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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Ratanhawurzel — Räthsel.

Natanhawurzel, s. ivi-amsria.

Ratdold (Rathold), Erhard, hervorragenderBuchdrucker, geh. in Augsburg; ging 1475 nach Ve-nedig, druckte dort bis 1480 gemeinschaftlich mit Pe-ter Loslein in Bernhard Pictor von Augsburg, da-nach allein bis 1516. Seine Druckerzeugnisse, welchesich sämmtlich durch Schönheit auszeichnen, gehörenzu den größten Seltenheiten n. führen von 1490 anein Wappen, in dessen Schild ein nackter Mann steht,welcher in der rechten Hand zwei in einander ge-schlungene, sich anblickende Schlangen hat u. mit ver-linken einen Stern vor den Unterleib hält; der ge-schlossene Helm tragt zwei Bttffelhörner, zwischendenselben ebenfalls ein Stern. Das letzte WerkN-sist das Konstanzer Brevier 1516. R. soll auch derErfinder der mit Blumen verzierten od. aus Blu-men zusammengesetzten Buchstaben (lütboras üo-rentss) sein.

Natekan (Ratkow, Ratkau), Dorf im AmteSchwartau des oldcnburg. Fiirstenthums Lübeck, zurGemeinde West-R. gehörig; 450 Ew. Hier capitu-lirte Blücher 7. Nov. 1806.

Rate! (Rotal), das marokkan. Pfd., 508 §.

Rath, die einem Andern in der Absicht, densel-ben zu einem Entschlüsse, zu einer Handlung zu be-stimmen, mitgethcilte Ansicht od. gegebene Anleitung.Für einen gegebenen R. tritt nur dann Verantwort-lichkeit ein, wenn der R-gebeude, in der Absicht zuschaden, von der Wahrheit abweicht, wenn er ver-tragsmäßig übernommener od. amtlicher Verpflicht-ung zur gewissenhaften N-sertheilung zuwider ge-ralhen hat, od. für die Folgen des R-es sich verbind-lich gemacht hat. Der R. zu einem Verbrechen istTheilnahme an demselben, unter Umständen selbstMiturheberschaft. Im Staats- u. öffentlichen Lebenbezeichnet R. eine Versammlung, ein Collegium vonauserwählten Männern, welches an der Spitze einesStaates, einer Corporation deren Interessen beräthn. darüber entscheidet, auch wol deren Geschäfte nachInnen und Außen leitet; soR. derAmphiktyo-nen, die Gerusia in Sparta, die Bnle in Athen,der Senat in Rom; der N. der Alten und der R.der Fünfhundert in Frankreich, das Collegiumder städtischen Verwaltungs-Behörde (Magistrat,Stadtrath, Gemeinderath), der Verwaltung einesUnternehmens (Verwaltungs-R.) re. Sodann alsTitel bezeichnet R. in erster Reihe einen Beamtenhöheren Ranges mit Stimmrecht im betr. Collegiumu. werden dem Titel als Steigerungen (Rangerhöh-ungen) Geheimer, dann Ober u. endlich WirklicherGeheimer Ober- vorgesetzt. Außerdem aber wird derTitel R. auch sehr häufig als Ehrentitel in allenmöglichen Zusammensetzungen verliehen: Anits-R.,Commerzien-R., Commisstons-R., Hof-R., Ökono-mie-R. rc. —t

Rath, vom, Gerhard, Mineralognnd Geolog,geb. 20. Aug. 1830 zu Duisburg; studirte in Bonn,Gens u. Berlin, wurde 1857 Docent u. dann Pro-fessor der Mineralogie in Bonn. Zahlreiche Abhand-lungen mineralogischen u. geologischen Inhaltes fin-den sich in Poggendorffs Ann.,Ler Zeitjchr. der deut-schen geolog. Gesellschaft, im neuen Jahrb. f. Minera-logie, den Verhandlungen des naturhist. Vereinsfür Rheinland-Westfalen rc. r.

Rathenan (Rathenow), Stadt im Kreise West.Havelland des preuß. Regbez. Potsdam, an der Ha-,

vel, Station der Berlin-Lehrter Eisenbahn; Real-schule 1. O., höhere Töchterschule, 2 Hospitäler, 7optische Anstalten mit Dampfbetrieb (RathenowerBrillen), Wassermühlen, Dampfmahl- u. Ölmühle,Dampfsägewerke, Möbelschrcinereien, Fabrikationlaudwirthschaftlicher Maschinen, Ziegeleien,Kalkbren-nerei, Badeanstalt. Ans dem Friedrich - Wilhelms-Platze steinerne Bildsäule des Großen Kurfürsten,welcher hier 1675 die Schweden besiegte; 9999 Ew.ausschl. Garnison. Hier 14. Ang. 1627 Niederlageder Dänen durch die Kaiserlichen unter Herzog Georgvon Lüneburg. Vgl. S. L. Wagner, Denkwürdig-keiten der Stadt R., Berl. 1803.

Natherius (Rathier), von Verona, Bischof, geb.kurz nach 890 im Lüttichschen; wurde im Kloster Lö-bach gebildet, ging mit Hildnin nach Italien u. wurde931 Bischof von Verona; 934 — 36 ließ ihn KönigHugo wegen seiner aufrührerischen Verbindung mirArnulf dem Bösen von Bayern, der in Italien ein-gefallen war, in Pavia gefangen setzen; nachdem er946 wieder kurze Zeit in seinem Bisthum gewesen,wurde er 952 Lehrer an der Palastschule des sächs.Königshauses, welche Bruno, der Bruder Ottos I.,gegründet hatte, 953Bischof von Lüttich, mußte abervon dort wegen seiner Schroffheit wieder weichen,wurde 961 zum dritten Male Bischof von Verona,mußte 968 auch dieses Bisthnm wieder verlassen,kehrte nach Lothringen zurück n. st. 25. April 974 inNamur. Er war ein eifriger Sittenprediger u. nahmbes. theil am Transsubstantiationsstreite, indem ersich für die Lehre des Paschasius Radbertus erklärte.Seine Werke gaben Peter u. Hieronymus Ballerini,Ver. 1765, heraus; vgl. A. Löffler.»

Vogel, R. u. das 10. Jahrh., Jena 1854, 2 Th.

Nathkeale, Marktstadt in der Grafschaft Lime-rick der irischen Prov. Munster; Kaserne, Zuchthaus;1871: 1301 Ew. Am Anfänge des 18. Jahrh. lie-ßen sich aus der Pfalz vertriebene Protestanten inder Nähe von N. nieder.

Nathlin, Insel im Atlant. Meere, nördl. vonder irischen Grafschaft Antrim (Prov. Ulster) u. zudieser gehörig; von Fischern bewohnt und mit denRuinen eines Schlosses, in welchem der schott. Volks-Held Bruce 1306 einen Zufluchtsort fand.

Räthsel, die andeutende, umschreibende Bezeich-nnng eines zu errathenden Gegenstandes. Man un-terscheidet: Buchstabenräthsel, vas mit Veränderungeines oder zweier Anfangsbuchstaben eines Wortesabgefaßtist(z.B.Band, Land, Rand, Sand, Tand);Logogriph, Sinnesänderungen eines Wortes durchBeifügung od. Weglassung eines od. mehrerer Laute(z. B. Greis, Reis, Eis); Anagramm,Verwandlungeines Wortes in andere Worte durch Versetzung dersel-benBuchstaben(z. B. Nehe,Heer,Ehre);Palindrom,Umkehr eines Wortes zu einem anderen (z. B. Ro-ma, Amor); Homonym, Gebrauch eines Wortes inverschiedener Bedeutung (z. B. einen Gegenstandverlegen, d. h. ihm eine unrichtige Stelle anweisen,n. ein Buch verlegen, d. h. in Verlag nehmen), Re-bus oder Bilderräthsel. Unterschied zwischen demRäthsel im engeren Sinne od. Worträthsel und derCharade od. dem Silbenräthsel, vgl. den Art. Cha-rade. Die Räthsel des Orientes gelten als Sprüchetieferer Weisheit (vgl. d. Art. Sphinx), deren Ver-ständniß eine ungewöhnliche Einsicht erforderte. Beiden Griechen dienten sie zur Prüfung der Geister, zur