schieden war, aber doch später zur Bezeichnung^des griechischen gebraucht wurde. In der nie-derdeutschen Sprache ist er seltener, als in derOberdeutschen, die ihn auch nach einem geschärftenVocale verdoppelt (z. B. straff); 2) bei den Rö-mern als Zahlzeichen: a)§ 40,§od. § 40,000;b) in Rubricirungen so v. w. 6; 3) als Ab-kürzung: a) in römischen Inschriften, in Hand-schriften u. auf Münzen für Mus, isoib u. a.;l>) auf der Stirn entflohener u. wieder gefangenerSklaven eingebrannt, so v. w. ünAitivus (Flücht-ling); o) in späteren Büchern so v. w. §olio(auf der u. der Seite, od. Andeutung der Bogen-größe); ä) im Handel so v. w. Fein (vgl. kk u. t'll);s) auf Wechseln so v. w. §atto; k) auf dem Re-vers von Münzen: an) des deutschen Reichs:Stuttgart; di>) französischer: Angers; so) preu-ßischer: Magdeburg; ää) österreichischer: Hall inTyrol; §) auf der Stellscheibe englischer Uhrenso v. w. kssbsr (geschwinder); st) in thermometri-schen Beobachtungen so v. w. Fahrenheit; 4)F. od.Fl., Zeichen des Fluors; 5) (Musik), s.) die 4.diatonische od. die 6. diatonisch-chromatische Ton-stufe; b) abbrevirt k — lorts. Meyer* Brambach?5s (Musik), s. u. Solmisation.
Faastorg, Stadt im dänischen Amt Svendborg,auf der Insel Fünen, an der gleichnamigen Buchtdes Kleinen Belt; Hospital; vorzüglicher Hafen,Handel (hauptsächlich mit Getreide u. Butter),Schifffahrt (größtentheils mit eigenen Schiffen)Ueberfahrt nach Alsen; 3440 Ew.
5sba (lat.), Bohne, idastas alstss, in der Phar-macie die Samen von kstsssolns vulgaris u. ?st.nanns. Id. osiadsrios, Calabarbohne; I?. äsLonsta, Tonkabohne, Tonkobohne: §. lAnaiii(§. inäios, st'. ksstristuAs), Jgnatiusbohne. Id.stiosturim, Pichnrimbohne rc. Mohr.
Fabüri-Bretin, Flora, ital. Tänzerin, geb.1826 zu Florenz, Tochter eines Balletmeistersvon adeliger Abstammung. Erst voin Vater, seitihrem fünften Jahre von der Torelli unterrichtet,vollendete sie ihre Ausbildung unter CharlesBlasts in Mailand, debntirte sodann mit großar-« tigstem Erfolg im Theater Fenice zu Venedig u.
bereiste, überall gefeiert, Italien, Frankreich,s Deutschland u. Spanien. Nachdem sie die Gattin
! des Tänzers L. Bretin geworden war, kam sie
1847 an der Taglioni Stelle nach Paris zur gro-ßen Oper, zog sich aber später gänzlich von derBühne auf ihre Besitzung in Nobella (Piemont)zurück. Kürschner.
Fabbroni (Fabroni), Giovanni ValentineMattia, ital. Naturforscher, geb. zu Florenz13. Febr. 1752, arbeitete zuerst im Laboratoriumdes Großherzogs Leopold u. wurde, von diesemzum Zweck wissenschaftlicher Studien nach Frank-reich n. England geschickt, nach seiner Rückkehrs Vicedirector, dann Director des physikalischen Ca-s binets des Großherzogs. 1798 reiste er nach
^ Paris u. nahm als Commissar Toscanas an
dem Congreß für Maßeinheiten theil. Währendder langen Kriegsunruhen spielte F. eine bedeu-tende politische Rolle u. bekleidete eine Reihe ad-ministrativer Aemter, wurde 1800 Münzdirector n.Honorarprofessor in Pisa, 1816 Director desl Berg- u. Hüttenwesens n. starb zu Florenz am
17. Dec. 1822. Sein Wissen war ausnehmendumfassend u. seine Schriften handeln von denverschiedensten Gegenständen. Erwähnt seien nur:Dsl Lomdios s äsi Lisso clvAli antiesti, Perugia1782; Insbr. slsmsnt:. ä'L.AriooIönra, Venedig1787; Oniäa a§li ch§riooitori ä'ltnlis, Turin1791; LinFnlsrissiwa spseis äi rostckoni, Vened.1791; Usnisrs äi psrksömonars i vini sie.,Rom 1793; Lzmops. plant, stlorti stotan. ststoront.,Flor. 1797; Istttnra snoansta, Rom 1797; stloo-nomia agraria äsi Ostinssi, Vened. 1802; staListstotsoa sto., Modena 1803; Oultura äe^liantiosti Lstitatori L'ltasta, Flor. 1803; vsllsinisnrs in Asnsrs s äi gnsiis äi oaxaoitä inispsois, Flor. 1804; I?rovvsäiinsnti annonari,das. 1804; lstravitä spss. äsxli Ori s äs^li LrAsnti,Modena 1806; sto Ltatoro ülippiso, ovvsro rili-svi snlla stontä s titolo äsii'oro nativo, äsidron^o sä alters leßsts eonosoiuts in antieo,Livorno 1810. r.
Fabel (v. Lat.), 1) ursprünglich wol eine erdich-tete, od. dichterisch ansgeschmückte n. umgestaltete Er-zählung; 2) seit Jahrtausenden u. jetzt: eine untereiner Fiction od. Allegorie verkleidete Belehrung,nicht identisch, aber verwandt mit Märchen, .Para-bel, Allegorie, Gleichniß, eins angeblich von Äsoposerfundene kurze Erzählung in metrischer od. prosaischerForm, worin nebst Menschen bes. Thiere, aber auchunbelebte Gegenstände handelnd n. redend dargestelltwerden, um durch denVerlauf eine praktische Lebens-regel in anschaulicher Weise zu verdeutlichen. Wirddiese Lebensregel am Anfang od. zum Schluffeausdrücklich hervorgehoben, so nennt man dies dieMoral der F. (gr. Promythion n. Epimythion).Individuen aus der vernnnftlosen Natur wähltder Fabeldichter bes. deshalb, weil dieselben einentypischen Charakter u. bestimmten Instinkt haben,weshalb theils alle weitere Charakterisirung derHandelnden nnnöthig ist, theils dadurch in dieHandlungen u. Ereignisse der Schein einer Noth-wendigkeit gelegt wird. Bon den Märchen unter-scheidet sich die F. durch ihre Moral u. Kürze,von der Parabel durch die Abwesenheit einer re-ligiösen Tendenz (s. auch Allegorie). Die Ent-stehung der F. gehört dem Orient an, n. dieältesten F-n sind in der indischen F-sammlungPantschatantra, für deren Urheber der BrahmineWischnu-Sarma gilt u. die sich als F-n des Bidpaierhalten haben, enthalten. Unter den arabischenDichtern leistete Lokman in der F. das Vorzüg-lichste... Der bekannteste Fabeldichter der Griechenwar Äsopos (s. d.), dessen F-n das Musterbilddieser Dichtungsart für spätere Zeiten wurden. Derfruchtbarste seiner Nachahmer unter den Römernwar Phädrus. Als der älteste deutsche F>dichtererscheint der Stricker in der Mitte des 13. Jahrh.;nach ihm kamen Boner zu Anfang des 14. Jahrh.,dessen F-buch zu den ältesten mit Holzschnittenillustrirten Büchern gehört, und Burkard Waldisim 16. Jahrh. Im 17. Jahrh. machten sich Gayin England u. bes. der (noch jetzt deshalb geschätzte)Lafontaine in Frankreich durch ihre F-n einenNamen.Von ihrer Naivität büßte die F. in DeutschlandManches ein u. näherte sich dafür durch ihre satirischeSchärfe dem Epigramm, namentlich bei Geliert,Gleim, Lichtwer; ein sehr beachtenswerther, jetzt
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