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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
Entstehung
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ausstrahlende. Daß die Erde aber auch eine Eigen-wärme besitzt, geht aus mehreren Beobachtungenhervor. Dringt man in die Erde genügend tiefein, so verschwinden die an der Oberfläche bestehen-den täglichen und jährlichen oft sehr bedeutendenTemperaturschwanknngen, u. es wird eine constante,vom Wechsel der Tages- und Jahreszeiten unab-hängige Temperatur wahrgenommen. In den 29 mliefen Kellern des Pariser Observatoriums zeigendie Thermometer eine constante Temperatur von11" 6. Aus der Vergleichung der Temperaturenverschiedener Tiefen in Bergwerken, od. der Tem-peraturen aus verschiedener Tiefe kommender Quel-len, sowie aus Beobachtungen an Bohrlöchern hatsich ergeben, daß die Temperatur des Erdiunernmit der Tiefe znnimmt. Überall hat sich dieserwichtige Satz bestätigt, wenn auch an den einzelnenOrten der verticale Abstand, in welchem die Ther-mometer um einen Grad difseriren, die sog. geo-thermische Tiefeustufe sehr verschieden ist. Reichfand aus 12,936 Beobachtungen, welche er umdas Jahr 1830 in Annaberg an sorgfältig ge-prüften u. in das frische Gestein cingeseukten Ther-mometern machte, die geothermische Tiefeustufe imMittel zu 41,^ m; in den Bergwerken vonKnot-Matson in der Grasschast Watersord in Irland er-gab sich dieselbe zu 31 in, in Schottland zu 63 mu. im Ural zu 2326 m; das ans dein 540 mtiefen Bohrloch zu Grenelle bei Paris fließendeWasser zeigt 27,g" 6.; ein Bohrloch bci Mousdorsim Luxemburgischen zeigt bei 671 m Tiefe 34" 0.Die verschiedene Natur der Gesteine ist von offen-barem Einflüsse auf die Wärmezunahme mit derTiefe; so fand man in Steinkohlengrnben dieWärmezunahme doppelt so groß als in Erzgruben.Ost sind andere locale Ursachen vorhanden; sozeigte sich in einem 300 m tiefen Schacht desMonte-Masfi in Toscana schon für 13 m eineTemperaturzunahme von 1"0.; vulkanische Punktein der Nähe erklären jedoch diese Anomalie. Dem-nach sind die verschiedenen geothermischen Ticfen-stufen sehr ungleich und es kann kein bestimmtesGesetz der Wärmezunahme ausgesprochen werden.Als Mittelwerth der geoth. Tiesenstufe kann manaus deu bisherigen Beobachtungen etwa 33 wannehmcn. Aus den angeführten Beobachtungen,zusammen mit der Thatsache, daß die ans Vul-kanen sich ergießenden Laven in gluthflüssigem Zu-stande Hervorbrechen, hat mau auf einen gluth-flüssigen Zustand des Erdiunern geschlossen. DieE. muß sich, bevor sich eine Erstarrungskruste durchAbkühlung bildete, in bedeutenderem Maße alsgegenwärtig geäußert haben; wahrscheinlich ist sieauf der Erdoberfläche auch erst gegen Ende derTcrtiärzeit gegen die Souneuwärme zurückgetrcten.

Lehman«.

Erdweite, die mittlere Entfernung der Erdevon der Sonne (in runder Zahl 20 Mill. geo-graphische M). Man drückt in diesem Maße großeDistanzen, bes. die Abstände der Fixsterne von der ^Erde aus u. sagt dann z. B. der Fixstern 61 im 'Schwan sei (nach Bessel) 700,000 E-n (700,000x 20 Mill. M) von der Erde entfernt.

Erdwerk, fortificatorischeAnlagen, die nur vonErde aufgeführt sind.

Erdwttlde, Maschine zum Bewegen von La-

Ercchtheion.

sie», bestehend aus einer ausrecht stehenden Wellewelche durch Hebebäume gedreht wird und umwelche sich das die Last bewegende Seil wickelt

Erdwolf (?rotsls8 Seo/fr.), Säugethier-Gaitaus der Fam. der Katzen, Ordnung der,Ra>Athiere. In SAfrika einheimisch?. Imlrmclüeine Hyäne im Kleinen, mit einer Drüsentasche i»welcher ein zibethartiger Stoff ausgeschieden wirdwoher auch wol der Name Zibethhyäne. 2) Auchwol s. v. w. Maulwurfsgrille. Thoms?

Erdwühler (Lunioularia Lpakaeoicksr

Lrckt.), Familie der Säugethiere, die Maulwürfeunter den Nagethieren, mit walzenförmigem Leibdickem Kopf, versteckten Ohren u. Augen u. kurzendzehigen Grabfüßen. Sie gehören meist der alten

Welt an; dahin die Gattungen Blindmaus (Spulen/Äkk.), Erdgräber (Esorlizolins /kt.), Sandgräber(LatlixorAus /kt.) u. a. Thome.

Erdzone, s. n. Erde.

Ercbos (griech. Myth.), die Urfinsterniß, dasDunkel, durch welches die Seelen der Abgeschiedenenans der Oberwelt in die Unterwelt (Hades) kamen.E. ward erzeugt von dem Chaos u. zeugte mitseiner Schwester Nacht den Äther u. den Tag.

Erebus, 1) ein 3770 IN hoher, thätiger Vulkanans dem Antarktischen Festlande Victoria-Land,unter 77" 32'südl.Br.; 1842 von Capitän JamesClarke Roß entdeckt. 2) Kleine Bai im Nördliche»Eismeer, an der Slldwestecke von N-Devon, unteretwa 74" 5' nördl. Br. n. 74° 20' wcstl. L. vonFerro; erhielt ihren Namen von einem Schisse SirJohn Franklins, welcher in derselben 18454Küberwinterte; wurde später eine Hanptstation fürdie Nachforschungs-Expeditionen.

Erec, Held aus dem Kreise der Artus-Sage.Die Geschichte von E. u. Enide, eine bretagmscheErfindung (vgl. die Arthur-Sage u. die Märchendes rothcu Buchs von Herzest, herausgegeben vonSan-Marte, Quedlinburg u. Lpz., 1842, S. 288ff.), wurde im 12. Jahrh. von dem uordsranzösischenDichter Chretien de Trotzes ( ooutsn ä'Lroe,Ausgabe von I. Bekker, in Moritz Haupts Zeit-schrift 10, 373 ff.) u. nach diesem, von misereinHartmann v. Aue (heransg. von Moritz Haupt, Lpz.1839, 1871, u. Bech, Lpz. 1867, 1871 ) bearbeitet.Die französische Erzählung lag dem deutschen Dichterwol in einer anderen Receusion vor, als in deruns bekannten. Über das Verhältniß zwischen bei-den Dichtungen vgl. San-Marte a. a. O. S. 2SSff.; Gervinus Gesetz, der deutschen Dichtung I.,5. Ausl., S. 559 ff.

Erechthciou (Erechtheum), ein Tempel voncomplicirter Anlage auf der Akropolis in Athen,nördl. vomPartheuon; einesder anmnthigstenDenk-mäler griechischer Baukunst, dessen östlicher Raumder Athene Polias, der andere der Nymphe Pan-drosos (daher Pandroseion) geweiht war; auchPoseidon u. der attische Heros Erechtheus wurde»

hier verehrt. In Athenes Tempel war wahrscheim

sich der heilige Ölbaum, welchen die Göttin beidem Streit mit Poseidon um den Vorrang in Whenchuf, u. eine Bildsäule der Göttin; in dem Pan-droseiou vielleicht die Salzwasserquelle, welche beijenem Streite Poseidon hervorsprudeln lüß undwelche, so oft SWind wehte, brauste. Das ältesteE. soll von dem Könige Erechtheus selbst erbaue