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Euxanthon — Evangelischer Bund.
hält die E. daraus durch Zersetzen mit Salzsäure.Sie bildet iu reinem Zustande gelbe glänzendePrismen, die sich sehr wenig in kaltem Wasser,leicht in siedendem lösen, eben so in Alkohol.Schwefelsäure verwandelt die E. in letztgenanntenKörper. Leitet man salzsaures Gas durch einealkoholische Lösung der Säure, so bildet sich gleich-falls Euxanthon; Chlor u. Brom bilden Snb-stitutionsprodukte. Die Euxanthinsänresalzesind meistens krystallisirbar; die mit Alkalimetallensind gelb und in Wasser löslich. Am schönstenkrystallisirt das reine Magnesiumsalz. Beim Er-hitzen, bei Behandlung mit conc. Schwefelsäure,sowie beim Hindurchleiten von salzsaurem Gasdurch die alkoholische Lösung gibt die E. Euxan-thon, OigHsOz. Dasselbe bildet sublimirtgelbe Nadeln,,, die sich wenig in Wasser, kaltemAlkohol und Äther lösen; siedender Alkohol löst esleicht u. scheidet es beim Erkalten je nach derConcentration der Flüssigkeit entweder als kri-stallinisches Pulver od. in Nadeln od. Krystall-schuppen ab. E. löst sich in starkeinAmmoniakmitgel-ber Farbe auf. Es gibt beim Schmelzen mit Kali-hydrat zuerst Euxanthonsäure bei höherer
Temperatur Hydrochinon OgUgOz. Michaelis.
Euxanthon, s. Euxanthinsäure.
Ev « . Wörter mit Ev . . . anfangend, diesich hier nicht finden, s. n. En . . .
Eva (so v. w. Mutter der Lebendigen); AdamsWeib s. u. Adam.
Evacuircn (v. lat.), entledigen, räumen;daher Evacuation, Ausleerung; Evacuantia, aus-leerende Mittel.
Evagöras, s. Euagoras.
Evagrius Scholasticus, s. Enagrios.
Evalcsciren (v. Lat.), 1) stärker werden; 2) imPreise steigen.
Evalvircn (v. Lat.), schätzen; daher EVal-vation, Schätzung des inneren Werthes.
Evander, s. Euandros.
Evangeliarrum (Evangelistarium), bei denrömischen Katholiken das Kirchenbuch, in welchemdie evangelischen Perikopen für die einzelnenMessen enthalten sind; in der Griechischen Kircheeine Art Register zum Evangelium, d. h. zudemselben Buche, das in der Römischen KircheE. heißt.
üvangelicsl üNlsnoe, s. Evangelischer Bund.
llvangoliesl k^ieinis, eine kirchliche Secte in Eng-land, 1837 gestiftet, im Gegensätze zu den Hicksiten;j. u. Quäker.
Evangelien»!, so v. w. Evangelium 4).
Evangelieuharinonie, die Zusammenstellungder in den Evangelien enthaltenen Geschichte JesuChristi, entweder so, daß man ein Evangelium,namentlich das des Matthäus zu Grunde legteu. die entsprechenden Abschnitte ans den anderenbeifügte (so das „Evangel. aus Vieren" des Ale-xandriners Ammonins um 250, u. die Kauonesdes Eusebius von Cäsarea), oder man suchte ausden 4 Evangelien mehr in chronologischer Reihen-folge, ohne sich an Ein Evangelium zu binden,ein zusammenhängendes Geschichtsbild Jesu Christizu gestalten (so schon der gnostifche Enkratit Talianin seinem Diabessaron um 170; die lateinische E.des Klosters Fulda u. St. Gallen, letztere mit alt-
hochdeutscher Übersetzung, Otfrieds Krist, derHeliand, 2 deutsche E-n, im 9. Jahrh.; E-nnach bestimmten Grundsätzen von Angustin, Calvin,Chemnitz, Andr. Oslander, Bengel, neuestensSevin, 1867, die 3 ältesten E-n in Eins gear-beitet). Die neuere historisch-kritische Untersuchungder evangelischen Geschichte hat an die Stelle derälteren Harmonistik eine durch gründliche Quellen-kritik ansznmittelnde Geschichte Christi gesetzt. Löffler.
Evaugelienlection, das Vorlesen des Evan-geliums, in der alten Kirche an dem Evange-lienpult, rechts vom Ambon,, vom Diakon od.Lector. Der Ton, in welchem es vorgelesenwurde, heißt Evangelienton (lorms svanAslü).
Evangelische, 1) die Protestanten, weil sienur das Evangelium als Norm ihres Glaubensannehmen u. die Tradition verwerfen. 2) Inder neuesten Zeit besond. Bezeichnung der unirten !Reformirten u. Lutheraner.
Evangelische Brüder, so v. w. Brüder-gemeinde.
Evangelischer Bund (LranAelioal^llianoe),eine Verbindung evangelischer Christen, um eine ^brüderliche Vereinigung zwischen den verschiedenenkirchlichen Gemeinschaften anzubahnen, den Pro-testantismus zu fördern u. zu verbreiten u. den-selben gegen die Angriffe der Römisch-Katholischen !Kirche zu schützen. Ans der ersten Hauptversamm-lung zu Liverpool vom 1.—3. Octbr. 1845wurden 9 Bekenntnißsätze ausgestellt, von denenman die Mitgliedschaft abhängig machte, nämlichdie göttliche Eingebung der Schrift, die Trinität,die gänzliche Verdorbenheit der inenschlichen Natur,die Erscheinung des Sohnes Gottes im Fleisch u.die durch denselben bewirkte Versöhnung, die Recht-fertigung durch den Glauben allein, die Wirksam- ^keit oes heiligen Geistes bei der Bekehrung des !Sünders, das Recht n. die Pflicht des eigenenUrtheils in der Auslegung der heiligen Schrift,die göttliche Einsetzung des Lehramtes u. die Giltig-keit der Taufe u. des Abendmahls als Sacrament.
Ans dieser Grundlage, bei welcher einzelne Secte»,wie z. B. die Quäker u. Plymouthbrüder, aus- >geschlossen waren, andere aber, wie die Baptisten, sThcilnehmer sein konnten, berief man die Lon-doner Versammlung für den 19. Aug. 134S,die unter Culling Eardley Smiths Präsidium ab- >gehalten wurde, an welcher Deutsche u. Nord-amerikaner theilnahmen u. bei der zu den ange-führten Grundsätzen des Vereins noch einer überdie letzten Dinge (Unsterblichkeit, Auferstehung,Weltgericht durch Christum, ewige Seligkeit m!dewige Verdammniß) kam. Auch wurde die Or-ganisation des Evangelischen B-es auf dieser Ver- ^sammlnng so fsstgestellt, daß 7 Zweigvereine für jGroßbritannien u. Irland, die Vereinigten Staatenvon NAmerika, Frankreich, Belgien u. französische ^Schweiz, NDeutschland, SDeutschlaud u. deutscheSchweiz, Britisch 'NAmerika, Westindien gebildet lwurden. In Deutschland, fand der Evangelische B.anfangs wenig Beifall, die streng orthodoxe Parteivermißte in den 9 Sätzen das Centrum und dieFülle reiner christlicher Lehre, u. die gemäßigtePartei, namentlich die Schleiermachersche Schule,tadelte die aufgestellten Formeln. Später nahm aber lauch hier die Theilnahme einen großen Aufschwung, j