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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
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Englische Schwestern — Englische Sprache u. Literatur.

häufig schon nach 2—3 Stunden erfolgte; 1525erfolgte der 4. Ausbruch, u. breitete sich die Krank-heit auch in Holland, Deutschland u. Polen aus.Zum 5. u. letzten Mal erschien sie in England1551 n. verschwand von nun an völlig vom Erd-ball. Fast immer herrschte die Krankheit imSommer u. Herbst bei feuchter, nebeliger Witter-ung; es wurden Personen aus allen Lebensaltern,junge u. starke, wie ältere Personen, ebenso Leuteans allen Ständen (so auch König Heinrich VIII.,der jedoch gerettet wurde) von ihr ergriffen. DerE. S. ist eine dem sogenannten Schweißfieber(t?odris miliaris, Friesel, Snsbts miliairs) sehrnahe stehende, wenngleich nicht identische Krankheitgewesen. Bgl. Hecker, Der E. S., Berl. 1834;Haeser, Loriptor. äo snäors avAlieo snxsrstitos,Jena 1847; Hirsch, Histor.-geogr. Pathologie, Erl.1860, Bd. I., S. 258. Kunze.

Englische Schwestern, so v. w. EnglischeFräulein.

EnglischeSpracheu.Literatur. ^.Sprache.I. Geschichte n. Bestandtheile. Die E. S., welchegegenwärtig nicht bloß über Großbritannien, Irlandu. die umliegenden Inseln, sondern auch über dieaußereuropäischen Colonien Englands, wie über dienordamerikanischen Freistaaten verbreitet u. vonnahe an 80 Millionen Menschen gesprochen wird,ist eine aus den widersprechendsten Elementen zu-sammengesetzte, innerhalb Großbritanniens gebil-dete Mischsprache. Diese Thatsache u. ihre Ur-sachen lassen sich am besten in der Geschichte Eng-lands verfolgen. Professor Max Müller gibt inseinen Vorlesungen über die Wissenschaft derSprache (Lpz. 1863) von der Zusammensetzung u.dem grammatikalischen Charakter der E. S. fol-gende Schilderung: „Es gibt vielleicht keine Sprache,die so viele offenbar aus weit entsernten Quellenhergeleitete Wörter enthielte, wie die englische.Jedes Land der Erde scheint einige seiner Wort-sabrikate aus den intellektuellen Markt Englandsgebracht u. zu dieser Weltausstellung von Wort-fabrikaten geliefert zu haben. Lateinische, grie-chische, hebräische, keltische, sächsische, dänische,französische, spanische, italienische, germanische, jasogar hindustanische, malaiische und chinesischeWörter find in bunter Mischung im englischenWörterbuchs zu lesen. Nach den von den Worte»selbst gebotenen Belegen wird es unmöglich sein,dem Englischen unter den anderen festgewachsenenStöcken u. Stämmen der menschlichen Spracheirgend eine Klasse anzuweisen. Wenn wir dieBetrachtung der unbedeutenden Beimischungen beiSeite lassen, so finden wir bei der Vergleichungder teutonischen mit den lateinischen oder neu-lateinischen, d. i. normannischen Elementen imEnglischen, daß die letzteren über die heimischensächsischen Ausdrücke eine entschiedene Majoritäterlangt haben." Thomerel, der alle Wörter inden Wörterbüchern von Robertson u. Websterzählte, stellte die Thatsache fest, daß von der Total-summe von 43,566 Wörtern 29,853 klassischen,13,230 teutonischen u. die übrigen 483 vermischtenQuellen entsprungen sind. Nach dem Zeugnisseseines Wörterbuches u. wenn man das Englischewie eine Mischsprache behandelt, sollte man esdemnach mit dem Französischen, Italienischen u.

Spanischen als einen der romanischen oder neu-lateinischen Dialecte klassificiren. Wenn aber auchSprachen in ihrem Wörterbuchs sehr gemischt er-scheinen, so können sie doch nie in ihrer Grammatikwirklich gemischt sein. . . Wir können im Eng-lischen ganze Sätze bilden, die nur aus latei-nischen oder romanischen Wörtern bestehen, aberAlles was von Grammatik im Englischen ge-blieben ist, trägt unverkennbare Spuren teuto-nischer Arbeit. Was man jetzt im EnglischenGrammatik nennen mag, ist wenig mehr als eineGenitiv- u. eine Pluralendung, Steigcrungsgradeu. ein paar Endungen der Personen u. Zeitendes Verbs. Demnach ist schon das s allein, dasdie dritte Person des Singular des Jndicativs desPräsens bezeichnet, ein unwiderleglicher Belegdafür, daß das Englische in einer wissenschaftlichenKlassifikation der Sprachen, selbst wenn es keineinziges Wort sächsischen Ursprunges beibehaltenhätte, zu der Klasse der Sächsischen gerechnetn. als ein Zweig des großen teutonischen Stam-mes der arischen Sprachenfamilie angesehen wer-den müßte.

Ihrer glücklichen Mischung verdankt die E. S.ihren Neichthum, ihre logische Klarheit u. Schärfe,wie ihre trauliche Herzlichkeit, ihre Kürze ». Ge-drängtheit (die sich vorzüglich bei metrischen Über-setzungen bemerkbar machen), ihre Einfachheit inWortfügung und Formenlehre, überhaupt alle dieEigenschaften, welche sie zu längster Dauer u. all-gemeinster Verbreitung zu befähigen u. zu bestimmenscheinen. Der Kern der Sprache ist und bleibtdeutsch; deutsch ist die Betonung, die gerade in derE-n S. zur unbedingtesten Herrschaft gelaugt ist,die Für-, Zahl-, Hilfszeit-, Verhältnis;- u. Binde-wörter; die Ausdrücke des Familienlebens, derLand- n. Hanswirthschast u. des Seewesens. Fran-zösisch dagegen ist die Wortstellung, die im Hof- n.Staatswesen gäng u. gäben Wörter, die Titel n.Würden, die Bezeichnungen der Künste u. Wissen-schaften, wie überhaupt die abgezogenen Begriffe.

Die Geschichte der E. S. wird gewöhnlich invier große leitende Zeiträume eingethcilt: 1) derangel-sächsische (440—1066); 2) der halbsächsische(1066 — 1250); 3) der früh-englische, der zweiPerioden umschließt, die alt- u. die mittel-englische(1250—1485) u. 4) der neu-englische (von 1485bis ans die Gegenwart), — Benennungen u. Ein-theilungen, welche jedoch von einer stets wachsen-den Zahl von Sprachforschern als unrichtig an-gegriffen werden, wie es ja, um nur Eines zuerwähnen, nur irre führen kann, von einer halb-sächsischen Periode zu sprechen, d. h. einer Periode,wo das sogen, sächsische, d. h. englische Elementin der E. S. seine erste fremde Beimischung er-halten haben soll, wogegen es doch Thatsache ist,daß ihre zwei großen Sprachdenkmäler, die säch-sische Chronik u. Layamon's Lrnt ä^nglstsrrs,fast absolut frei von Fremdwörtern sind. Wennglcichwol hier aber diese Eintheilnngen u. ihreBenennungen beibehalten wurden, so geschah diesans Achtung vor einem Gebrauche, der in derganzen modernen englischen Literatur vorherrscht.

Bereits im 5. Jahrh. n. Chr. ließen sich ger-manische Eindringlinge vom Festlande in Groß-britannien nieder n. trieben die keltisch sprechenden