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Europäische Sprachen — Eurydike.
Europa besteht jetzt aus den 4 Kaiserreichen:1) Rußland, 2) Oesterreich, 3) Deutsches Reich(mit seinen 4 Königreichen, 6 Großherzogthümern,5 Hcrzogthümern, 7 Fürstenthümern, 3 freienStädten u. dem Reichslandc), 4) Türkei u. den9 Königreichen: 5) Großbritannien n. Irland, 6)Niederlande, 7) Belgien, 8) Schweden n. Nor-wegen, 9) Dänemark, 10) Spanien, 11) Portugal,12) Italien, 13) Griechenland; dem Großherzog-thnm: 14) Luxemburg, den 5 Fnrstenthümern: IS)Lichtenstein, 16) Monaco, 17 Rumänien, 18) Ser-bien, 19) Montenegro (letztere 3 Tributäre derPforte); Len 4 Republiken: 20) Frankreich, 21)Schweizer. Eidgenossenschaft, 22) Andorra, 23)San Marino. (Macht- u. volkswirthschaftlicheVerhältnisse sind unter E. Geogr. behandelt.
Literatur. Hertslet, Lkax ob Lnroxs bz?ll?rsakz- sllmvinA blrs varions politioal awckterritorial OiranAsa rrüielr Iravs taicsn plaessinos tirs Osnsrai Roaos ob 1814, Lond. 1875,3 Bde.; Will, Riskor/ ob tirs iutsiisotual ciovs-Ivpmsnt ok Rurops,. 1864; Draper, Ge-
schichte der geistigen Entwickelung E-s, deutsch,Lpz. 1865, 2 Bde.; Lecky, Histor/ ob tirs riseanck inünsnss ok tirs sxirit ok Rationaiisirr inRuroxs, 3. A., Lond. 1866; Ders., SittengeschichteE-s von Augustus bis Karl d. Gr., deutsch nachder 2. A., Lpz. u. Heidelb. 1870; Geschichte derEuropäischen Staaten, von einer Reihe von Histo-rikern bearbeitet, Gotha 1875 fs. Lagai.
Europäische Sprachen (worunter nur dieCollectiv-Bezeichnnng der in Europa gesprochenenSprachen, nicht aber eine wissenschaftliche Ein-theilung verstanden werden kann) sind verhältniß-mäßig wenig an der Zahl u. gehören zum größtenTheil dem Indogermanischen Sprachstamm an.Von diesem sind am meisten 3 große Sprach-familien vertreten: 1) im S., W. u. SW. diedem nur noch als Gclehrtensprache fortlebendenLateinischen entstammende Romanische in ihrenAbzweigungen: Italienisch, Französisch, Provenza-lisch, Spanisch, Portugiesisch, Rhäto-Romanisch u.mit dem nach SO. versprengten, stark gemischtenwalachischen (rumänischen) Zweig; 2) im N. u.NW. die germanische in ihren Zweigen: Deutsch,Holländisch, Englisch u. Scandiuavisch (Dänisch,Schwedisch, Norwegisch); 3) im O. die slawische,abgezweigt in Russisch, Polnisch, Böhmisch, Wen-disch, Slawonisch, Serbisch. Ihnen schließen sichan aus demselben Stamme die weit weniger ge-sprochene lithauische Familie (Lithauisch, Lettisch)an der Küste der Ostsee, die Reste der früherweit verbreiteten Keltischen (Kymrisch, Gadhelisch)in Wales u. Irland u. das aus dem alten Grie-chisch entstandene Neugriechische in Griechenlandmit dem noch nicht genau festgestellten Albanesischenin der Türkei. In historischer Zeit haben sichzwischen diese durch Krieg und EinwanderungZweige des turanischen Sprachstamincs aus Asienhineingeschoben: das Finnische, Lappische, Ehstnischeim NO., das Türkische im SO., in der Mitteam weitesten nach W. das Ungarische. Ganz verein-zelt endlich u. unverwandt den Übrigen findet sich anden Abhängen der Pyrenäen das Baskische, wahr-scheinlich der Rest des einst weiter verbreitetenIberischen, während sonst jede Spur früher ge-
sprochener Idiome ans dem Munde der euro-päischen Bevölkerung geschwunden ist. Thielemanu.
Europäisches iiiuftland, s. Rußland.
Europäische Türkei, s. Türkei.
Eurolas (a. Geogr.), Hauptstrom in Lakonikä,nach der Sage vom Enrotas, Sohn des Myles,König von Sparta, so benannt, entsprang in Ar-kadien, verschwand dann bei dem Flecken Asea inArkadien eine Zeit lang unter der Erde, kam beiSkiritis wieder zum Vorschein, strömte bei Spartavorbei und mündete in den Lakonischen Bnsen;jetzt Vasilipotamo u. in seinem letzten Laufe Jri.
Lurot'mm LL., Pilzgatt, aus der Fam. der Rzws-nomxosbss-Rnrokloi; wichtigste Art: L. L.spsr§il-1u8 Alanous äs Rarz/, bildet anfangs dünne, spinn-webenartige Überzüge ans organischen Substanzenaller Art; bei etwas Feuchtigkeit n. mangelhaftemZutritt von Luft fructificirt es; an den Fäden,desMyceliums entstehen neben einander 2 kurze Ästedes Mycels, von denen der eine das Ascogon,der andere das Pollinodium ist; beide umschlingensich schraubenförmig, und nun entsteht ein kleinerkugeliger, gelber Frnchtkörper, welcher aus einervielzelligen Hülle besteht u. Schläuche einschließt,in denen je 8 kugelige Sporen durch freie Zell-bildung entstehen. Diese Fruchtform, welche z. B.auf Pflanzcnresten, auf Papier beim schlechtenTrocknen von Pflanzen rc. sich entwickelt, ist schonlange als R. Irsrbariornm bekannt. Auf den-selben Mycelfäden, welche diese Frucht hervorbrach-ten, und auch aus den Ascosporen entsteht eineConidienform, bestehend ans einem an seinemEnde kugelig angeschwollenen Faden, welcher anallen Punkten seines kugeligen Endes Ketten klei-ner kugeliger Conidien abschnürt, so daß der ganzeConidienträger einige Ähnlichkeit mit einemSpreng-wedel hat, daher der Name dieser Form Lsxsr-Aillus Aianeus; dieselbe findet sich auch sehr häufigans Früchten u. Fruchtsäften. Anders Arten, wiez. B. ^8psr§rlln8 ni§er, treten im Ohrschmalzauf; überhaupt hat man diese Formen auf denverschiedenartigsten organischen Substanzen beob-achtet und dürften als Krankheitserreger wohl mireine secundäre Rolle spielen. Engter.
Euryale, eine der Gorgonen, s. d.
Euryälos, 1) E., Sohn des Mekisthcus, kämpfteunter den Epigonen und unter Diomedes vorTroja. 2) E., Sohn des Opheltes, Gefährte desAneas, Freund des Nisos, mit dem er das Lagerder Rntuler überfiel, aber dabei auch umkam.
Euryüätos, ein Ephesier oder Lyder; wurdevon Krösos geschickt, um griech. Truppen anzu-werben, verrieth ihn aber an Kyros; daher ist erim Alterthum als Verräther sprüchwörtlich.
Eurybiädes, Spartaner, Befehlshaberder Ge-sammtflotte Griechenlands gegen Xerxes in denSchlachten bei Artemision nnd bei Salamis.
Eurydike, s. Asteroiden (N. 75).
Eurydike, 1) Gemahlin des Orpheus, welcheauf der Flucht vor Aristäos an einem Schlangen-biß starb. Orpheus bewog die Persephone durchdie Macht seines Spieles zur Herausgabe der E.aus der Unterwelt; da er aber sein Versprechen,sich vor Ankunft auf der Oberwelt nicht nach ihrumzuschen, nicht hielt, wurde er ihrer für immerberaubt. Die Sage ist oft dichterisch behandelt. 3)