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Bd. 17 (1879) Stichlinge - Vacanz
Entstehung
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792
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792 Urteilskraft

u. Mündlichkeit (s. d.) nöthig gewordenen Modifica-tiouen. So ist z.B- Öffentlichkeit der U-sPublicationvorgeschrieben (Z 174 G.-V.-G.). Unter den im 2.Titel der Civ.-Pr.-O. (88 272—2S4) über das U.enthaltenen Vorschriften ist als eine besondere die desß273überdasTheil-U. hervorzuheben; ein solchessoll nämlich dann erlassen werden, wenn von meh-reren in einer Klage geltend gemachten Ansprüchennur der eine od. andere, od. von einer mehrere An-sprüche enthaltenden Klage nur ein Theil derselben,od. endlich bei erhobener Widerklage entweder nurdie Klage od. nur die Widerklage zur Endentscheid-ung reif ist. Genaue Vorschriften sind über die Be-richtigung von Unrichtigkeiten im U. durch das ur-theilende Gericht in AZ 290 u. 291 getroffen. Wäh-rend die Vollstreckung eines U-s dessen Rechtskraftvcranssetzt, kennt Die deutsche Civ.-Pr.-O. auch Aus-nahmsfälle, in welchen schon vor dem Zeitpunkt derRechtskraft eine vorläufige Vollstreckbarkeitanerkannt wird. Unter Umständen werden von denU-en selbst vollstreckbare Ausfertigungen ertheilt (ZA496, 502, 562, 644, 648 ff.).

II. Im Criminalprocesse fanden gemein-rechtlich zum Theil dieselben Grundsätze wie imCivilprocesse Anwendung. Eine eigenthümliche Artvon U--en bildeten hier die Erkenntnisse auf Ent-bindung von der Instanz (^.bsolutionos ab in-stantia), durch welche die einstweilige Lossprechungdes Angeschuldeten bis aus Erlangung neuer Ver-dachtsgründe ausgesprochen wurde. S. im Übrigenunter Crimiualproceß. Vielfach vereinfacht erschei-nen die Vorschriften über U. in der deutschenStrafproceßordnung von 1877. Die Haupt-vorschrift enthält Z 259, welcher lautet: die Haupt-Verhandlung schließt mit der Erlassung des U-s. DasU. kann nur aus Freisprechung, Verurtheilung od.Einstellung des Verfahrens lauten. Die Ein-stellung des Verfahrens ist anszusprechen, wenn beieiner nur auf Antrag zu verfolgenden strafbarenHandlung sich ergibt, daß der erforderliche Antragnicht vorliegt, od. wen» der Antrag rechtzeitig zu-rllckgensmmen ist. Verschieden sind die Vorschriftenüber Verfahren, Abfassung, Rechtskraft, Vollzug rc.,je nachdem es sich um U-e der Schwur-, Schöfsen-od. Landgerichte, um amtsrichterliche Strafbefehle,um Privatklagesachen u. sogen. Nebenklagen oderdgl. handelt. B-zold.»

Nrtheilskraft , im Sprachgebrauchs des ge-wohnlichen Lebens das Vermögen, Urtheile zu bil-den, d.h. in seinem Denken über das Verhältniß derBegriffe, zu entscheiden. Die U. ist daher zunächstlogisch. Insofern die im logischen Urtheile ausge-sprochenen Beziehungen der Begriffe angesehen wer-den als entsprechend den Verhältnissen u. Bezieh-ungen der Dinge, wird die U. angesehen als dasVermögen diese letzteren Verhältnisse richtig u. derNatur der Dinge entsprechend aufzufassen; sie er-scheint als ein Theil des Erkenntnißvermögens, alstheoretisch. Insofern ein sestgestelltes Urtheil zu-gleich als Regel des Handelns benutzt, die Behand-lung des einzelnen Falles dieser Regel unterworfenu. dadurch entschieden wird, was unter besonderenUmständen zu thun oder zu lassen sei, wird siepraktisch. Man schreibt daher im gewöhnlichenLeben U. demjenigen zu, welcher die Verhältnisse derDinge rasch ».sicher auffaßt n. sein Handeln darnach

— Urthicre.

einzurichten versteht. Kant unterschied zwischen derbestimmenden, welche das Besondere unter einschon bekanntes u. gegebenes Allgemeine unterordnet,u. der reflectirenden U., welche zu dem gegebe-nen Besonderen das Allgemeine sucht. Für dasPrincip, nach welchem die letztere verfährt, erklärteer den Begriff der Zweckmäßigkeit, u. die Untersuch-ung, in wiefern dieses Princip in dem Wohlgefallenam Schönen einerseits, u. in der teleologischen Auf-fassung der Natur andererseits angewendet wird, istder Gegenstand seiner Kritik der U.

Urthiere (krotoML), erster Thiertypus, umfaßtvorwiegend mikroskopisch kleine Thiere von sehr ab-weichender Körperform u. einfachen, weder Gewebenoch Organe aufweisenden Bau. Die Körpersub-stanz ist homogen, gallertig u. contractil, u. wirdSarkode genannt. Dieselbe ist äußerlich zuweilen zueiner Hautschicht, welche Anhänge verschiedener Artträgt, verdichtet, bewahrt aber im Innern ihre Ho-mogenität, da weder Leibeshöhle noch Darm zurEntwicklung kommen. Die nackthäutigen besitzen inden Scheiufllßchen, Psendopodien, fadigen Ausstülp-ungen der Sarkode, Beweguugswerkzeuge. DieBe-häuteten tragen Hautanhänge in Form von Geißeln,Borsten, Wimpern, Gebilde in der Haut von Stab-form werden den Nesselorganen der Cölenteraten andie Seite gestellt. Während die weiche Körpermasseim Innern ein Gerüst von Kalk-u. Kieselnadeln zurStütze erhält, wird der Körper mancher von außendurch eine weiche oder starre, verkalkte Schale abge-grenzt. Nerven n. Muskeln sind nicht nachweisbar.Hellere Körperchen u. gefärbte Stellen deuten aufSinnesorgane hin. Einige besitzen Mund u. An-deutung von einem Darm, andere sind ganz mund-u. darmlos. Die Ernährung geschieht vermittels derScheinsüßchen, indem diese die Nahrungsstoffe um-schlingen, welche dann in der nachfließenden Körper-substanz eingebettet werden, od. durch Aufnahme indie Sarkode derselben selbst, wie bei den beschälten,wo die feinen Poren der Schale zum Durchtritt derScheinfüßchen eine directe Einführung nicht gestatten.Auch findet Ernährung auf Wege der Endosmosestatt. Die Infusorien besitzen einen mit Wimpernoder Stäbchen bewaffneten Mund, einen After u.contractile Blasen, letztere sollen die Respiration ver-mitteln. Die Vermehrung geschieht durch Theilung,Knospung u. Eier. Die Geschlechtsorgane z. B.derInfusorien sind der vielgestaltete Kern als weiblichesu. das ihm benachbarte Kernchen als männlichesOrgan. Die U. erscheinen bereits in den ältestenErdschichten, wonach daher auch ihre Bezeichnunggewählt ist. Man unterscheidet 5 Klassen: 1. LtÜM-poäa, Wurzelfüßer. 2. Inknsoria, Infusorien. 3.LponZiae, Schwämme. 4. OrsAarmae, Gregarinen(s. d. a.). 5. ül^rvv^sboäoa, dazu die Gatt, llloobi-luoa. Die einzige Art dieser Gattung, die bis 1 mmDurchmesser hat u. von Pfirsichform ist. lll. miliarisüberzieht als 3 am dicker Schleim die Meeresober-fläche und wird als wesentliche Ursache des Meeres-leuchtens betrachtet. Erklärung zur Taf. Urthiere:Kleines Glockenthierchen, Vortiosllanalorosroma. Vergr. 300.

1. Ausgewachsenes Glockenthierchen.

a u. d. Wimpertranz. o. Speiseröhre. S. contractile

Blase. «. bandförmiger Kern. k. lorkziehsrartiz einzieh-barer Stiel, g. u. u. Knospen.

2 . Glockenlhierchen in Längstheilung begriffen, a. Stiel.

d. Kern. o. Mnndanlage der neuen Thierchen.