Erdmandcln — Erdmannsdörffer.
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besitze, wodurch ein wesentlicher Einfluß auf denLaus der magnetischen Cnrven ausgellbt werde.Um sich nun von den Variationen n. Störungendes E. am einfachsten Rechenschaft zu geben, leitetman denselben von elektrischen Strömen, den sog.Erdsirömen ab, welche den in Rede stehenden Kernin wechselnder Stärke u. Richtung durchziehen, n.schreibt namentlich der Sonne die Einwirkung derUrsache dieser Veränderlichkeit zu, eine Annahme,die namentlich dadurch gestutzt wird, daß die Sonnen-sleckenperiode genau mit der Periode der Varia-tionen des E. zusammenfällt, und Störungen dereinen Periode Störungen der anderen Hervor-bringen. Closterhalftn.
Erdmandcln, 1) Knollen von O/porns S 8 LU-Isntns, sind sehr ölreich u. besitzen einen angeneh-men, dem der Haselnüsse ähnlichen Geschmack; siegeben, roh od. znbereitet, eine nahrhafte speise.Das Öl der E. (Erdmandelöl), von dem dieKnollen etwa 16 °/o enthalten, ist gelb, von an-genehm aromatischem Geschmack n. brennt leicht;die E. sind ferner reich an Stärkemehl, so daßman durch Stampfen der ansgcpreßtcn Knollenmit Wasser ^ ihres Gewichtes Mehl davon ge-winnen kann. 2) So v. w. Erdnuß 2).
Erdmann, 1) Otto Linne, geb. 11. April1804 in Dresden; studirte daselbst n. in Leipzigu. wurde da 1825 Docent, 1827 außerordentlicher,1830 ordentlicher Professor der Chemie; 1842gründete er ein neues chemisches Laboratorium.Ein gründlicher Forscher und Meister in popu-lärer Darstellung, gewann er als Lehrer u. Schrift-steller bedeutenden Einfluß. Er st. 9. Oct. 1869zu Leipzig. E. schr.: Lehrbuch der Chemie, Lpz.1828, 4. Ausl. 1851; Grundriß der Waarenkunde,ebd. 1833, 5. Ausl 1864; Mitredaclenr der 5.Ausl, von Schedels Waarenlexikon, ebd. 1833 bis1835; Herausgeber des Journals für technische u.ökonomische Chemie, 1828—33, n. Mitredacteurdes Journals für praktische Chemie seit 1834.In beiden Journalen zahlreiche Abhandlungen u.chemische Analysen von ihm. 2) Johann Eduard,Philosoph, geb. 13. Juni 1805 in Wolmar (Liv-land); studirte seit 1823 in Dorpat und BerlinTheologie u. Philosophie, letztere bes. bei Hegel,wurde 1829 Pfarrer in Wolmar, ging 1832 wie-der nach Berlin, habilitirte sich 1834 daselbst u.wurde 1836 außerordentlicher u. 1839 ordentlicherProfessor der Philosophie in Halle. E. schr.: Ge-schichte der neueren Philosophie, Lpz. 1834—53,
3 Bde.,- Rechenschaft von unserem Glauben (Pre-digten), Riga 1835, 2. Ausl. Halle 1842; Glau-ben ».Wissen, Berlin 1837; Seele u. Leib, Halle1337, 2. Allst. 1848; Natur u. Schöpfung, Lpz.1840; Grundriß der Psychologie, ebd. 1840, 5.Ausl. 1873; Grundriß der Logik und Metaphysik,M. 1841, 4. Aust. 1864; Vermischte Aussätze,lpz. 1847; Predigtsammlungen, Halle 1850, 1867;Borlesungen über den Staat, ebd. 1851 ; Psycho-logische Briefe, Lpz. 1851, 5. Aust. 1875; Grund-riß der Geschichte der Philosophie, Berl. 1866,
4 Aust. 1870; auch sind mehrere einzelne Vor-ige von ihm unter dem Titel Ernste Spiele,
erl. 1855, 3. Aust. 1875, in Druck erschienen.R-ä?. deutscher Genremaler, geb. 1820 zuBöddeken bei Paderborn; bildete sich in DüsseldorsPierers Umversal-ConverscNions-Lekikon. 6. Aust. V
u. behandelt humoristische Stoffe mit außerordent-lichem Geschick. Besonderen Beifall fanden: Derzufriedene Dorfkllnstler; ein Schuster, seinen Vogelpfeifen lehrend; drei vom Jahrmärkte hcimkehrendeBetrunkene; der Blumenfreund und die Ziegen;der Morgen nach dem Maskenballe rc.
1) r. L> Brambach.» S> Regnet.
Erdmännlein (Erdfräulein, auch Malen), nachder deutschen Mythologie unterirdische Wesen, diein Grotten zu wohnen Pflegen, von guter Ge-müthsart n. den Menschen zngethan waren, ver-irrte Wanderer auf den rechten Weg geleiteten,Hungrige u. Durstige bewirtheten u. armen Leu-ten, die schwere Arbeit hatten, halfen und sie er-quickten. Dagegen haßten sie Hinterlist u. frechenMnthwillen u. verließen gewöhnlich die Gegend,wo sie einmal hintcrgangen wurden.
Erdmannsdorf, Friedrich Wilhelm, Frei-herr von E., Baumeister, geb. 1736 in Dresden;bildete sich auf Reisen in Frankreich, England u.Italien u. wurde herzoglich dessanischer Hofban.Meister; er baute n. A. das Schloß u. den Gar-ten zu Wörlitz. 1796 wurde auf seine und desGrafen Brabek Veranlassung die ChalkographischeGesellschaft in Dessau gestiftet, durch welche er1797 seine in Rom gezeichneten architektonischenStudien mit einer Einleitung heransgab. Er st.1810 in Dessau. Lebensbeschreibung von A. Rode,Dessau 1801. Regnet.»
Erdmannsdorf, 1) Kirchdorf im Kreise Hirsch-berg des prenß. Regbez. Licgnitz, an der Lomnitz;königl. Schloß mit Park; Flachsspinnerei n. Blei-cherei, Leinenweberei, Knochcnmehlfabrik, Stein-bruch; 1320 Ew. Das Schloß gehörte ehemalsGneisenau, wurde 1833 vom König Friedrich Wil-helm III. für seine Gemahlin, die Fürstin vonLiegnitz, angekanft, von der es später FriedrichWilhelm IV. kaufte. In der Nähe die ColonieZillerthal, gegründet von den 1837 ans dem Zil-lerthale Tirols ansgcwanderten Protestanten. 2)Kirchdorf in der Amtshanptmannschaft Flöha derkönigl. sächs. Kreishanptmannschaft Zwickau, an derZschopau, Station der Sächsischen Staatsbahn;Baumwollenspinnerei, Eisengießerei, Holzschrauben-fabrik, große Bleichen; 1038 Ew. H- B-rns.
Erdmannsdörffer, Bernhard, deutscher Hi-storiker, geb. 24. Jan. 1833 zu Altenbnrg; studirtein Jena u. Berlin Philologie n. Geschichte u. habili-tirte sich, nachdem er, als Privatlehrer bei einerdeutschen Familie in Venedig, eingehende Studienan der Marcusbibliothek daselbst über die Beziehun-gen der Republik zu Deutschland zu machen Ge-legenheit gehabt, an der Universilät Jena 1858mit der Schrift: Os oommoreio qnock intsr Vs-nstos sv Esrmanias eivitates asvo msüio in-tsrosssit, Lpz. 1858, als Privatdocent der Ge-schichte; 1859 u. 1860 machte, er im Aufträge derHistorischen Commission in München eine Studien-reise nach Italien bchuft, Sammlung von Ma-terialien für die von dieser Commission herans-gegebcnen deutschen Reichstagsacten, n. habilitirtesich dann 1861 als Docent der Geschichte in Ber-lin. 1863 wurde er Lehrer der Geschichte an derdortigen Kriegsakademie u. 1869 außerordentlicherProfessor an der Universität Berlin. 1871 folgteer als ordentlicher Professor einem Ruse nachII. Baud. 30