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Interferenz.
da dann ein Wellenthal mit einem Wellenbergezusammentrisst, u. der Ton unter Umständen znmSchweigen gebracht wird. Man überzeugt sichhiervon sehr leicht vermittelst deS QuinckcschenApparates. Zwei gabelförmige Glasröhren sindmit ihren Enden einmal durch eine» kurzen undferner durch einen langen Kautschuckschlauch der-art verbunden, daß die Differenz der Wege gleichder halben Wellenlänge des Stimmgabel - a ist.Bringt man nun das eine Ende des Apparatesin den Gehörgang, während man an dem andereneine Stimmgabel zum Tönen bringt, so hörtman den Ton der Stimmgabel nicht, nimmt ihnaber sofort wahr, wenn man den einen Weg durchZusammendrücken des KamschuckschlaucheS ver-,-hließt. Aus I. der Schallwellen beruhen u. a.noch die Schwebungen od. Stöße (Lattsmonk),welche wir hören, wenn zwei nahezu, aber nichtmz gleiche (od. auch consouirende) Töne unserOhr treffen, sowie die Lombinationstöne (s. d.).
Die J.-Erscheinuugen des Lichtes wurden zuerstvon Gr> .'.aldi beobachtet, der 1665 in seiner Ab-Handlung: kliz-sieo - Uabüssis äs Inmins denSatz aus,prach, daß Licht zu Licht gebracht Dunkel-heit erzeugen könne. Aber erst Doung (1802)benutzte >>' von Grimaldi u. ihm selbst in ver-vollkomniueter Weise gemachte Beobachtung zumNachweis der Richtigkeit der Wellentheorie desLichtes. Er ließ durch zwei sehr seine u. einan-der sehr nahe Öffnungen vermittelst sarbiger Gläserhomogenes Licht, d. h. Licht von einer Farbe inein dunkles Zimmer fallen u. fing beide Bilderin ihrem Durchschnitt mit einem weißen Schirmeauf. Er beobachtete hierbei Helle u. dunkle Strei-fen, die sofort verschwanden, wenn eine der Öffnun-gen geschlossen wurde. Diese Erscheinung erklärteSsoung dadurch, daß der Phasennnterschicd der beidenLichtwellen an den dunkelsten Stellen ein ungeradesVielfaches (V-, V-, .) einer halben Wellen-
länge, an den hellsten Stellen ein gerades Viel-faches (°/z, 2/z, 4/2 .) einer halben Wellenlänge
betrage. Fresnel benutzte bei dem nach ihm benann-ten Fresnelschen Jnterferenzversnche (1815) zweiunter einem Winkel von nahezu 180° geneigte Spie-gel von schwarzem Glase oder Metall (s. Tas.Optik II. Fig. 1.), auf die er homogenes Lichtfallen ließ. Er erhielt so zwei nahezu nebenein-ander liegende Bilder. Betrachtete er dann denDurchschnitt der von den Bildern zurückgeworfe-nen Lichtstrahlen, so sah er auf dem Schirme ab-wechselnd Helle u. dunkle Streifen; letztere ver-schwanden sofort, wenn er einen der Spiegel be-deckte. Das Zustandekommen dieser J-streifenerläutert die schematische Fig. 2 der soeben citirtenTafel, k ist ein leuchtender Punkt, u. L6die (in der Fig. unter einem zu großen Winkelzusammenstoßendeu) Spiegel, N u. N die beidenSpiegelbilder von sie sind die Mittelpunktevon Kreisen, welche die Äthertheilchen von gleicherSchwingungsphase verbinden, u. zwar streben dieeiner ausgezogenen Kreislinie angehörigen Ather-theilchen alle nach der einen, die einer punktirtenKreislinie angehörigen Theilchen nach der ent-gegengesetzten Seite hin sich zu bewegen. In denPunkten b, u, L stimmt die vom Lichtpunkte Llerregte Bewegung eines Äthertheilchens mit der
von erregten überein, beide Bewegungen unter-stützen einander also, so daß das betreffende Äther-theilchen in verstärkte Oscillation geräth, daß alsoan diesen Punkten das Licht verstärkt wird; inL- s, b, r dagegen ist die Bewegung, die einÄthertheilchen unter der Wirkung von N zu machenstrebt, derjenigen entgegengesetzt, zu der es von dlerregt wird; hier heben beide Bewegungsantriebeeinander auf, so daß in diesenPunkten die Athertheil-chenin Ruhe bleiben, od. daß hier Dunkelheit erzeugtwird. Anstatt des S)ounglchen J-spiegels dient auchdas Pouilletsche J-priSma, ein Prisma von sehrstumpfem Winkel; Las von einem Lichtpunktekommende, durch die beiden den stumpfen Winkeleinschließenden Flächen austretende Licht erscheintdann so, als ob es von zwei etwas von einanderentfernten Lichtpunkten herkäme. Die Abständeoer Hellen J-streifen sind für verschiedenfarbigesLicht verschieden, u. zwar um so kleiner, je näherdie Farbe dem violetten Ende des Spectrumsliegt. Bei Anwendung weißen (od. sonst zusam-mengesetzten) Lichtes erscheinen daher die J-streisenfarbig gesäumt. Aus I. des Lichtes beruhen u. a.Sie Farbenerscheinungen an dünnen Blätt-chen durchsichtiger farbloser Körper. Ein Theildes dieselben treffenden Lichtes wird nämlich an dervorderen Fläche reflectirt, ein Theil aber wird da-selbst gebrochen, tritt in die Schicht ein u. wirdan deren Hinterer Fläche zum Theil wieder reflec-tirt, zum Theil gebrochen u. tritt aus der Schichtins umgebende Mittel aus; der reflectirte Theilgelangt an die vordere Fläche, wo er wieder zumTheil gebrochen wird u. austritt, zum Theil wie-derum ins Innere der Schicht reflectirt wird, u. s. w.Daraus ergibt sich, daß von jedem Punkte derVorderfläche der dünnen Schicht unzählige Strah-len in derselben Richtung zurückkommen: Ein inviesem Punkt reflectirter Strahl, ferner ein Nach-barstrahl, der an der Hinteren Fläche reflectirtwurde; ein zweiter Nachbarstrahl, der dreimal,u. zwar zuerst an der Hinteren, dann an der vor-deren und zuletzt wieder an der Hinteren Flächereflectirt ist, endlich ein 5mal, 7mal u. s. w. re-flectirter Strahl. Alle diese Strahlen werdennun interferiren. Der Einfachheit wegen betrach-ten wir indessen nur die beiden ersten intensivstenStrahlen. Die Schwingungsphasen dieser beidenStrahlen werden aber im Allgemeinen verschiedensein, und zwar aus zwei (Ursachen. Der letztereStrahl hat erstens einen größeren Weg zuruck-gelegt als der erstere, nämlich den Weg von dervorderen Fläche der Schicht durch diese nach derHinteren u. wieder zurück, bei senkrechtem Auffallenalso die doppelte Dicke der Schicht, er ist also dementsprechend in seiner Schwingungsphase gegen denelfteren verzögert; dazu kommt zweitens, daßder eine der beiden Strahlen an einem optischdünneren, der andere an einem optisch dichterenMittel reflectirt wurde, was, da die Schwingungs-richtung bei Reflexion an einem optisch dichterenMittel (nach Fresnel) umgekehrt wird, einer aber-maligen Verzögerung des einen Strahles um seinehalbe Wellenlänge gleichkommt. Ist daher z. B.die Dicke der Schicht V« der Wellenlänge des ro-chen Lichtes, so wird, bei senkrecht auffallendemrothem Lichte, der Gangunterschied beider Strah-