Exstirpator — Exsudation.
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schwülsten, dann erkrankter Organe, z. B. desAugapfels, der Zunge, der Brustdrüse rc. mitdem Messer oder anderen schneidenden Instrumen-ten, z. B. der Scheere, dem Ecraseur, der galvano-kaustischen Schncideschlinge rc. Die E. ist häufigder einzige noch mögliche Weg zur Entfernungdes kranken Theiles od. Gewächses u. damit zurErhaltung des Lebens, und fast unter allen Um-ständen der sicherste, ain schnellsten zum Ziele füh-rende u. am meisten dauernden Erfolg versprechende.Kann eine Neubildung, bes. eine bösartige, ohneGefährdung wichtiger Organe, entfernt werden, sowäre es thöricht, etwa weil der Kranke Scheu vordem Messer hat, ein anderes Verfahren zu wählen.Namentlich bei bösartigen Neubildungen (Krebsund Sarkom) müssen alle erkrankten Theile nebsteiner Schicht des umgebenden gesunden Gewebes,sowie auch die etwa in Mitleidenschaft gezogenen(angeschwollenen oder schmerzhaften) benachbartenLymphdrüsen entfernt werden, — es sei denn, daßdies nicht ohne Lebensgefahr geschehen könnte —um ein neues örtliches Wiederauftreten der Neu-bildung (locales Recidiv) zu vermeiden, weil da-durch der Erfolg der Operation vereitelt würde,während bei den gutartigen häufig schon ei» blo-ßes Ausschälcn genügt. Was den Zeitpunkt derE. betrifft, so wird man sich bei gutartigen Ge-schwülsten wol dann erst zur Operation entschließen,wenn dieselben so groß geworden sind, daß sie denPatienten belästigen und in seinem Wohlbefindenstören, oder wenn sie an Stellen sitzen, z. B. imGesicht, an den Händen, die das Aussehen desPatienten entstellen (also ans kosmetischen Grün-den). Bei bösartigen oder doch verdächtigen Ge-schwülsten ist es dagegen Pflicht des Arztes, mitaller Energie auf eine möglichst frühzeitige E. zudringen, denn je früher dieselbe unternommenwird, desto leichter ist sie gewöhnlich auszuführenn. desto eher ein günstiger, dauernder Erfolg zuerwarten. Denn dann ist das Übel meist nochlocal, d. h. auf seinen Sitz beschränkt u. das All-zemeinleiden noch nicht beeinträchtigt. Ist dieserst der Fall, hat sich z. B. eine sog. krebfigeDyscrasie od. Krebskachexie entwickelt, so versprichtdie E. keinen Erfolg mehr, ja führt meist nurschneller den tödtlichen Ausgang herbei. Die Artder Ausführung richtet sich in jedem einzelnen Fallnach den gegebenen Verhältnissen. Die Schwierig-seiten der Operation sind abhängig von dem Sitzeder Neubildungen, z. B. in der Nähe einer derdrei großen Körperhöhlen oder anderer lebens-wichtiger Theile wie der großen Nerven n. Gefäßedes Halses, oder ihrer Ausdehnung zwischen denGeweben des Körpers. Auch die Vorhersage so-wie die Nachbehandlung richten sich nach den ge-gebenen Verhältnissen. Bald ist die E. ein unbe-deutender, bald ein lebensgefährlicher Eingriff. Für>ie Nachbehandlung hat sich die antiseptische Me-hode (Behandlung mit Carbol- u. Salicylsänre)ehr bewährt. E. Berns.
Exstirpator (lat. Ausrotter, Vertilger), auchNrudber genannt, ist ein Cultivator, welcher zuröertilgnng des Unkrautes, zur Auflockerung desöodens u. zur Unterbringung des Samens undünstlichen Düngers dient. Er ist ein pflugartigesöeräth, welches an einem Gestell mehrere Schare
trägt. Das Gestell von Holz n. Eisen ruht ausdrei, selten vier Rädern od. ist mittels eines Grin-dels mit einem Vordergestell verbunden od. an derGrindelspitze nur mit einem möglichst hohen, leich-ten Nad versehen. Die Räder können zur Re-gnlirung des Tiefganges höher od. tiefer gestelltwerden. Die Querbalken am Gestell tragen 5, 7,9, 11 u. mehr eiserne Schare in solcher Anordnung,daß die im Hinteren Balken stehenden gerade inder Mitte des Zwischenraumes gehen, welchen dievorderen lassen. Die Schare selbst sind gänsefuß-artig, gewölbt oder messerförmig. Znm Führen,Ausheben und Wenden deS E. sind Sterzen oderHandhaben, ähnlich wie beim Pflug angebracht.In Deutschland unterscheidet man Grubber u. E,n. bezeichnet das Geräth als Grubber, wenn esvermöge seiner starken, schräg abwärts gerichtetenSchare ein Dnrchwühlen u. Lockern des Bodensin größerer Tiefe bewirkt, E., wenn horizontalwirtende, schneidende Schare daran vorhanden sind.In England, wo dieses Geräth erfunden, findetsich nur die Bezeichnung Grubber und man ver-wendet bald diese, bald jene Scharsysteme zu einu. demselben Gestell. Der E. eignet sich besonderszum schnellen Umbruch der Stoppeln, zur Brach-bcarbeitung u. im Frühjahr zur Auflockerung desvor Winter gepflügten Bodens. Seine Leistung istbei einer Breite des Scharsystems von 1,z m 1bis 2 Im pr. Tag; dabei sind 2 Pferde u. 1 Mannerforderlich. Vorzügliche Grubber sind die nachConstruction von Colemann u. Tennant verfertig-ten. Letzteren s. u. Art. Landw. Maschinen, Taf.1, Fig. 6. Rhode.
Exstirpiren (v. Lat.), entwurzeln, ansrotten.
Exsndation (v. Lat.), Austritt von Flüssigkeitans dem unverletzten Gefäßsysteme in Folge einesentzündlichen Zustandes. Die Flüssigkeit ist ent-weder vorwaltend wässerig (seröses Exsudat), oderschleimig, od. faserstoffig, od. eitrig, od. blutig, od.jauchig n. bildet dieselbe immer das wich-tigste Kennzeichen der Entzündung. DieFlüssigkeiten werden bald auf freie Flächen ergossen(freies Exsudat), z. B. auf die äußere Haut, inden Brnstsellsack u. s. w., bald zwischen Gewebs-theile (interstitielles Exsudat), drängt im letzterenFalle dieselben auseinander und ertödtet sie nichtselten, z. B. das croupös-diphtheritische Exsudat,bald endlich wird es in die Gewebszellen selbsteingelagert u. findet man z. B. bei der Muskel-entzündnng ein eiweißartiges Exsudat in denMuskel-zellen selbst (parenchymatöses Exsudat). Die Quan-tität des Exsudats kann sehr verschieden sein undkann differiren zwischen einem kaum sichtbaren zar-ten Beschläge u. einer mehrere Liter betragendenMenge. So findet man in der Bauchhöhle u. imBrustfellsacke nicht selten Exsudate von 7—8—10Litern. Hat sich in irgend ein Organ ein Exsu-dat ergossen, so wird es entweder aufgesogen, d. h.durch die Lymphgefäße wieder in die Säftemasseausgenommen, u. es tritt vollständige Genesung ein,oder nur ein Theil wird aufgesogcn, od. es findetgar keine Aufsaugung statt. Bei theilweiser Auf-saugung werden blos die flüssigen Bestandtheile indie Säftemasse wieder ausgenommen, während diezelligen u. andere festen Bestandtheile sich, soweitsie im weiteren Verlaufe nicht verflüssigt werden,