Druckschrift 
Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
Entstehung
Seite
387
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knollig aufgetrieben, in der vorderen Hälfte steisweniaer hoch als breit, Nagel schmäler als dieSchnabelspitze; Flügel mittellang, spitz, die zweiteHandschwingc die längste; Lans kürzer oder kaumso lang als die Mittelzehe, vorn mit querenSchildern; Schiene ü,er der Ferse nackt. DieMännchen (Erpel, Enterich, Rätsch, Warker, Drake,Wpke) haben ein schönes Pracht- oder Hochzeits-kleid, welches zwar dein Sommerkleide der übrigenVögel entspricht, jedoch nicht im Frühlings, son-dern schon vor Eintritt des Winters angelegt wirdu. dann den Winter u. Frühling überdauert. MitEintritt des Sommers weicht es dem unschönen,dem Gefieder des Weibchens, der Ente, täuschendähnlichen Sommerkleide. Dieses unschöne Gewandlegt der Enterich schon an, wenn das Weibchennoch brütet. Da ihn der Federwechsel durch dassäst plötzliche Ausfallen der Schwingen gänzlichslngunsähig macht, so zieht er sich für diese Periodeauf Gewässer, die ihm durch Ausdehnung, ruhigeLage und Pflanzenwuchs Schutz zu gewähren imStaude sind, zurück u. besteht hier diesen Borgangin aller Verborgenheit. Unter entsprechend gün-stigen Lokalverhältnissen sammeln sich dann aufsolchen Teichen wol Hunderte von Mausern,wie die Jägerei die mausernden Erpel nennt, n.gestatten eine äußerst ergiebige, jedoch nur mitHilfe vieler Kähne ausführbare Jagd. Zur Zeit,wenn die Jungen flügge werden, sind auch dieSchwingen der allen Erpel wieder völlig ansge-bildet. Die Ente, welche allein bei den Jungenbleibt, mausert wol nur 2 Monate später. Ausdem männlichen, dem weiblichen Gewände so sehrähnlichen Sommerkleids entsteht wie bereits erwähnt, vor Beginn des Winters das Prachtge-wand, jedoch nicht durch Mauser, sondern Lurchallmähliche Umfärbung der einzelnen Federn, sodaß man nicht seltensarbige Übergänge von einemzum anderen findet. Da sich zudem die währenddes Sommers verloren gegangenen Federn umdiese Zeit der farbigen Umbildung wieder erneuernu. zwar in der Färbung u. Zeichnung des Pracht-kleides, so treten bei den meisten Individuen beideVorgänge, Umfärbung n. Mauser, zugleich ans,ein Umstand, der zu der Behauptung führte, daßsich dis Männchen zweimal, die Weibchen nur ein-mal mauserten. Die E. bewohnen alle Erdtheile,zumeist jedoch die gemäßigten Länder, u. sind so-wol bei ihrem ForlpflanznngSgeschäfle, als auchans dem Zuge durchaus an das Wasser gebunden.Sie brüten auf mit Sumpf- u. Wasserpflanzentheilweise bewachsenen, ruhigen Gewässern, Seen,größeren Teichen, todten Flußarmen, meist zwi-schen Pflanzen verborgen am Boden, doch auchwol aus Kopsbäumen, selbst in Baumhöhlen inunmittelbarer Nähe solcher Gewässer, und legenviele ungefleckte, zart grünliche od. gelbliche Eier.Auf dem Lande bewegen sie sich ungern u. wegenihrer kurzen nach hinten gerückten Füße ungeschickt;dagegen schwimmen sie vortrefflich, fliegen leichtund unter sehr schnellen Flügelschlägeu, die eincharakteristisches, zuweilen sogar laut schallendesGetön veranlassen; sie fliegen schnell, Loch ohnegeschickte Seitenbewegungen. Bon Paaren fliegtstets die Ente dem Erpel voraus; auf dem Zuge,denn es sind Zugvögel, ordnen sie sich wol in

regelmäßige Reihen. Ihre Nahrung besteht sowolaus Vegetabilien, als ans niederen Thieren, vonwelch letzteren sie manche nach entfernten Gegen-den verschleppen mögen. So findet man oft ziem-lich tief im Lande, nicht nur bei geschossenen eineMenge von Schnecken, welche sie nur au der Küstekönnen verzehrt haben, sondern auch dergleichenSchnecken frei lebend, da der Deckel, womit der-gleichen Arten, z. B. die Litorinen, ihr Gehäuseschließen können, dem Thier ein ungestörtes Dnrch-passiren durch den Darmkanal der Ente ermöglicht.Man kann die E. in 2 Gruppen, in Schwimm-und Tauchenten cintheilen. Die Schwimm-enten haben ihre Bezeichnung davon erhalten,daß sie nur schwimmend, nicht aber gänzlich unter-tanchend ihre Nahrung suchen; doch gründet» siebei nicht ganz seichtem Wasser gern. Sie haltensich daher fast stets am Ufer, im Schlamme unddergl. nach Art unserer Hauscnten auf. In derNoth können sie aber alle tauchen, wie es nament-lich bei den noch flugnnfähigen Jungen häufiggeschieht. Ihr Kleid ist annähernd lerchenfarben:ans der Oberseite lebhaft rothbrann bis gelblich-braun mit dunkler Fcdermittc, auf der Unterseiteein hellerer Ton mit feineren Schaftflecken oderSchaftstrichen. Die Jungen und Männchen imSommerkleide Pflegen dunkler als die Weibchenzu sein. Stets besitzen sie einen charakteristischenAlügelspiegcl. 8) Die Tauchenten sind weit aus-schließlicher auf Las nasse Element angewiesen alsdie Schwimmenten, ihr Körper ist breiter und ge-drungener; sie gehen schlecht; verlassen selten dieWasserfläche u. ziehen das offene Wasser dem be-wachsenen Ufer vor; nach ihrer Nahrung tauchensie senkrecht unter, suchen dieselbe ans dem Bode»u. steigen senkrecht wieder empor. Sie leben mehrals die Schwimmeuten von Gethier und besitzendaher oft ein thraniges Fleisch. In Ausbildungeinzelner Theile, bes. des Schnabels finden sichmannigfache Abänderungen, wonach man verschie-dene Gruppen hat unterscheiden wollen. (NachAltnms Forstzoologie, 2. Bd., Berl. 1873). Zuden Schwimmeuten gehört dieStockeute, GemeineWildente, Spiegelente, Märzente, Stoßente (^uavöoaslms 66 am lang, von 1 in Flugbreite,Schnabel fast gerade. Enterich: Kopf, Kehlen.Rückendunkelgrün glänzend, um den MittclhalS ein weißerRing, Ober'brnst braun, verschiedenfarbig schillernd,Hiuterhals, Seiten u. Bauch weißlich, bräunlich,dicht gewellt, Oberrückeu rostbraun, Untcrrückcnschwarzgrün glänzend, Flügeldeckfedern braungrauu. grau, Spiegel grün u. blau, Winterkleid demdes Weibchens ähnlich, doch am Ende des Rückensmit einer Locke (einer aufwärts gekrümmten Feder).Weibchen kleiner, lcrcheugrau, mit weißlichemAugenstrich. Bewohnt den Norden von Europa,Asien und Amerika; liebt Seen, einsame Flüsse,lebt im Sommer paarweise, im Herbste gesellschaft-lich, scheu, fliegt (mit Pfeifentou, Wiwiwi....),taucht und schwimmt gut, geht schlecht; läßt sichzähmen; nistet in Deutschland im April auf bloßerErde, in Sümpfen od. auch auf Baumen, nament-lich auf Kopfbänmeu (Erlen u. Weiden); legt 10bis 16 bläulich-grüne Eier und brütet sie in 4Wochen ans; streicht im Winter von einem Teichezum anderen; frißt Wasserthiere, Gesäme u. Ge-