132
Hygieine und Training des Radfahrers.
bes Gesichts bet der Fahrt kann wohl geschehen; aber es istzu bedenken, daß, so angenehm die Wirkung des kalten Wassersim ersten Augenblick ist, dasselbe unverzüglich die Zirkulationnach der Seite des Gesichts mehrt, was bei längerem Weilenin brennender Sonnenglut sogar nicht ohne Gefahr ist.
Die Füße verlangen beim Radfahrer auch besonderePflege. Sehr viele Personen haben eine reichliche Schweiß-bildung, woraus Zerstörung der äußeren Haut, Wund-wcrden re. folgt. Man wechsle häufig die Strümpfe, reinigenach jedeni längeren Fahren die Füße, besonders die Stellenzwischen den Zehen, wasche sie mit Nußblätterwasser odereiner Taninlösung (1 auf 100), Alaun (1 auf 100), oder miteiner Abkochung von Eichenrinde. Hierdurch stärkt man dieHaut und macht sie widerstandsfähiger. Auch Kölnisch Wasserist empfehlenswert. Hierauf pudert man die Füße mit einerMischung von Salicyl (3 Ar), Amidon (20 Ar) und Talkum(80 Ar); dies wiederholt man alle Morgen. Auch für diedurch Sattelreibung hervorgerufenen Unzuträglichkeiteneignet sich die angegebene Behandlung. Von großem Wertzur Vermeidung von Wundfahren und Druck ist auch dasTragen eines Suspensoriums.
lieber die für die Nadfahrer-Hygieine überaus wichtigeKleidungsfrage werden wir in einem besonder« Kapitel zusprechen haben.
Nach dieser allgemeinen Betrachtung der Radfahrer-Hygieine kommen wir nun zu dem interessanten Thema deseigentlichen Training. Alle Trainingsmethoden haben eindoppeltes Ziel im Auge: erstens die Muskelenergie des Be-treffenden zu entwickeln, zweitens die Widerstandsfähigkeitdesselben gegen Strapazen zu erhöhen. Das Training mehrtden Umfang der Muskeln und erleichtert die Entfernung desFettes. Denn das Fett schädigt das Training, insofern esdas tote Gewicht erhöht und die Abkühlung des Fahrerswährend der Leistung hemmt. Anwesenheit zu vielen Fettsverlangt bei sonst gleichen Bewegungen vermehrte mechanischeArbeit, verstärkt die aus der fortwährenden Erhitzung des