Druckschrift 
Bd. 17 (1879) Stichlinge - Vacanz
Entstehung
Seite
797
Einzelbild herunterladen
 

Urumia Urwald.

797

zag saium, au^ckinnischeu Consulu 1. SeptemberdSSEmsiu»Är. .In höchster Eile brachte er ein ganziqüiStipImirücssHeer zusammen und 7. Sept. tratcM. Mlmfiezmkn: ab. Brasilien beschleunigte dieMstujigemgtges U. Der brasil. Admiral Taman-dare blökt«« M. Hafenstädte Salto u. Paysandu,eate»k-ti«o»rm«>,cs zu Lande angegriffen, ergab sichv7Ältc^:P«o«qdu widerstand heldenhaft, bis es 2.Jaückitüü.'ueirslürmt wurde. Flores wüthete dannicherchlichi- MLütevideo wurde zu Land u. See ein-gcschlosienj . aber Agnirre gab nicht nach. Am 15.Febr:i1865 ües seine Amtszeit ab, Vilalb a wurdePräsident, bpgann sofort UnterhandlungenmitFloresüiiTgivrLdyiL.u. übergab die oberste Gewalt demGsveoalüLLrak^llo, Flores' Stellvertreter. Die Blo-t«de Mviitcldideos hörte aus, die Führer der Blan-quillos,voran Agnirre, verließen es u. Flores zogim Triumphe 23. Febr. 1865 ein. Flores wurdeprovisorischer Gouverneur der Republik, bildete einMinisterium aus lauter Colorados, erneuerte dievon Agnirre annullirten Verträge mit Brasilien u.stellte die dortige Gesandtschaft U-s wie auch allereligiösen Körperschaften in U. her, nahm PereirasLeeret von 1859 gegen die Jesuiten zurück u. ar-beitete unermüdlich gegen die Blanquillos. Er auto-nsirte mehrere Banken, beförderte den Handel undhob die Zolleinnahmen des Staates. Am 4. Mai1865 unterzeichneteFlores einen Vertrag inBuenos-Ayres, der gegen Paraguay sich richtete. (S. überden Krieg: Paraguay). Flores versprach, 5000 M.regulaire Truppen zu stellen u. war lieber auf demSchlachtfelde brasilianischer General als in U.Präsident. Räuberische Schaaren durchzogen un-terdessen U>, in dessen Innerem wilder Partei-Hader tobte. Durch Decret vom 5. Juni 1865 über-trug Flores die Ausübung der Executivgewalt demMinister des Innern, Antonio Vidal, der seine Au-torität aber nicht geltend machen konnte. Die Colo-rados waren unter sich uneinig. In dem Kriegezwischen Chile u. Peru einer- u. Spanien anderer-seits beobachtete Flores die strengste Neutralität u.ließ dem chilenischen Gesandten Lastarria, der von U.ungestüm die Theilnahme am Kriege forderte, imDcc. 1865 die Pässe zustellen. Am 29. Sept. 1866verließ Flores das Heer der gegen Paraguay Mur-ten u. kehrte heim. Die Wahl eines definitiven con-stitutionellen Präsidenten schob er Lurch ein Manifest4. Nov. 1866 aus ein Jahr hinaus. Die HärteFlores', der nicht ohne politische u. militärische Ta-lente tvar, entflammte seine Gegner zu wildem Hasse,es bildete sich in Montevideo eine Verschwörung,er ließ sie trotz Warnungen unbeachtet n. als dieFührer verhaftet wurden, gab er sie 18. Febr. 1868wieder frei. In der folgenden Nacht aber bereitetendie Blancos Alles zum Staatsstreiche vor, am 19.Febr. wurde Flores auf der Straße in Montevideoerschossen, aber es gelang Bcrro u. den andern Füh-rern nicht, an das Ruder zu kommen; ihre Bandenzerstreuten sich, sie selbst wurden standrechtlich er-schvUen,.Veide Kammern bewilligtenFlores'WittweWextzp^längliche Pension von 12,000 Piastern u.MMMpdie Errichtung eines MarmordenkmalsM^ftÄMontevideo. ImvollstenWiderspruchemit)MßMMichte des Volkes stand das Gesetz, welchesUM tiKan. 1870 an die Todesstrafe in U. abschaffte..nÄtMÄ- März 1868 wurde General L. Battle

einstimmig zum Präsidenten erwählt. Die Ruhewurde hergestellt, aber 1869 wieder gestört, indemeinige in ihren ehrgeizigen Plänen getäuschte An-hänger der früheren Verwaltung dem PräsidentenSchwierigkeiten bereiteten. Im Äug. 1869 wurde dieRevolution erstickt, Carballo geschlagen n. ergriffen,Urquiza unterstützte Battle tüchtig. Im Jan. 1871nahmen die revolutionären Bewegungen wieder zu,aber die Insurgenten wurden bei Montevideo ge-schlagen n. im Juli 1871 nach dem Tode des Ge-nerals Medina war die Blanco-Revolution unter-drückt, worauf allgemeineAmnestie verkündet wurde.

Im November 1871 endete der Bürgerkrieg derBlanquillos u. Colorados, sie einigten sich über einenWaffenstillstand u. gemeinsame Verhandlungen we-gen der künftig cinzuhaltenden Regierungsweise.

Am 1. März 1872 wurde Thomas GomensoroPräsident, 1. März 1873 Jose Elaueri. Ein ge-gen ihn gerichteter Aufstand wurde im Dec. 1874rasch unterdrückt, aber in einem zweiten wurdeElaueri 18. Jan. 1875 vertrieben u.Pedro Var elaPräsident. Im April 1875 beschloß die Legislatur,die Zinsen der Staatsschuld nicht zu zahlen, woge-gen die Vertreter des Auslandes in U. protestirten.Schon im Oct. 1875 zeigte sich eine revolutionäreBewegung, um die Verfassung gewaltsam zu besei-tigen u. am 11. März 1876 gelang es dem OberstenL. Latorre, den Präsidenten zu stürzen. Er ließsich mit diktatorischer Gewalt bis zum Beginne derneuen Verfassungsperiode (l.März 1878) bekleiden.Im Dec. 1876 führte er durch Decret die Gold-währung u. 24. Aug. 1877 ein neues Schulgesetz inkl. ein. Friedliche Zustände sind in U. eine Seltenheit.Vgl. Franckenberg, Darstellung der politischen Ver-hältnisse der Republik U., Buenos-Ayres u. Köln1866; Mulhall,blunckbosü oktirslkivsrl'labsropn-blies, Lond. 1878.(Geogr.>Schroot.lG-sch.Memsch,uidt.

Urumia (Urnmijah, Urmia), 1) auch Schahigenannt), See in der pers. Provinz Aserbeidschau,1210 m über dem Meer, gespeist von dem AdschiTschai, Dschag hat», Tatau u. Gader, von N. nachS. 30 Stunden lang, mit der größten Breite von10 Stunden, von geringer Tiefe. Das Wasser istso salzhaltig, daß keine Fische in ihm existiren kön-nen. In ihm liegen 56 Inseln, darunter 9 größere.2) Stadt in einiger Entfernung westlich von ihm,in fruchtbarer u. wohlangebauter Umgebung; Ein-wohnerzahl ans 3050,000 angegeben.

Urumtsi (Ti-Hua-Tscheu), Stadt in der chin.Provinz Kansu (Dsungarei), bedeutender Gewerbe-betrieb, wichtiger Handel; angeblich 150,000 Ew.Einige Icm westlich davon Knng-Ku, Verbanuungs-ort mit starker Besatzung.

Urup (Compagnie Insel), die südlichste Insel derKurilien (Ostasien) felsig und steil mit russischenAnsiedlern.

Urwahl, bei indirecten Wahlen die Vornahmederjenigen Wahl, durch welche zunächst von sämmt-lichen Stimmberechtigten die sogen. Wahlmänncr,d. h. Personen gewählt werden, deren Beruf esdann ist, durch eine zweite Wahl diejenige Person zubestimmen, welche als Abgeordneter, Gemeindever-treter rc. fungiren soll.

Urwald, der Wald in seinem Ursprungszustande.Frei von jeglicher Einwirkung der Menschen erfolgtin ihm Entstehung, Entwickelung, Leben u. Vergehen