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Reptilien -
Reptilien (Hierzu 1 Tafel), Roptilla, Kriech-thicre, Wirbelthierklasse, durch Blainville 1818 vonden Amphibien getrennt. Die Klasse der R. enthältsehr verschiedenartig gestaltete Thiere, die sich aberdurch folgende Merkmale als zusammengehörig er-weisen. Ihre Haut ist beschuppt vder bepanzert, sieathmen durch Lungen, ihr rothesBlut erreicht nur dieTemperatur der Umgebung, daher man sie kaltblütignennt, sie legen Eier ab, ans denen den Alten sofortähnliche Thiere entstehen. Die durch Berdicknng derLederhaut entstandenen Schnppenod.Schilderwerdenvon einer zusammenhängenden, häufig abstreisbarcnOberhaut libcrkleidet. Die Schuppen liegen dachsör-migübereinander. Die Schilder berührensich nur mitihren Rändern. Anpassungen an die Lebensweise—Wasser-, Lust- od. Landthiere—sind im Skelet aus-geprägt. Die Wirbelzahl schwankt nach der Größeder Thiere bedeutend, von 30 bis über 400. DasHinterhauptsbein trägt nur einen Gelenkhöcker. DieKiefer tragen Zähne oder Hornscheiden. Der Unter-kiefer besteht aus mehreren Knochenstücken u. wirddurch ein Qnadratbein mit dem Schädel verbunden.Der Schädel selbst zeigt große Übcreinstimmnngsinitdem der Vogel. Äußere Gliedmaßen fehlen theils, od.es sind 4 od. 2 vorhanden. Ihre Bewegungsformensind verschieden. Im Allgemeinen sind sie träge u. be-wegen sich nur augenblicklich schnell u. ruckweise. Ge-hirn u. Rückenmark stehen sich an Umfang n. Gewichtsäst gleich, Geschmack n. Gesühlssinn sind wenig aus-gebildet; als Tastorgan dient häufig die Zunge. DasGehörorgan ist jehrvereinfacht;Geruch n. Gesicht zei-gen dagegen eine höhere Ausbildung. Der Verdan-ungsapparat dieser meist von thierischer Nahrunglebenden Thiere ist vielfach übereinstimmend gebaut.Die meist weitgcspalteneMundöffnungistnur beidenF-lnßschildkröten von weichen Lippen umgeben. Zahn-los sind nur die Schildkröten, welche auf den Kiefer-rändern Hornscheiden besitzen. Die Zunge ist ver-schiedenartig gebaut. Als Athmungsorgane dienen(meist paarige) Lungen. Ihre Stimme ist schwach u.ertönt selten. Das Herz hat 2 unvollständig getrennteKammern und 2 Vorkammern. In den Gefäßencirculirt znm Theil gemischtes Blut, was bei denVögeln und Sängern nicht vorkommt. R. sind stetsgetrennten Geschlechtes und besitzen Copulationsor-gane. Harngefäße u. Geschlechtsorgane münden Ge-trennt in die Cloake. Die Vermehrung geschieht LurchEier, welche bei einigen bereits im Eileiter sich wei-ter entwickeln — man nennt sie dann ovovivipar,d. h. durch Eier lebendig gebärend — meistens aberaußerhalb des Körpers durch den Einfluß der Luft-temperatur zur Entwickelung kommen. Die Schaleder Eier ist entweder lederartig u. dünn, od. derb u.kalkhaltig. Die Entwicklung selbst geht unter Bild-ung von Amnion und Allantois vor sich. Verbrei-tet sind sie über die ganze Welt, selbst in den kälterenKlimaten halten sie sich ans. Meist Landthiere, dochstets feuchte Gegenden vorziehend. Die Wasserbe-wohner setzen ihre Eier auf dem Lande ab. DenNamen R. od. Kriechthiere verdanken sie ihrer krie-chenden Bewegungsform, wobei der Körper auf demBoden schleppt. Die Baumbewohner klettern, andereflattern. Die Arten der kälteren und gemäßigterenZone fallen mit dem Eintritt der kälteren Jahreszeitin einen Winterschlaf, während die Tropenbewohnerzur Zeit der Trockenheit und größten Hitze einen
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sogen. Sommerschlaf abhalten. Ihr geistiges Lebenäußert sich gering. Die meisten werden des Nachtsbeweglich, oder wenn sie der Hunger treibt. 1000lebende, 300 fossile Arten. In der Secnndärzeitwaren die N. die vorherrschende Thiergruppe. ManunterscheidetfolgendcOrdnnngen: Oiiolonis.Li'oA».,Schildkröten, Orocorllllns. OMsl., Krokodile, Opbi-äis. LvoA»., Schlangen, Kauris. Lroy-r., Echsen u.als Fossile: Lnomoäontia Owe», Regelwidrig be-zahnte, ktorosauria Ows», Flugechsen, OinosauriaOwe», Großechsen, 8auropbsrz'§ia Owe», Meer-drachen, Iclltll^oxkerz'ssia Owe», Fischechsen. Lite-ratnr: A. Brongniart, Dssai ä'uns Classificationnaturelle ckss Lsptilss, in ülein. prss. s. i'Inst. 8o.pll/s., 1805; I. Walzer, Natürliches System derAmphibien, Stuttg. 1830; Nich. Owen, LlonoF. ontlls i?ossll lloxtllia ok tlls lloncion OIaz-oto., Lond.1849. Farwick.
Neptilienfonds. Nachdem Bismarck in einerRede vom 30. Jan. 1869 in Sonderheit die Anhän-ger ».angeblichen Agenten des Welfenthnms in einemWurfe mit politischen Jntrignanten und dunklenExistenzen der Presse als Reptilien bezeichnet, wurdeder gerade mit dieser Rede befürwortete Fonds zurUnterstützung der im Interesse der Reichsregierunggegen diese Reptilien schreibenden Literaten u. Preß-agenten im Volksmunde der R. genannt.
Republik (v. lat. Kos publica), ist an sich über-haupt jeder Staat, insofern er ursprünglich das ein-zige n. zwar durch sich selbst, d. h. Lurch seine Ver-nünftigkeit u. Naturnothwendigkeit unmittelbar be-gründete, keiner höheren Bestätigung bedürftige Ge-meinwesenod. öffentlicher Zustand (rsspnbllca)im Gegensätze des engeren Familienkreises darstellt.
Im modernen Sprachgebrauch bezeichnet inan mit R.—Freistaat—dieStaatssorm, in welcher die höchsteGewalt nicht in der Einherrschaft, in den Händeneines Monarchen, sondern in der des gesammten IVolkes als solchen liegt, die Souveränetät der Ge-sammtheit des Volkes u. nicht dem Einzelnen, dein !Fürsten, Monarchen Fnsteht (Volkssouveränetät iinGegensätze zur Fllrstensduveränetät). Die R. trägt ientweder einen mehr demokratischen od. einen mehr >aristokratischen Charakter, doch herrscht, nachdem dieAristokratien im Sinne des Alterthums u. des Mit-telalters überall verschwunden sind, in den jetzt beste- ^henLenR-endasdemokrati!cheElemcntvoru.,insoferndas Volk in denselben nur mittelbar durch die vonihm gewählten Vertreter n. Organe die Staatsgewaltausübt,sind die modernen R-en repräsentativeDemokratien. Die republikanische Staatsform warbei den antiken Culturvölkern in Europa, den helle-nischen Stämmen und den Römern zur Zeit ihrerBlüthe die herrschende und hatte hier meist einen ^mehr demokratischen Charakter, während in den R. >genannten großen italienischen Handelsstädten eineAristokratie vornehmer Geschlechter regierte, welchewieder durch Wahl aus ihrer Mitte einen oberstenLeiter des Staates (Doge rc.) wählten. Übergehendzum modernen Europa sei zuerst noch erwähnt, daßder polnische Staat eine R. genannt wurde, weil dieAristokratie hier den König wählte, und ebenso das'Deutsche Reich als eine N. von Fürsten noch in denStaatsacten des vor. Jahrh. aufgeführt ist, weil sei-^ neu Kaiser die Kurfürsten wählten. Nach der Losreiß-^ nng von Spanienbildeten die 7 niederländischenPro-