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die flüssige Nahrung aufgesogen u. dann, nachdemder Rüssel zurückgebogeu wurde, in das geöffneteMaul gespritzt. Schließlich ist der Rüssel noch einegewaltige Waffe. Die E-en vermehren sich in ge-ringem Maße; das Weibchen wirft nach einerTrächtigkeit von 20'/a Monaten ein Junges,welches im 25. Jahre ausgewachsen, aber bereitsim 16. Jahre sortpflauzungssähig ist. GefangeneE-en konnten bis jetzt noch nicht zur Fortpflanz-ung gebracht werden. Der E. soll ein Alter biszu 156 Jahren erreichen, in Gefangenschaft abernur den sechsten Theil dieser Zeit. Man unter-scheidet 2 noch jetzt existirende nnd mehrere fossileArten u. nimmt an, daß sich alle ans den Masto-donten entwickelt haben. Diese hatten, wenig-stens der Anlage nach, 2 untere Schneidezähne,von welchen sich indessen beim Männchen einer,u. zwar meist der rechte, als gerader Stoßzahnentwickelte; dazu sind ihre Backenzähne ausgezeich-net durch 3—6 Qnerreihen kegelförmiger Höcker,zwischen denen kein Cemcnt auftritt. Ihr Skeletzeigt vielfach Anklänge an das der E-en, nurwaren sie bei gleicher Länge höher. Sie findensich fossil in den mittleren Tertiärschichten Euro-pas u. Asiens, sowie im Diluvium NAmerikas; inAmerika das Ohiothier (Llastoäon ZiZantsnmOnn.), in Europa LI. anZasbiäsus (7rtv. n. a. Vonletzteren bildet die Gattung Ltsoockon Fükocmoi'den Übergang zu den E-en. Von diesen stammtDloplms prisous Kolck/uss, dem afrikanischen E-enähnlich, ans dem mitteleuropäischen Diluvium;von weitaus größerer Wichtigkeit ist aber das rie-sige, mit dichtem Pelz bekleidete Mammnth, s. d.(Mammont, bi. primiZonins Linme-rbcre/t), dessenCadaver man noch Ziemlich wohlerhalten mit Hautu. dichtem Haarpelze bekleidet im Eise Sibiriensaufgefnnden hat u. dessen massenhaft znsammen-gehäufte Stoßzähne das sibirische Elfenbein bilden.Die noch lebenden E-en sind der indische E.(Lioxims inciious <7nn.), von welchem mitunterdersnmatranischeE. (bi. sumabranus TsmmrnL)als eine besondere Art getrennt wird, u. der afri-kanische E. (bi. alrioanus Munrenbac/i), welchealle von Linne als bi. mnximns bezeichnet wurden.Der indische E. besitzt einen sehr hohen Kopfmit ausgehöhlter Stirne u. verhältnißmäßig klei-nen Ohren; die Querfelder seiner Backenzähnesind bandsörmig, mit fast parallelen, sein gefalte-ten Qnerrändern; er wird 3—4 m hoch, ohneRüssel u. Schwanz bis 3Vs m lang n. bis 5060 KZschwer. Er lebt in SAsien bis zum 30° n. Br.,namentlich in Cochinchina, Siam, Pegn, Hindo-stan, sowie auf den Inseln Ceylon, Borneo, Ce-lebes u. Sumatra. Der afrikanische E. wird etwasgrößer als der indische; sein Schädel ist minderhoch, seine Stirne gewölbt, seine Ohren riesiggroß, die Querfelder der Backenzähne rautenför-mig u. in geringerer Zahl vorhanden, als beimindischen E. Er wird bis 6000 KZ schwer, undvon dieser Last sollen allein 1000 KZ ans die Hautfallen. Die E-en leben in größeren Waldungen,seltener in hügeligem Terrain, stets nur dort, woWasser sich findet; sie leben in zusammengehörigenund fest zusammenhaltenden Heerden, welche unterder sorgsamen Führung eines erfahrenen Leitthie-res, bald eines Männchens, bald eines Weibchens,
stehen. Diese Heerden leben streng für sich, ver-mischen sich nicht miteinander, und selbst einzelneversprengte Thiere werden nicht von ihnen aus-genommen. Solch isolirte Thiere durchstreifen da-her einsam den Wald u. werden infolge der un-natürlichen Lebensweise bald bösartig u. gefährlich,so daß die Eingeborenen diese Landstreicher(Gundahs, Rogurs) möglichst zu tödten suchen.Die Heerden sind friedfertig, greifen keine Thierean u. werden von keinem angegriffen. Den Cul-turen der Menschen werden sie leicht schädlich, dochgenügt der geringste Zaun, selbst mit Koransprü-chen beschriebene, an Fäden aufgereihte Zettel, umsie abzuhalten, „denn der Elephant ist ein gottes-fllrchtiges Thier, welches die Worte des Prophetenehrt". Die Nahrung der E-en besteht aus Pflan-zen der verschiedensten Art, namentlich aus Blät-tern u. saftigen Zweigen.
Der E. (der Name ist von noch nicht hinläng-lich festgestellter Ableitung, wahrscheinlich vondem sanskritischen iblmänabg,, unter Vorsehungdes arabischen Artikels ul) war in dem altenIndien Gegenstand religiöser Verehrung, wieObject der Verherrlichung durch Poesie n. Plastik.Noch bis in die jetzige Zeit hat sich die Verehrungin einzelnen Gegenden erhalten, bes. der weißenSpielart; so in Siam, wo das Auffinden u. Ein-faugen eines sogen, weißen, d. h. weniger dunkelgefärbten, aber durchaus nicht weißen E-en, denGlanzpunkt einer Regierung ausmacht, da derweiße E. hier als Jncarnation Buddhas gilt.Die alten klassischen Nationen lernten das Thiernicht vor Alexander d. G. keimen, gegen den eineAnzahl in den persischen Reihen stand; er selbstund seine Heerführer brachten dann eine Anzahlaus Indien mit u. bedienten sich ihrer im Kampfe.Einige von diesen fielen später an König Pyrrhosvon Epiros, der sie zuerst 285 vor Chr. nach Ita-lien den Römern zu Gesicht brachte, sie schade-ten diesen bes. dadurch, daß deren Pferde sich vorden E-en scheusten, umbogen u. in den eigenenReihen Unordnung und Flucht bewirkten. Dannbrachten die Karthager unter Hannibal E-en nachItalien, und die Römer suchten allmählich ihrePferde an ihren Anblick zu gewöhnen, mehr abersuchten sie die E-en zu verwunden, woraussich diese zurückwendeten nnd unter den Ihrigenschreckliche Niederlagen anrichteten. Um diesemvorzubengen, befahl Hasdrubal den Führern !der E-en, dieselben in einem solchen Falle mit ^einem spitzigen Eisen zwischen den Ohren todt zu jstechen. Auch Feuer wendeten die Römer gegendie E-en an u. hatten dazu bes. Wagen, woraufSoldaten mit Fenerbränden standen, welche sie,gegen di? E-en anfahrend, auf diese warfen. DieRömer, welche die E-en Lucanische Ochsennannten, weil sie dieselben zuerst in Lucanienunter Pyrrhos gesehen hatten, wendeten selbst dieE-en selten zum Kriege an, zuerst gegen den Kö-nig Philippos von Makedonien, lieber führten siedieselben zu ihren Thierkämpfen in dem Circusans, u. die E-enkämpfe (Elephantomachiä) warengewöhnlich ein Glanzpunkt dieser Abtheilung derSchauspiele. Noch unter Kaiser Commodns kom-men E-en im Circus in Rom vor. Überdieswissen schon die Alten viel von der Klugheit dieses