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England (Geschichte).
der Gemeinen. Dazu kam, daß nach Robert CecilsTode, 1612, unwürdige Günstlinge, zuerst RobertCaer, zum Herzog von Somerset erhoben, dannGeorg Billiers, welchen Jakob zum Marquis vonBuckingham ernannte, den König beherrschten.Nicht weniger verletzte die auswärtige, Englandseuropäische Stellung beeinträchtigende Politik Ja-kobs den Nationalstolz. Mit Spanien schloß er1604 Frieden n. trat die Plätze Vliessingen, Brielleund Ronnekens, welche Elisabeth pfandweise vonden Holländern erhalten hatte, diesen gegen 250,000Pfd. St. ab. Gegen die Anmaßung des Königs,jeden Parlamentsredner für sein Mißverhalten derKrone gegenüber strafen zu dürfen, erhob das Hansder Gemeinen 1621 förmlichen Protest. Infolgedessen löste der König das Parlament auf u. schicktedie vorzüglichsten Mitglieder der Opposition in denTower. Nur einmal befand sich Jakobs auswär-tige Politik in völliger Übereinstimmung mit demNationalwillen, als er 1624, nach dem Scheiternfeines spanischen Heirathsprojects, den Protestan-ten in Deutschland 12,000 Mann Hilfstrnppensandte. Im folgenden Jahre (1625) starb er.
Sein Sohn n. Nachfolger Karl I. erregte schonkurz nach seiner Thronbesteigung durch die vomHerzog von Buckingham zu Stande gebrachte Ver-heirathung mit Henriette, Tochter Heinrichs IV.von Frankreich, das Mißvergnügen des Volkes,welches keine Katholikin auf E-s Throne sehenwollte. Ans Furcht vor einer Rückkehr znm Ka-tholicismns od. Papismus, wie man ihn nannte,wollte das erste Parlament den Herzog von Bucking-ham zur Verantwortung ziehen, bewilligte über-dies dem König die seinen Vorfahren auf Lebens-zeit gewährten Pfund- u. Tonnengelder nur auf1 Jahr n. gab ihm, obwol er von seinem Vor-gänger 700,000 Pfd. Schulden übernommen hatte,statt der zur Fortsetzung des Krieges gegen Spa-nien nöthigen Summe, nur einen weit geringerenGeldbetrag. Karl löste deshalb das Parlamentauf, sah sich aber, als seine Flotte unglücklich war,1626 geuöthigt, ein neues Parlament zu berufen.Dieses zeigte sich jedoch noch schwieriger, als dasvorhergegangene; es setzte den Herzog von Bucking-ham förmlich in Anklagestand n. nöthigte den Kö-nig, diejenigen Mitglieder, welche wegen angeblichhochverräterischer Äußerungen verhaftet waren,darunter den Grafen Arundel, freizulassen. Daes trotzdem zu keiner Ausgleichung in Betreff derGeldforderungen des Königs kam, löste dieser dasUnterhaus auf, verbannte den Grafen Arundel aufseine Güter, ließ den Graf Bristol, der bes. dieAnklage Buckinghams veranlaßt hatte, in den Towersperren u. erhob Buckingham znm Generalbefehls-haber der Armee. Gcwaltmaßregeln mußten nunden erschöpften Schatz des Königs füllen, er er-laubte sich willkürliche Taxen, erhob das Pfund-u. Tonnengeld ohne Bewilligung der Gemeinenu. ließ Die, welche sich denselben widerjetzten (soThomas Wentworth, später Graf Strafford, undHampden), gefangen setzen. Zudem vermehrte einegezwungene Anleihe noch die allgemeine Unzufrie-denheit. In dieser Verlegenheit erklärte Karl anFrankreich den Krieg, in der Hoffnung, durch denden Protestanten zu Nochelle geleisteten Beistand"n Popularität zu gewinnen. Das Unternehmen
des Herzogs auf die Insel Re mißlang jedoch, u. !Karl gerieth dadurch in eine noch viel mißliche«Lage dem Parlament gegenüber, welches er 162zunter Drohungen zur Bewilligung der verlangtenAbgaben anfforderte. Beide Häuser antwortetendaß sic die Gewährung der geforderten Gelder vonder Abstellung eingerissener Mißbräuche der könig-lichen Gewalt abhängig machen müßten, n. Kalenals die Rückantwort der Krone ausblieb, in einenAusschuß zusammen, dessen Ergebnis; die kotition !ob riAiib war. Beantragt durch den Nechtsgelehr. ^ten Edw. Coke, sollte durch diese Bill, den Grund-sätzen der LlaZna Okmrta gemäß, der Grundver-trag zwischen Volk und König erneuert werden. ^Der König bewilligte nach einigem Zögern dieUntersuchung n. Abstellung der Nationalbeschwer-deu wegen der eigenmächtigen Erhebung des!Pfund- u. Tonnengeldes, der willkürlichen Taxen,des Schiffsgeldes, der erzwungenen Anleihen, derBegünstigung der katholischen Religion, der will-kürlichen Verhaftungen u. der Gewaltthätigkeite«der Sternkammer, welche nach und nach die Ge-richtsbarkeit über Majestätsverbrecher an sich ge-!rissen hatte. Bald daraus wurde der allgemeinverhaßte Buckingham von einem politischen Fam- sliker, John Felton, ermordet. Das 1629 wieder,zusammenberufene Parlament war noch immer von iMißtrauen gegen den König der Religion wegenerfüllt, da die Königin in Verbindung mit Sir -Thomas Wentworth, welcher ans der Oppositionim Unterhanse in den Königl. Rath übergetretenwar, einen immer größeren Einfluß auf den Kö-nig auszuüben begann. Um eine Waffe in derHand zu behalten, verweigerten die Gemeinen ^abermals die Erhebung des Pfund- u. Tonnen-gcldes auf Lebenszeit. Darüber aufgebracht, ver- !ragte der König das Parlament. Als aber der jSprecher der Versammlung den königlichen Willen iankündigte, erhob sich ein Tumult, u. mit Gewaltzwang man ihn, seinen Sitz wieder einznnehnien, ,daun schloß man die Thüren und faßte den Be-schluß, Jeden für einen Verräther des Vaterlandes .zu erklären, welcher das Tonncngeld erheben od. 'bezahlen werde. Der König löste nun das Par-lament auf, zog die Aufrührer zur Verantwortungu. erklärte in einem Manifest, künftig ohne Minister su. ohne Parlament regieren zu wollen. Daraus sbeeilte er sich, 1629 mit Frankreich n. 1630 mitSpanien Frieden zu schließen, ohne irgend einen sVortheil für sich u. seinen Schwager, den Kur- sfürsten Friedrich von der Pfalz, zu erlangen, und ^regierte 11 Jahre, ohne ein Parlament zusammen ^zu rufen, bloß in Verbindung mit seinen Mini- p -stcrn Wentworth u. dem Erzbischof von Canter- ;bnrh, William Land, seine u. seines verschwende- ^rischen Hofes Bedürfnisse durch eigenmächtige Taxe», zdeckend. Alte, längst durch die Veränderung ders 'politischen u. socialen Zustände in Nichts zusam-mengefallene oder ohne Zustimmung des Packa- lments von früheren Regierungen geforderte Rechte! ^wurden hervorgesucht und bei deren Geltendmach lung so tief in private Interessen eingegrifsen, das > tMancher Hab u. Gut einbüßte. ! '
Obwol oft kühne Stimmen gegen die unuir-! ^schränkte Herrschaft des Königs u. seiner Nathge- ^ber laut wurden, so schien doch das SelbstgeW -1