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Erfrischnngs - Inseln
Erfurt.
das Mied erhalten wird, doch gewöhnlich Frost-beulen (s. d.) zurück. 2) (Bot.) Eine starke Tein-peraturerniedrignng wirkt in verschiedener Weiseschädlich auf die Pflanzen u. auch auf verschiedenePflanzen in anderer Weise. Einmal wird durchbedeutende Temperatnrerniedrignng, die noch nichtaerade den Gefrierpunkt erreicht zu haben braucht,der Boden so stark abgekühlt, daß der Pflanzenicht soviel Wasser znströmt, als ihr durch Trans-piration verloren geht, so namentlich bei Pflanzenmit zarterer, wenig geschützter Epidermis, dannaber wird bei stärkeren Temperaturernicdrignngenbis auf den Gefrierpunkt oder unter denselbensowol dem Zellinhalt, als auch den MembranenWasser entzogen, welches aus den Zellen n. ansden Membranen austritt, krystallisirt und sich aneinzelnen Stellen des Gewebes als Eis ablagert,wodurch natürlich mehr oder minder starke Stör-ungen in der normalen Beschaffenheit der Ge-webe, namentlich im normalen Zusammenhängeder einzelnen Gewebesysteme hervorgernsen werden.Je wasserarmer ein Pflanzcntheil ist, desto ge-ringer können die Störungen sein, je wasserreicherer ist, desto gewaltsamer sind dieselben. Daherkönnen trockene Samen sehr hohe Kältegradeleicht ertragen, ebenso die jungen wasserarmenKnospen der Bäume u. Sträucher, während nachBeginn der Safrströmung u. nach Entfaltung derKnospen der Frost sehr schädlich wirkt. In vielenWen schadet das rasche Austhauen mehr, als dasallmähliche Gefrieren, weil nämlich bei langsamemAusthauen der ursprüngliche Zustand allmählichdurch langsame Wasserzusuhr zu Membran undInhalt wieder hergestellt werden kann, währendbei raschem Austhauen das nicht möglich ist, unddas Wasser sich in die durch die Contraction derGewebe entstandenen Hohlräume rasch ergießt u.so die normalen Verhältnisse gänzlich gestörtwerden. 3) (Gärtn.) Zum Schutze gegen das E.wendet man das Bedecken der Pflanzen mit Stroh«der anderem trockenen Material u. mit Erde an,welches sowol die schädliche Einwirkung der Kälte,als auch der vorzeitig erwärmenden Sonnenstrahlenmäßigt; die Deckung muß im Frühjahr mit Vorsichttl. oft nur allmählich wieder entfernt werden. Daleichtes E. weniger nachtheilig ist, wenn die Pflanzenlangsam bei trübem oder feuchtem Wetter wiederausthauen, pflegt es auch von sehr günstigerWirkung zu sein, wenn man die gefrorenenPflanzen, nachdem die Temperatur über den Ge-frierpunkt gestiegen ist, mit kaltem Wasser besprengt,ehe die Sonne sie bescheiut. Auch durch das An-oringen von Frostableitern (s. d.) kann man oftenizelne Bäume od. größere Mengen von Pflanzengegen das E. schützen; ist es aber eingetreten n.lucht die ganze Pflanze getödtet, so werden dieerfrorenen Theile bis auf das gesund GebliebeneE "sfleu abgeschnitten u. die dann von der RindeEMm Froststellen an den Stämmen u. Zweigenei mit Stroh u. dgl. gut umwickelt, bisRinde neu gebildet hat; oft zeigen sich. schädlichen Folgen des E-s bei Bäumen erstnächsten oder den folgenden Jahren.
1) Kunze. 2 > Engter. S) Wolde.
Erfrischungs-Inseln, s. Tristan da Cunha.
Erft, Fluß in der preuß. Rheinprovinz, ent-
springt auf der nördlichen Abdachung der E., südl.von Münstereifel, fließt durch den Regbez. Kölnzuerst in nördl. Richtung bis zur Mündung derSchwist u. dann in nordwestlicher bis Caster,darauf durch den Regbez. Düsseldorf in nordöstl.Richtung u. mündet bei Grimlinghausen oberhalbDüsseldorf in den Rhein. Ein Arm, den sic vorihrer Mündung nach Neuß entsendet, ist schiffbargemacht worden u. führt nun von letzterer Stadtals 4 Irin langer E-kanal zum Rhein.
Erfurt, 1) Regierungsbezirk der preuß. Prov.Sachsen; 3530 sHüm (64,n HsM) mit (1875)386,276 Ew. (109 auf 1 Ulflcm, in ganz Preußen74 ans l Ustem); 1871 betrug die Einwohner-zahl 369,353, so daß sie seitdem um 4,gg ge-stiegen ist. Er ist gebildet ans Erfurt, Thcitcndes ehemaligen Thüringer u. Nenstädter KreisesSachsens, der Grafschaft Henneberg, dem preuß.Hohenstein u. Eichsfelde, Nordhausen, Mühlhausen,Treffurt, Voigtei Dorla, 2 Dörfern Hannoversu. eingctanschten schwarzburgischen Ortschaften u.grenzt (ohne die davon getrennten Parzellen) anBrannschweig, den Regbez. Merseburg, Schwarz-bnrg-Sondershausen, Weimar, Gotha, Hessen-Nassau u. Hannover. Da der Regbez. fast dasganze Eichsfeld umfaßt n. auf den südl. Vor-bergen des Harzes, im Gebiete der Unstrut und(die südl. Exklaven) aus dem Thüringer Waldeliegt, so ist sein Boden wellenförmig, eben, hü-gelig u. bergig, nur theilweise sruchthar, ans demgrößten Theile des Eichsfeldes n. dem Thür. Waldewenig ergiebig. Nach der Viehzählung vom lO.Dec.1873 besaß der Regbez.: 19,392 Pferde (darunter13,380, welche vorzugsweise zu landwirthschaft-lichen Arbeiten, u. 2519, welche zu gewerblichenoder Verkehrszwecken benutzt wurden), 35 Esel,.87,248 Stück Rindvieh (darunter 51,584 Kühe),259,292 Schafe (darunter 37,418 Merinos und17,955 veredelte Fleischschafe), 68,529 Schweine,48,653 Ziegen; ferner an Bienenstöcken 15,357(darunter mit beweglichen Waben 3554). Flüsse:Saale, Gera, Unstrut, Wipper, Helbe, Helme,Leine u. Werra. Eisenbahnen: Thüringische66,go Nordhansen-Erfurter 43,7g, Saal-UnstrntHalle-Kassel 90,2g, Hannoversche Staats-bahn 1„g, Bebra-Friedland 4,g,, im Ganzen222,gg km. Die Bewohner treiben Landwirth-schast, Gartenbau, einige Industrie, wie Leinen-,Wollen- und Baumwollenweberei, Spinnerei,Strickerei, Strumpswirkerei, starke Schuhmacherei,Fabrikation von Eisen- und Blechwaaren, Ma-schinen, Gewehren, Chemikalien, Papier, Ta-bak u. s. w., und Handel; die südlichen Exklavennamentlich haben einen lebhaften Bergbau ansEisen- u. Kupfererze u. eine ansehnliche Eisen-industrie. Viele Bewohner des Eichsfeldes wan-dern alljährlich im Frühjahr aus, um anderwärtssich ihren Lebensunterhalt zu erwerben. DieSteuerkraft des Regbez. erhellt ans folgendenAngaben: von je 100 der gcsammten Klassen-steuerbevölkerung waren für das Jahr 1875 zurKlassensteuer veranschlagt 20,^ (in ganz Preußen20,zg), davon 11,27 mit einem Einkommen von140 — 220 Thlr., 0,gg von 450—500 Thlr. n.0,1S von 900—1000 Thlr.; steuerfrei waren 22,0,(in ganz Preußen 27,is). Außer der einen kreis-