch Fäulniß des Rübenflcischeskenntlich macht n. durch Küwootonia violaova er-zeugt wird; die Schwärze oder Rußthau, hervorge-rufen durch Uslmintüosporlum rlüoootonon; dieBlattdürre vsparss. dstaocola. Thierische Feindesind: die Larve des schwarzen Aaskäfers, die Larvedes Saatschnellkäfers, die Raupe der Ipsilanenle, dieRübenncmatode u. A. Die R-n sind ein vorzüglichesViehfutter; auch dienen sie als Kaffeesnrrogar unddie Blätter zur Tabaksfabrikation. Der Ertrag derR-n an Knollen ist 30,000 bis 58,500 IrZ, der derZuckerrüben 23,50035,500 KZ pro lia, an Samenvon Samenbeeten 5001000 pro Im. Ryode.

Rimkelrübenzucker. Die Entdeckung des Vor-handenseins krystallinischen Zuckers in der Runkel-rübe wurde 1747 durch Andr. Sigismund Marg-grafin Berlin gemacht; Lampad 1 uswar der Erste,welcher eine R-fabrik anlegte. Er gewann indessendamals nur 22z Rohrzucker. Ä chard und

Hermbstädt erzielten schon bis 5,Achardlegtein Preußen die erste Zuckerfabrik in Cunnern an u.erfand ein neues Verfahren, welches die gleichzeitigeBehandlung großer Quantitäten Runkelrüben be-hufs derZuckerextraction erlaubte. Nach seinem Bei-spiel legte Freiherr von Koppy in Schlesien eine Fa-brik an. Einen bedeutenden Aufschwung nahm dieR-fabrikation infolge der Cvntinentalsperre, doch la-borirte sic noch an großen Mängeln und hatte mitgroßen Schwierigkeiten zu kämpfen, insbesondere mitder damals noch nicht erkannten ungeheuer raschenVeränderung derstkübensäste an der Luft, auch wollteeS noch nicht gelingen, die fremden Stoffe aus denSäften zu scheiden u. mit den über Napoleonl. her-