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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
Entstehung
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Nadzyn

regiment, seit 1831 als Oberst das 11. Jufantcrieregi-ment u. war zuletzt General der Infanterie u. Chefdes Jngeuieurcorps, auch Mitglied des Herrenhau-ses; er st. in Berlin 5. Ang. 1870. Chef der Linieist sein Sohn von Prinzessin Mathilde ChristianevonClary u.Aldringen 20 ) Fürst Friedrich Wil-helm Anton, geb. 31.Jnli1833, prenß. General-major u. General älasnits des Kaisers, MitglieddesHerrenhauses. 21 ) Prinz Friedrich WilhelmLudwig Bognslaw, Bruder von R. 19) geb.

з. Jan. 1809, preußischer Major u. Mitglied desHerrenhauses, dem Kaiser sehrbefreuudet, st. 3. Jan.1873. Sein Sohn von Lcontine, geb. Prinzessin vonClary u. Aldringen 22 ) Prinz Maria Ed mnnd,geb. 6. Sept. 1842, ist VicarinOstrowo, HansprälatdesPapstes, seit Jan. 1874 ein sehr thätiges Mitgliedder Centlnnispartei im Deutschen Reichstage, Ver-fasser mehrerer kirchcnpolit. Schriften, so: Die kirchl.Autorität u. das moderne Bewußtsein, Bresl. 1872.23) Fürst Michael Gereon, dritter Sohn vonR. 15), Johannitercomthur, geb. 24. Sept. 1778,machte unter Kosciuszko die Feldzuge 179294 mit,trat 1807 in die polnische Jnsurrectionsarmee, erhieltdort ein Infanterieregiment u. wurde 1812 von Napo-leon ans dem Schlachtfelde von Smolensk zum Oberstdes 8. Regiments u. nach mehreren ruhmvollen Ge-fechtenznm Brigadegeneralernannt. 1815 beiErrich-tungdesKönigreichs Polen wurde er Senator u. Divi-sionsgeneral. JmAnsstaud Polens wurde er 21. Jan.1831 Oberfeldherr der polnischen Armee, setzte dasHeer in Vcrthcidigungsstand u. commandirte in denGefechten zu Anfang des Krieges im Febr. 1831und in der Schlacht bei Grochow, war aber diesemAmte nicht gewachsen u. rieth zum Frieden. Dochdie exaltirte Partei war gegen ihn, daher legte erseine Feldherrnstelle 26. Febr. nieder u. trat vollPatriotismus als GemeinerindasHeer zurück. NachUnterdrückung der Jnsnrrcction wurde ihm Moskauzum Aufenthalte angewiesen; seit 1836 lebte er inDresden u. st. 24. Mai 1850. Von seiner Ehe mitAlexandra, geb. Gräfin Stecka, stammt sein ErbeFürst Karl, geb. 1. Jan. 1821. Vgl. Kajalowicz,

HaäÄviliani, Wilna 1653; OsnsalvAia, ciu-onmRaäiviiornm,Lrull8borAas1603. Klemschmtdt.»

Nadzyn, so v. w. Radyn.

Radzywillow (Radsiwilow), Stadt im rnss.Gonv. Volhynien, am Nordabhange des ural-kar-pathischen Höhenzuges, dicht au der österreichischenGrenze, etwa 10 Icm von Brody, mit dem es in leb-haftem Verkehr steht; Zollbehörde, lebhafter Schmug-gelhandel; Ausfuhr von Getreiden.Vieh; 7350Ew.

Raema, f. Rhegma.

Rafael (Raffael), s. Santi.

Raff, 1) Georg C h ri stian, bedeutender Schul-mann u. Jugendschriftsteller, geb. 30. Sept. 1748in Stuttgart; studirte in Göttingen und war zuletztRector am dortigen Lhceum. R. st. 5. Juni 1788.Er schr. u. a.: Geographie für Kinder, Götting. 1776

и. ö.; Naturgeschichte für Kinder, ebd. 1778, 16. A.1861. 2) Anton, hervorragender Sänger, geb.1714 in Gelsdorf; war Haushofmeister bei demHerrn von Gudenau in Gelsdorf; machte durch seineschöne Stimme von sich reden n. ging 1736 aufVer-anlafsnngdes Kurfürsten von Bayern nach München,wo er bei Ferandini, dann nach Bologna, wo er beidem berühmten Bdrnacchi Unterricht nahm. Seine

Raffinade.

eigentliche Künstlerlanfbahn begann von 1738; seit-dem betrat er bes. in Italien, Spanien, Deutschland,überall mit Begeisterung ausgenommen, die Buhne.In seinen älteren Jahren ließ er sich in Münchennieder, gab Gesangunterricht, zog sich dann auch vondieser Thätigkeitzurück n. st. 28. Mai 1797. 3) Jo-sef Joachim, einer der bedeutendsten Componistender Jetztzeit, geb. 27. Mai 1822 zu Lachen, KantonSchwyz, besuchte das Jesnitencollegium daselbst,nahm dann eine Lehrerstelle an, verließ aber dieselbewieder u. widmete sich nach einer ihm von Mendels-sohn gewordenen Anerkennung ganz der Musik. InKöln, wohin ihn Liszt auf einer nach Paris gerichte-ten Reise durch die Schweiz mitnahm, schrieb er mu-sikalische Artikel für Dehns Cacilia, ließ sich zu um-fassenden Studien in Stuttgart nieder, ohne daselbstwesentliche Unterstützung zu finden und ging endlichans Liszts Veranlassung nach Weimar, wo er, imVerkehre mit hervorragenden Fachgenossen, einebedeutende Compositionsthätigkeit entfaltete, z. B.mit der Neubearbeitung der schon in Stuttgart ent-standenen Oper König Alfred, einer Festouverture,einem Is vsnm (1853), der Violinsonate inL-inoll(1854), einem Streichquartett (1856), einer Musikzum Drama Bernhard von Weimar von WilhelmGenast, der Orchestcrsuite in L-moll, dem 121.Psalm, der Ballade Tranmköuig von Geibel, demConcertstück Die Liebesfee rc. hervortrat, bis er 1856seiner nachmaligen Gattin, der Schauspielerin DorisGenast, nach Wiesbaden folgte. Hier wurde R. baldder gesuchteste Klavierlehrer und lieferte zahlreiche,zum Theil hervorragende Compositionen. Vielfachausgezeichnet, hat er in neuester Zeit einen Ruf alsDirector des Mitte Septbr. 1878 zur Eröffnung ge-langenden Conservatoriums zu Frankfurt a. M. er-halten n. angenommen. R. schrieb bis jetzt über 200Werke, die den verschiedensten Gebieten angehören.Er huldigt der neudeutschen Schule, wie er auch schonschriftstellerisch während seines Weimarer Aufenthalts(Briefean die Neue Zeitschrift fürMusikn.DieWag-nerfrage) für Wagner auftrat. Seine größte Bedeut-ung bekundete er als Orchestercomponist n. zeichnetihn namentlich eine vollendete Beherrschung allertechnischen Darstellungsmittel aus. Hervorragendzu nennen sinddieOper Samson, die PreissymphomeAn das Vaterland, eine Preiscantate, die CantateDornröschen, die Violinsonaten, das Quintett in 6-äur, die Symphonie Lenore (nach Bürgers Gedicht)u. Im Walde, dieSnitein Ungar. Weise op. 194,dasKlavierwerk Die Frühlingsboten rc. 2) s) Siebenrock.

Raffadali, Flecken in der ital. Prov. Girgenti(Sicilieu); 6697 Ew. Hier wurden 1864 großeSteinkohlenlager entdeckt.

Naffcnel, Anne Jean Baptiste, franz. Rei-sender, geb. 26. April 1809 zu Versailles, wurde1825 bei der Civilverwaltung der Marine angestellt,reiste 1826 bis 1845 in Amerika und Afrika (Sene-gambien), wurde 1855 Gouverneur von SamteMarie auf Madagaskar, wo er 2. Juni 1858 starb.Er schrieb: Vozmgs ciaiw 1'L.kiigns oooiilsntnls,Par. 1846 u. chlouvsam vo^nAs on pn/8 äsa noZ-rs8. ebd. 1856,2 Bde.

Raffinade, eine durch eine nochmalige Reinig,ungverbesserte Waare insbes. 1) Hutzucker, s.Zucker.2) Gereinigte Kupfer-, zuweilen auch Blei- oderZinksorten.