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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
Entstehung
Seite
90
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NO Refutation -

Refutation (v. Lat.), Widerlegung; Lehnsauf-kiindigung.

Nega, Kustenflnß in der preuß. Prov. Pommern;entspringt im Kreise Schievelbein desRegbez.Köslin,wird durch die Molstow verstärkt, ist von Wnhrowab 120 üm weit flößbar u. mündet nach einem Lausevon 188 Irm unterhalb Treptow im Regbez. Stettinin die Ostsee.

Regal (v. Lat.), königlich; so v. w. Hoheitsrecht;Bücher-, Maaren-Gestelle; in der Orgel gemein-schaftlicher Name kleiner Rohrwerke.

Regal, Mineral, welches vom Verfügungsrechtdes Grundeigenthllmers ausgeschlossen ist.

Regalbttto, Stadt in der ital. Prov. Catania(Sicilien); Weinbau; 0125 Ew.

Regaldi, Giuseppe, italienischer Dichter undberühmter Improvisator, geb. 1809 zuNovara (Sar-dinien). Schon während seiner Schulstudien folgteer derAnrcgung zur Improvisation mit überraschen-dem Erfolg, bildete von da an sein Talent neben derJurisprudenz, der er sich eigentlich widmen wollte,immer eifriger ans, u. trat bereits mit 24 Jahrenzuerst in Turin, dann in anderen Städten Italiensunter dem größten Beifall auf, zog sich jedoch auchbei der Kühnheit seiner Vorträge die Verbannungaus dem damals österreichischen Italien zu. 1838ging er nach Frankreich, debutirte zuerst in Marseilleu. später in Paris mit der ebenso ergreifend wie schöngedichteten Ode: II salios äs Laut' Rlsna (DieTrauerweide von St. Helena), erzielte einen begci-sterten Erfolg u. regte dadurch die 1840 verwirklichteIdee der Heimholung der Gebeine Napoleons nachFrankreich wesentlich mit an. Nach seiner Rückkehrins Vaterland verwandte R. einige Jahre eifrigenStudiums auf Geschichte; später reiste er nahezu 5Jahre im Orient und in Griechenland. Seit 1853wieder in Italien, verweilte er zur Abrundung seinerStudien u. Reiseerfahrnngen mehrere Jahre in Tu-rin, erhielt dann eine Professur am Liceo zuParma,wurde später Professor der historischenWissenschaftenan der sardischen Universität zu Cagliari n. wirkt seiteiner Reihe von Jahren in gleicher Eigenschaft ander Universität zu Bologna. Er schr.: Ra Zuorra,Tur. 1832 n. ö.; Rossis sstemporanss o psnaats,Voghera u. Genua 1839 u. ö.; 6anti, Neap. 1840;6antr national!, ebd. 1841, 2 Bde.; I>a Libdia,Zante 1852; 1874 erschienen seineRvssrs soslts(Florenz). Bon Prosaschriften veröffentlichte er dieBeschreibung seines Reiselebens im Orient und inGriechenland; ferner den Roman: Dora, Tur. 1866u. ö.; Diseorvo storieo su Roma, Tur. 1868, undverschiedene kleinere Aufsätze. Booch-Artossy.

Regalien (v. lat. RßZalla), so v. w.Hoheilsrechte.Regaliiät, das Recht der Regierung, R. zu besitzen.

Ncgaliren (frz., aus dem span, regulär lieb-kosen), reichlich bewirthen.

klegarri (fr.) Rücksicht, Achtung.

Rcgata, Regatta, ein Wettsegeln oderWett-rndern mit bes. hierauf gebauten Booten. Bei derSegel-N. streiten meist die Boote ein und desselbenClubs gegen einander, bei der Ruder-N. dagegen Clubgegen Club in einzelnen Booten. Auch Kriegsschiffeverschiedener Nationen, die sich in sremden Häfentreffen, veranstalten häufig dergleichen. Wie bei demWettrennen LcrPserde werden bei denR-s bestimmteBahnen durch verankerte Boote markirt, Hindernisse

- Rcgeldetri.

bereitet durch Wendungen der Bahn in spitzen Win-keln rc., Preise ausgesetzt u. dgl. m. Berühmt sind dieengl. Segel-R-s n. die Ruder-R-s zwischen Oxfordund Cambridge; in früherer Zeit zeichneten sich dievcnetianischen R-s-durch Pracht ans. In Deutsch-land sind Hauptplätze dieses anregenden SportsBerlin, Frankfurt a. M. n. Hamburg. Fest-

Regel, güldene, heißt in der Mechanik der Satz,daß man durch jede Maschine an Zeit oder an Wegverliert, was an Kraft gewonnen wird. Beispielehierzu sind die schiefe Ebene, der Flaschenzug u. A.Der Satz ist nur ein spccicller Fall des allgemeinstenNaturgesetzes von der Erhaltung der Energie. Siahl.

Negelation des Eises heißt die von Faradaybeobachtete Erscheinung, daß 2 Eisstücke von 0° (abernicht unter 0°) bei der Berührung zusammenfrieren.Dies geschieht selbst in warmem Wasser; einZusam-mendrücken der Eisstllcke ist nicht nöthig, befördertaber dasGefrieren. Auf derR. beruht das Ballen desSchnees, die Plasticität des Eises u. im Großen dieVerwandlung des Firnschnees in Gletschereis u. diemerkwürdigen Eigenschaftender Gletscher. Die Erklär-ung derR. ergibt sich nach Pfaundler aus derBeschaf-fenheit der Oberflächentheile des schmelzenden Eises.Diese Theilchen nämlich befinden sich in verschiede-nen Stadien, die zwischen der festen Krystallform u.der flüssigen Form liegen. Durch Einwirkung derEis-u.Wasserthcilchen aus einander nimmt das Eisan der einen Stelle ab, an der anderen zu, so daß sichzwischen mehreren Eisstücken vereinigende Brückenbilden können. Daß die R. durch den Druck beschleu-nigt wird, hat feinen Grund in der Erniedrigungdes Schmelzpunktes durch den Druck. Stahl.

Negeldetri (v. lat. RsKuIa äs tribus, Regelüber 3), die Rechnungsart, durch welche in Ausga-ben des praktischen, bes. kaufmännischen Lebens zudrei gegebenen Größen die vierte Proportionale ge-funden wird. Aufgaben, welche durch die R. gelöstwerden sollen, zerfallen in einen bekannten Satz u.einen Fragesatz; die in Frage stehende Zahl (Frage-zahl) wird mit x bezeichnet und zum vierten Miedegemacht, diejenige durch die Aufgabe bekannte, welchemit ihr dieselbe Benennung hat, wird das dritte.Besteht nun zwischen beiden Arten von benanntenZahlen, welche in der Aufgabe Vorkommen, der Zu-sammenhang, daß, wenn die eine Art von Größenwächst, auch die andere zunimmt, so ordnet man diebeiden übrigen Zahlen so, daß die aus dem bekann-ten Satz das erste, die andere das zweite Glied bildet;dann multiplicirt man das zweite Glied mit demdritten u. dividirt durch das erste, so findet man diegesuchte Zahl; darin besteht die gerade R. Wennz B. die Aufgabe ist: 6 ÜA kosten 8 LI, was (d. h.wievielLI) kostenIbÜA? so findet sich nachobigerAn-

weisung: 6 Lg: 15 LZ 8 LI: xLI, x 20;

denn 6:158 : x, 6 x8.15, x20. BenannteZahlen mit verschiedenen Benennungen müssen insolche mit einer Benennung verwandelt werden.Besteht dagegen zwischen beiden Arten von benann-ten Zahlen der Zusammenhang, daß, wenn die eineArt zunimmt, die andere abnimmt, so setzt man dieZahl ans dem bekannten Satz als zweites, die ausdem Fragsatz als erstes Glied; dies Verfahren heißtverkehrte od. umgekehrte R., weil die Zahlendes dritten und vierten Gliedes in der umgekehrten