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Wurfes eines neuen Criminalcodex, sprach 1843 u.1844 auf dem Reichstage im Sinne der Liberalen,u. zwar bes. für Centralisation und übernahm dann1844—45 die Redaction des kesti Lirlap. Bei derBewegung von 1848 nahm er seinen Platz an der
Spitze der Codificationssection im Justizministerium,
wurde im Mai mit Pazmandy von der ungarischenRegierung mit der Mission nach Frankfurt an di-Deutsche Centralgcwalt betraut, um zwischen Ungarnu. Deutschland ein Freundschaftsbündniß zu schlie-ßen, die jedoch mißglückte, n. ging dann als Gesand-ter der ungarischen Regierung nach London, wo erjedoch nicht anerkannt wurde. Er lebte daun längereZeit in der Schweiz, ward, nach Ungarn zurückge-kehrt, 1861 von Pest in den ungarischen Landtag ge-wählt u. st. 19. Juli 1864 in Salzburg. Er schriebaußer verschiedenen juristischen Arbeiten u. einigenhistorischen Erzählungen in Ungar. Sprache:rasvÜA törtönsto (Geschichte Ungarns), Lpz. 1850 ff.,6 BLe., deutsch von Wögerer, Pest 1866—75,3 Bde.;NaMar börtsnolmi omkökok (Ungar, geschichtlicheDenkwürdigkeiten), ebd. 1856—60,3 Bde.; 6a1au-bs.1 §räk klsrtsrkLr^ Lliklöo, NaZ/arorsrä^ uä-ckora (Nikolaus Esterhazy v. Galanta, Palatin vonUngarn), ebd. 1862—66, 2 Bde. Vgl. Flegler, Er-innerungen an L. V. S., Lpz. 1866. Lagai.
Szärnos, linker Nebenfluß der Theiß in Sie-benbürgen und Ungarn, entsteht bei Dees aus derVereinigung der Großen S., welche auf der Grenzeder Moldau am Kuhhorn ihren Ursprung hat, undder Kleinen S., welche als Kalte u. Warme S. amNOAbhange des Bihar-Gebirges entspringt; fließthierauf in nordwestlicher Richtung, nimmt rechts denLapos u. links die Kraszna auf n. mündet oberhalbNämeny. Ihr Lauf ist 474 km lang.
Szamos Ujvar, so v. w. Armenierstadt.
Szapäry, ein altes ungarisches Geschlecht, wel-ches 1722 in den Grafenstand erhoben wurde undUngarn n. Österreich mehrere bedeutende Militärsu. Staatsmänner gab. In neuester Zeit hat sich ausihm ausgezeichnet: Graf Ladislaus S., geb. 22.Nov. 1831; trat in ein österr. Cavalerieregiment,wurde 1855 Flügeladjutant des Kaisers u. bereits1862 Commandant eines Husarenregiments, fochtals solcher 1866 in Italien, ward 1869 General-major u. Brigadecommandeur in Pest, 1874 Feld-marschalllieutenant u. Commaudeur der 20. Divi-sion. Mit dieser kam er zur Occupationsarmee 1878nach Bosnien; deren linken Flügel bildend, sollte erAnfang August aus Zwornik Vorgehen, mußte aberbei dem kräftigen Widerstande der Aufständischenden Rückzug gegen die Bosna antreten u. in schritt-weiser Vertheidigung des Terrains sich daraus be-schränken, die unbeschützte Straße von Brod nachSerajewo, die Hauptoperationslinie der kaiserl. Ar-mee, offen zu halten. Dank seiner ausgezeichnetenFührung hielten die Truppen über 14 Tage langan der Bosna aus, den Insurgenten den Übergangaus das linke Ufer derselben wehrend, bis endlichVerstärkung kam. Die Occupationsarmee wurde imScpt. neu organisirt u. er dabei zum Commandan-ten des 3. Armeecorps ernannt. Am 15. rückte erwieder auf der Linie Tuszla-Doboi vor, überall dieInsurgenten zersprengend, u. mit der Vereinigungseines Corps mit dem 4. war Nordwest-Bosnienpacificirt — S-s Werk. Nach vollendeter Occn-
Szczawnica.
pation erhielt er im Octbr. 1878 das Militärkom-mando in Temesvär.
Szarvady, s. Clauß.
Szartias, Marktflecken im Ungar. Comitat Bc-kes, am Körös; evangel. Gymnasium; starke Vieh,zucht; 1869: 22,446 Ew. S. war früher befestigtu. eine bedeutende Stadt, kam aber durch wieder-holte Belagerungen sehr herunter. Noch 1685 wurdeder Ort verwüstet u. erst seit 1722 wieder von evan-gelischen Slawen bevölkert, worauf er 1731 dasMarktrecht erhielt.
Szäsz, Karl, Ungar. Schriftsteller,geb. 15.Juni1829 zu Nagy-Enyed, wo er auch studirte u. 1847eine seiner poetischenErzählungenpreisgekröntwurde.Die Revolution riß auch ihn mit fort, aber nachdemer für sie als Honved gekämpft, studirte er Theolo-gie n. nach längerer Thätigkeit als Gymnasiallehrer,dann als calvinistischer Seelsorger, kam er 1865 inden Reichstag u. endlich 1867 als Sectionsrath indas Cnltus- und Unterrichtsministerium, inzwischenvon der Akademie wie von der Kisfaludyschen Gesell-schaft znm Mitglied ernannt u. mehrmals mit Prei-sen ausgezeichnet. Sein Hauptfeld ist die Lyrik unddie poetische Erzählung, dann besitzt er aber auchein hervorragendes Übersetzertalent, wovon seineÜbertragung des Nibelungenliedes, der GoetheschenGedichte (2 Bde.), Shakespearescher u. MolidrescherStücke rc. ins Ungarische Zeugniß oblegen.
Szathmär (Szatmär), 1) Comitat in Ungarn,wird von den Comitaten Bereg, Marmaros, Szol-nok-Doboka, Szylagy,Bihar u. Szabolcs begrenzt;6491,22ÜKm (117,gsiM) mit (1869) 308,883Ew.(auf 1 sUslcm 47,5, in ganz Ungarn-Siebenbürgen48,Z. Der Boden ist im N.u.O.durchAusläuferderKarpathen gebirgig, im übrigen Theil eben u. theil-wcise sumpfig. Flüsse: Theiß, Szamos, Kraszna,Tur.Batar u. a. Eisenbahnen: Ungar. Nordostbahnmit 75 km. In der Ebene ist das Klima mild u. warmu. der Boden fruchtbar. Products: Weizen, Mais,Flachs, Hanf, Tabak, Obst (namentlich Kirschen u.Zwetschen, aus letzteren wird Slibowitz gebrannt),Kastanien, Wein, Melonen; Rindvieh, Schafe,Schweine, Wild, Fische, Krebse, Bienen (Honig u.Wachs bilden einen bedeutenden Handelsartikel);Gold, Silber, Kupfer, Antimon, Schwefel, Chalce-don, Jaspis rc. 2) (S.-Nemethi) Hauptort darin,königl. Freistadt, besteht aus zwei durch den Sza-mos getrennten Theilen, Station der Ungar. Nord-ostbahn; Sitz eines römisch-katholischen Bischofs (seit1804) mit Kathedralcapitel u. Konsistorium, Ober-gymnasium , bischöfliche Schullehrerbildungsanstalt,theologische Diöcesanlehranstalt, bischöfl. Seminar,Convent der Barmherzigen Brüder (seit 1834), In-stitut der Barmherzigen Schwestern (seit 1842), Fa-brikation von Slibowitz, Leinwand u. Töpferwaa-ren, Handel, namentlich mit Wein u. Slibowitz; 1869:18,353 Ew. 1680 wurde S. vom Fürsten Apafi be-lagert. Hier 1. Mai 1711 Vertrag zwischen demKaiser Joseph I. u. den ungarischen Malcontenten,wodurch der zwischen Leiden seit 1704 dauernde Kriegbeendigt wurde. H. Berns.
Szathmary, Joseph, so v. w. Szigligeti.
Szczalvnica, Dorf u. starkbesuchter Badeort imgaliz. Bez. Nen-Sandec (Österreich), am NAbhangder Karpathen, hart an der Ungar. Grenze; mit sie-ben theils alkalisch-muriatischen, theils eisenhaltigen