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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
Entstehung
Seite
652
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Lxts. — Externsteine.

eindicken n. als käsige, mörtelartige Masse Zurück-bleiben. Findet gar keine Aufsaugung statt, wiehäufig bei umfänglichen eitrigen Exsudaten desBrustfellsacks, so bahnt sich nicht selten das Exsu-dat einen Weg nach außen oder in ein benach-bartes Organ und ergießt sich dann nach außen.Die Erkennung von Exsudaten an der Oberflächeist leicht, in den tieferen Organen ist sie oftmalskaum unter Anwendung aller denkbaren Mittelmöglich; in manchen Fällen finden sich Exsudate,ohne daß sie im Leben charakteristische Erscheinungengemacht hatten. Die Behandlung besteht theils inVerhinderung der E. durch allgemeine u. örtliche«ntzündungswidrige Mittel n. ist das Exsudat ge-setzt, in Anwendung aufsaugender Mittel, der sog.Resorbentia. In manchen Fällen kann allein Hilfevon chirurgischer Entleerung durch Stich od. Schnittgehofft werden, z. B. bei umfänglichen, über vierWochen bestehenden wässerig-saserstoffigen Ergüssenin den Brnstfellsack (karaesntssio tlioraoio). Kunze.

Lxta (lat.), Eingeweide, s. u. Lxtisxioium.

kx tackte» (lat.), mit Stillschweigen.

kx tempore (lat.), augenblicklich; aus dem Steg-reife. Daher Extemporiren, aus dem Steg-reife reden, einen Vortrag ohneVorbereitung halten,ein Gedicht über ein gegebenes Thema aus. demStegreif machen. LxtsmxorZls, was der Rednerohne Vorbereitung, aus dem Stegreife spricht;Übungsmittel zur Erlernung fremder Sprachen,wobei die Schüler das vom Lehrer Dictirte sogleichin der verlangten Sprache nachschreiben müssen,in neuerer Zeit auch in den Realwissenschaften an-gewendet, z. B. in der Geographie durch Karten-zeichnen in Kartennetzcn.

Extcndiren (v. Lat.), ausdehnen, ausweiten;sich verbreiten, sich erstrecken; durch Einlegen vonStegen, Concordauzstücken rc. ein Format mehrausdehnen, s. u. Buchdrücken. Daher Extensibel,ausdehnbar; Extensibilität, Ausdehnbarkeit;Extension, Ausdehnung,Ausstreckung; E. einesBegriffs, die Anwendbarkeit eines Begriffs aufmehrere Gegenstände; Extensiv, ausdehnend, derAusdehnung nach; Extensive Größe, räumlicheGröße, im Gegensatz zur intensiven. Lxtensnm,»inständiger Nachweis der Ursachen einer Insolvenz.

Extension (lat., Chir.), Ausdehnung, Aus-streuung, das bei der Einrichtung eines Knochen-bruchs oder einer Verrenkung angewandte Ver-fahren, durch einen unterhalbderbetreffendenBruch-vd. Berrenkungsstelle angebrachten Zug die Theilewieder in die annähernd richtige Lage zu bringen,wobei man zugleich oberhalb der betreffenden Stelledas Glied, resp. den Körper fixiren muß, am bestendadurch, daß man einen Gegenzug (Contra°E.) aus-übt. E. u. Contra-E. müssen stets von Gehilfen ans-geführt werden, während der Arzt selbst seine Auf-merksamkeit auf die Bruchstelle od. das verrenkte Ge-lenk richtet. Bei Brüchen bringt man E. u. Coutra-E. am zweckmäßigsten an den zunächst unter undüber der Bruchstelle gelegenen Gliedabschnitteu an.Bei einer Verrenkung gilt für die E. dasselbe, dieContra-E. muß dagegen hier stets dicht oberhalbdes verrenkten Gelenkes angebracht werden. Unterpermanenter E. (auch wolDistraction genannt),versteht man ein in den letzten Jahren in immerallgemeinere Aufnahme gekommenes Verfahren,

durch eine gleichmäßig längere Zeit hindurch an-dauernde E. u. Contra-E. mittelst der verschieden-artigsten mechanischen Hilfsmittel bestimmte Heil- !zwecke zu erreichen. Anwendung findet diese per-manente E. hauptsächlich bei Knochenbrllchen desOberschenkels und dann bei verschiedenen Gelenk-erkrankungeu, z. B. acuter n. chronischer Gelenk- ^entzündung, Knochenfraß, besonders im Hüftgelenke. !

E. Berns.

Exteirsivwirthschaft, s. u. Betriebssysteme.

Extenforen (lat.), Streckmuskeln, Ausstrecker, !diejenigen Muskeln, welche ein vorher gebeugtes jGlied wieder in eine gestreckte, d. h. möglichst ge-rade Richtung bringen u. darin so lange erhalten, !bis dasselbe durch eine erneute Thätigkeil ihrer > ;Antagonisten, der Beugemuskeln (s. d. Art. Beug- > >ung 1) III. B. Seite 315), wieder gebeugt wird. !

Extenuiren (v. Lat.), verdünnen, verkleinern, !schwächen; daher Extenuation, Verdünnung, ^Verkleinerung, Schwächung.

Exter, Friedr., Landschaftsmaler u. Leiter derxylograph. Abtheilung der k. k. Staatsdruckerei in i.Wien, geb. in Therefieufeld (Niederösterreich) 6. !März 1820; Schüler von Höfel in Wien, arbeitete ^dann bei Casp. Braun in München, organisirte1846 die xylographische Abtheilung der k.k. Staats-druckerei. Sein Verdienst ist es, auf typographi- .schein Wege Malerei od. Zeichnung treu wieder- lzugeben. Seine Erfindung ersetzt die Lithographie sin Schwarz- u. Farbendruck u. macht es möglich, !Farben auf fertige Kupferstiche u. Lithographien ^mittels der Buchdruckerpresse aufzutragen (Chroms- !typie). „ Regnet. !

kxtöi-ieur (fr.), das Äußere, äußeres Ansehen. -

Exterminireu (v. Lat.), vertreiben; Exter-mination, Verjagung.

Extern (v. Lat.), außerhalb, äußerlich; daherLxtsrnmu, 1) das Außere; 2) an der Außenseite.Externen, so v. w. Extraneer. Externisten, inFrankreich in den klinischen Instituten diejenigen,welche nicht wirkliche Gehilfen, sondern blos Zu-hörer sind.

Externsteine (Agister-, Egister-, Eggster-, Eg- fgerstersteine), eine merkwürdige Gruppe von Sand- ksteinfelsen mit senkrecht aufsteigenden Wänden am ; 1Fuße des Teutoburger Waldes südlich von Horn )im Fürstenthum Lippe. 5 dieser Felsen, welche ^zwischen 30 u. 40 na hoch sind, bilden die Haupt« igruppe. In den nördlichsten, höchsten (40 m) u.breitesten ist unten eine Kapelle eingehauen, dienach einer noch erhaltenen Inschrift 1115 einge-weiht worden u. worin in Relief St. Peter mitdem Schlüssel ausgemeißelt ist. Außerhalb an dernördlichen Felsenwaud findet sich ein anderes Re- 'liefbild, dessen obere Hälfte die Abnahme Christivom Kreuze darstellt, während sich auf der unteren, ,sehr beschädigten Hälfte zwei menschliche Figuren, >eine Schlange und ein Vogel dargestellt finden.Einige glauben darin Adam u. Eva u. den Sün-denfall zu erkennen, von Andern aber wird diese §Deutung bestritten. An der Ostseite des Felsens > !befindet sich das Bild eines Vogels, der für einen;Adler, aber auch für eine Elster gehalten wird.Seitwärts ist in eine besondere Felsenbank dasHeilige Grab in Gestalt eines fränkischen Sarko-phages eingehauen. Der obere Theil eines zwei-