Erde.
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Polarzonen, jcnseit des 66z Breitengrades bis,,, den Polen. Hier (wenn die Abweichungen,welche die Refraction der Lichtstrahlen veranlaßt,unbeachtet bleiben) senkt sich die Sonne, wenigstensan den Tagen ihrer höchsten Höhe, gar nicht un-ter den Horizont, geht weder auf, noch unter ; da-gegen erhebt sie sich um die Zeit des entgegenge-setzten Solstitiums gar nicht über den Horizontwird gar nicht sichtbar), u. die Periode, wie langebeides Statt hat, wachst mit der Nähe eines Ortsnach den Polen zu, so daß ans den Polendie Sonne von einer Tag- und Nachtgleiche zuranderen entweder gar nicht über den Horizont sich(trhebt, oder gar nicht unter denselben sich senkt.Hiervon nun ist größtentheils der Unterschied desMnas auf der E., sowie, nebst dem Wechsel derJahreszeiten, die große Verschiedenheit des orga-nischen Lebens ans der E., nach den verschiedenenOrten auf derselben, abhängig.
U. DhnamischeNaturder E. Die Schwereist die allgemeinste Eigenschaft alles Körperlichenans der E. und ihrer selbst; sie ist die Folge derAnziehung der Massentheilchen unter einander u.äußert sich an den Körpern auf der E. darin, daßfie sich gegen den Mittelpunkt der E. zu bewegenssirebeu. Wie jeder andere Planet besitzt die E.sehr wahrscheinlich ein ihr eigenthnmliches Licht(Erdlicht). Ähnlich wie z. B. der von der Sonnelicht erleuchtete Theil der Venus bisweilen mitnnem eignen phosphorischen Scheine leuchtet, sovird auch unsre E. zeitweise leuchtend, und diesist die tiefere Bedeutung, welche Alexander Hum-boldt dem Nordlichte znschreibt, diesen: in denPolargegenden fast ununterbrochen fortdauerndenPchtproceß. Er rechnet hierher noch andere Bei-lstiele irdischer Lichterzeugnng, wie den in derHecht leuchtenden Nebel von 1783 u. 1831, denichtproceß großer Wolken, das durch unzähligeZeethiere hervorgebrachte Leuchten des Oceans.Der bei Neumond auf dem dunkeln Theile desMondes erscheinende Lichtschimmer ist das von derE. auf den Trabanten reflectirte Sonnenlicht.
HI. Materielle Natur der E. Wir kennendie E. nur auf eine sehr geringe Tiefe. Die tief-neu Erdschächte sind kaum niit der Dicke einesIberzuges von Seidenpapier eines Erdglobns vonschon ansehnlichem Durchmesser zu vergleichen. Diegrößte Tiefe des Meeres mag etwa des Erd-!albmessers betragen. Ungleich tiefer aus demInnern des Erdkörpers kommen die Erdmassen,Reiche Vulcane auswerfen; doch bleibt diese Tiefedurchaus uuerforschbar. Die Kenntniß der Stoffe,A "ku Erdkörper, so weit wir ihn in seiner Ober-siache (Erdrinde) kennen, ausmachen, n. in wiefernsik zur Bildung desselben beitragen, ist Gegenstand«er Geognosie.
Organische Natur der E. Von demZeitpunkt an, wo nach der Theorie von Kant u.W , ^ und die übrigen Planeten sich vonin«"?, ungeheurer Gasball existirenden Sonnebegann die individuelle Entwicklung der. icach der Verdichtung zu einer sestflüssigen
und Sonderung in eine Erdveste und Erd-d!-i-- entstanden durch das Zusammenwirken»».„ - > Luderer neu hinzntretender GliederMMgs emsormige, dann immer wechselvollere
PimrS UniversÄ-CoiworsatioiS-LexikM. 8. Aust.
und harmonische Lebensaußcrungen. Auf der mehrn. mehr Wärme an den Weltenraum abgebendenE. bildete sich eine Erstarrnngskruste (Erdrinde),welche zwar noch fortwährend zerrissen von demgegen die Fessel kämpfenden gluthflllssigen Erd-innern endlich befähigt wurde, das noch gänzlich inder Atmosphäre vertheilte Wasser anznziehen undin Becken zu sammeln. E. und Master, letzteresin stetem Kreislauf, traten in Wechselwirkung.Das Meer u. die Atmosphärilien nagten an demUrgestein der Erdrinde; es bildeten sich sedimen-täre Schichtencomplexe, welche bald von Masterbedeckt, bald zu Continenten erhoben waren undneuer Zerstörung anheimfielen. Immer mannig-faltiger, zusammengesetzter wurden die anorgani-schen Gebilde der E., indem sie das organischeLeben vorbereiteten. Mit dem Eintritt des orga-nischen Lebens auf der E. gelangte dieselbe aufihre höchste Entwicklungsstufe.
V. Mythologie. Die E. wurde n. wird vonden meisten wissenschaftlich nicht gebildeten Völkernals ein Gegenstück des Himmels u. wie dieser alsdie obere, so als die untere Hälfte der Welt an-gesehen. So haben z. B. die Eingeborenen Nen-Seelands eine Sage von Rangi, dem Himmel, u.Papa, der E., welche ursprünglich als Gatten ver-einigt, aber durch ihre Kinder getrennt worden.In China ist der Himmel der Vater, die E. dieMutter aller Dinge. In Ägypten war Isis auchdie Göttin der E., die durch den Nil (Osiris) be-fruchtet wurde. Die Griechen ehrten Uranos (denHimmel) n. Ours, od. 6Z (die E.) als das Eltern-paar des ersten Göttergeschlechtes. Im Nordenwar die E. die älteste n. höchste Göttin, wurdeaber mit der Zeit zur Göttin der Unterwelt, dievon ihr (Hel) den Namen Hölle erhielt. Einespätere Erdgöttin war I ö r d h, die erste Gattin Odins,des Himmelsgottes. Deutsche Stämme verehrtenals Erdgötlin od. Mutter E. die Nerthns, welchein Folge eines Schreibfehlers bei Tacitus langeHertha genannt wurde. S.anch dieeinzelnenNamen.
VI. Die Welttheile und das Verhältnis)des Festlandes zum Meer. Obwol man 5Welttheile unterscheidet, so treten bei einem erstenBlick auf die Weltkarte dem Beschauer vier großeLändermassen entgegen, wobei Europa nur alseine nach W. vorgelagerte zerrissene Halbinsel vonAsien erscheint. Europa bildet aber schon deshalbeinen Welttheil für sich, weil es von Asien durchSteppen ».sein unwirthbares Längengebirge sowieim NO durch ewigen Winter getrennt ist; insbe-sondere aber deshalb, weil es das Land der Civi-lisation darstellt, also nicht als Glied eines Welt-theils, sondern als das Haupt der Welt geltenmuß. Auf der andern Seite gibt Amerika dasBild zweier nur durch eine schmale Landenge inZusammenhang stehender Continente. Hier trittaber eindnrch viele Schifffahrtslinien belebtes Meeru. eine prodnctenreiche Inselwelt als ausgezeich-netes Verbindungsglied auf. Deshalb muß Ame-rika als Ein Welttheil betrachtet werden. Denienropäisch-asiatischen Complex schließt sich in süd-westlicher Richtung ziemlich enge der afrikanischeContinent als ungegliederte Maste an, währenddas australische Festland als eine mit Asien zwardurch eine Brücke von Inseln verbundene, im
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