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Bd. 10 (1877) Hansen - Jokuhama
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Indien.

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von der Regierung abhängig machte und strengeMaßregeln gegen Unterschleife und Erpressungenanordnete. Der Compagnie blieb jetzt eigentlichnur noch der Handel mit I. überlassen. Hastings,welchem in England eine schwere Anklage bevor-stand, wurde 1785 abberufen u. interimistisch durchMacpherson ersetzt, 1786 übernahm Lord Corn-Wallis die Stelle des Generalgouverneurs. Da-mals hatte sich ein Häuptling der Mahratten,Mahadschi-Scindiah, erhoben u. die Überreste desMogulreiches u. den Kaiser selbst ganz unter seineGewalt gebracht. Im Dekhan war zu derselbenZeit Tippu eifrig bemüht, seine Herrschaft nachallen Seiten hin auszudehnen. Ein fanatischerMohammedaner, wüthete er gegen die brahmani-schen Fürstenthümer, drängte die Mahratten zu-rück, eroberte Curg und andere Landstriche. Alser 1790 den mit den Engländern verbündetenRadscha von Travancore angriff, gab dies einenAnlaß zum Kriege, in dem er 1792 vor denMauern seiner Hauptstadt Seringapatam zumFrieden niit Verlust seines halben Reiches gezwun-gen wurde. Bald darauf kehrte Cornwallis nachEngland zurück, u. an seine Stelle trat 1793 SirJohn Shore als Generalgouverneur. Damals warder Krieg zwischen den Engländern u. Franzoseninfolge der Französischen Revolution wieder ausge-brochen, und Elftere hatten sogleich Alles, wasFrankreich noch in I. besaß, erobert. Auch gegenHolland, das sich 1795 der Französischen Republikanschloß, bewies sich England in I. feindselig u.entriß derHolländisch-ostindischen Compagnie, welchedurch fortwährende Kämpfe mit den Eingeborenenu. schlechte Verwaltung sehr herabgekommen war,1795 Malakka u. Ceylon u. 1796 die Molukkenu. alle Plätze, die sie auf der Küste von Malabarinne hatte. 1794 war die Englisch-ostindischeCompagnie von Neuem auf 20 Jahre verlängert,ihr aber verboten worden, ohne Erlaubniß derRegierung Eroberungskriege zu führen. Dennochblieb die Politik der Engländer gegen die indischenFürsten so treulos spie früher. Gewöhnlich reiz-ten sie dieselben gegen einander auf, standen demschwächeren bei, besiegten u. beraubten den mäch-tigeren u. entrissen dann auch dem Sieger, indemsie ihn der Undankbarkeit beschuldigten, einen Theilseines Gebietes; so machte es Shore 1796 mitdem Radscha von Tandschnr, dem treuesten Bun-desgenossen der Engländer. Noch immer bliebindessen der gefährlichste Feind, der Herrscher vonMaisur, übrig, der 1797 von den Franzosen auf-gestachelt, einen allgemeinen Aufstand gegen dieEngländer zu erregen suchte. Daher ließ der Nach-folger Shores, der Marquis von Wellesley, 2britische Armeen, die eine unter Harris von Car-natic aus, die andere unter Stuart von Bombay«ns, in Maisur eindringen; Tippu wurde überallgeschlagen, und 4. Mai 1799 Seringapatam mitSturm erobert, wobei er selbst blieb. Sein Reichwurde zwischen den Engländern und dem Nabobvon Dekhan getheilt, bis auf das eigentliche Mai-sur, welchem ein einheimischer Fürst belassen wurde.Von nun an ist die Geschichte des indobritischenReiches eine fortlaufende Reihe von nicht immerauf rechtlichem Wege durchgefllhrten Annexionenindischer Gebiete, so oft auch versucht wurde, Ein-

halt zu thun und Grenzen festgesetzt wurden, bisdas Ziel, die Beherrschung ganz J-s, erreichtworden ist.

Im Jahre 1800 wurden die Nabobs von Arkotu. Surat zur Aufgabe ihrer Länder gegen Pension,1801 der Nabob von Audh zur Abtretung vonRohilkand, 1802 der von Farrakhabad zur Thron-entsagung gezwungen. Einen willkommenen Anlaßzu weiteren Einmischungen gaben die fortwähren-den Streitigkeiten der Mahrattenhäuptlinge (Scind-iah, Holkar u. Bhunsla) unter sich und mit demPeischwa. Gegen den vereinten Bund dieser Häupt-linge, die ihr Heer durch einen französischen Aben-teurer Perron europäisch hatten organisiren lassen(zur angeblichen Unterstützung des Peischwa), ließ derGeneralgouverneur im August 1803 drei Armee-corps in ihr Gebiet einfallen; Arthur Wellesley,sein Bruder, drang mit 23,000 Manu vom De-khan aus, Oberst Murray mit 7000 Mann vonGudscherat ans und Oberst Campbel mit 5000Mann von Gandscham aus vor. General Laketrieb mit 11,000 Mann Perron 11. Sept. ausseiner festen Stellung bei Delhi u. besetzte Delhiselbst, wobei der Großmogul in die Gefangenschaftder Briten gerieth, u. nun nur noch einen Schat-ten von Macht behielt (s. Großmogul). Zugleichmit Lake besiegte Wellesley die Mahratten beiAssayn (23. Sept.), eroberte die Hauptfestung desRadscha von Nagpur, Gavilgarh, mit Sturm u.zwang diesen 17. Dec. 1803 zum Frieden vonDeoganm, in welchem er Cuttack abtrcten mußte.Jetzt mußte auch der Scindiah Frieden schließen, inwelchem er einen beträchtlichen Theil seines Ge-bietes (Broach) u. die Gewalt über den Mogul u.den Peischwa verlor. Schwieriger war der Kampfgegen den Holkar, der nach anfänglichen Erfolgenerst durch die Schlacht bei Dig (s. d.) zurückge-worfen wurde, übrigens durch den Frieden vomDec. 1805 im ungestörten Besitz seiner Staatenblieb und allein auf die Hoheit über das Landnördl. vom Tschumbul u. Buudelkund verzichtete.Alle diese so gemaßregelten indischen Fürsten be-hielten im Innern ihres Landes volle Gewalt u.das Recht, Truppen zu halten, verloren jedoch dasRecht, nach außen hin selbständige Verbindungenzu treffen u. durften ohne Erlaubniß der Britenkeine Europäer in Dienst nehmen.

Trotz dieser Siege waren durch üble Verwaltungdie Finanzen der Englisch-ostindischen Compagniein eine traurige Lage gekommen. Die Einkünfte,obgleich von 7 Will, auf 15 Milk. Psd. gestiegen,deckten die Verwaltungskosten nicht, Schuldenwurden gehäuft, die Armee hatte seit mehrerenMonaten keinen Sold bekommen: der General-Gouverneur Wellesley wurde daher abberufen u.da sein Nachfolger, Lord Cornwallis, kurz nachseiner Ankunst starb, die Verwaltung interimistischdurch Barlow geführt, welcher den Frieden mitHolkar schloß. 1807 wurde Lord Minto General-gouverneur. Sogleich nach seiner Ankunft mußteer einen Aufstand der eingeborenen Truppen derCompagnie (Seapoys) in Madras stillen; 1808 be-setzte er im Einverständniß mit der portugiesischenRegierung Goa, so auch Tranqnebar und die an-deren dänischen Besitzungen in Ostindien ohneWiderstand, 18101812 wurden den Holländern