Elektrometeore.
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die Ampfiresche Theorie auf die Gesetze der Elek-trodynamik zurllckgeführt.
Der E. hat mehrfache Anwendungen gefunden,namentlich auf die Telegraphie, dann auf dieZeitmessung (Zeittelegraphen, elektromagnetischeUhren u. Chronoskope), welche in besonderen Ar-tikeln behandelt werden sollen. Dagegen haben dieVersuche, den E. als Triebkraft für Ma-schinen zu benutzen, bis jetzt noch nicht zu prak-tischen Resultaten geführt. Die erste noch sehr un-vollkommene elektromagnetische Maschine wurdevon Dal Negro in Padua 1834 construirt; sieberuhte auf den pendelartigen Schwingungen einesStahlmagnets zwischen den wechselnden Poleneines hufeisenförmigen Elektromagnets. Wirksamerist eine andere Klasse elektromagnetischer Motoren,von welchen der sehr einfache rotirende Elek-tromagnet von Ritchie in London eine an-schauliche Vorstellung gibt. Ein hufeisenförmigerStahlmagnet hat seine beiden Pole nach oben ge-kehrt; über ihm schwebt, um eine verticale Achsedrehbar, ein hufeisenförmiger Elektromagnet, dessenPole bei der Drehung genau über die Pole desersteren zu stehen kommen. Die Enden der Draht-spirale des Elektromagnets schleifen als Federnüber den von einander isolirten Hälften einerMesfingscheibe, zu welchen die Poldrähte der gal-vanischen Batterie führen. Im Augenblick derSchließung der Kette wird der Elektromagnet ma-gnetisirt u. er dreht sich soweit, bis seine Pole überdie entgegengesetzten ,des Stahlmagnets zu stehenkommen. In diesem Moment aber gelangt jededer beiden schleifenden Federn auf die entgegen-gesetzte Halbscheibe, der Elektromagnet wird imentgegengesetzten Sinne magnetisirt, so daß seinebeiden Pole von den Polen des Stahlmagnets,über welche sie gerade sich hinbewegen, jetzt abge-stoßen werden. Dem Beharrungsgesetz zufolge ro-tirt also nun der Elektromagnet in demselben Sinneweiter; sobald sich seine Pole wieder über den sienun anziehenden Polen des Stahtmagnets be-finden, wird die Polarität wieder umgekehrt, u.s.f.; es wird dadurch eine continuirliche Rotationdes Elektromagnets bewirkt. Jacobi in Peters-burg construirte 1835 eine ähnliche Maschine mit4 ruhenden u. 4 rotirenden Elektromagneten, vonwelchen die ersteren die Rolle des Stahlmagnetsder Ritchicschen Maschine spielen. Mit einer solchenMaschine konnte er 1839 ein Boot auf der Newatreiben, in welchem sich 14 Personen befanden.Die Maschine wurde mit einer Batterie von 64großen Zink-Platin-Elementen in Bewegung ge-setzt n. das Boot legte in der Stunde 2H engl.Mellen zurück. Den Widerstand, welchen die Träg-heit des Eisens der Umkehrung der Polarität indem Elektromagnet entgegensetzt, vermied Stöh-rer. Bei seiner Maschine rotirt ein Elektromagnetmit konstanten Polen innerhalb der Windungeneiner großen Stromspirale, in welcher die Richt-ung des Stromes bei jeder halben Umdrehungdes Elektromagnets durch einen mit diesem ver-bundenen Commutator umgekehrt wird, u. zwarjedesmal dann, wenn dieser auf der Ebene derWindungen senkrecht steht. Eine andere Klasseelektromagnetischer Maschinen, deren erste Pagem Washington 1846 construirte, beruht darauf,
daß ein in der Achse einer Magnetisirnngsspiralebefindlicher Eisenstab durch einen die Spiraledurchlaufenden Strom in diese hineingezogen wird.Zwei Magnctifirungsspiralen sind nahe hinterein-ander so befestigt, daß ihre Achsen in eine geradeLinie fallen. Durch ihre Höhlungen geht, in einerFührung leicht vor- u. rückwärts beweglich, eineStange, welche aus zwei durch einen Messingstabverbundenen Eisenstäben besteht. Dieser Messing-stab ist so lang, daß der vordere Eisenstab ausder Höhlung der vorderen Spirale hervortritt,während der Hintere Eisenstab in die Höhlungder Hinteren Spirale hineingezogcn wird, u. um-gekehrt der Hintere Eisenstab aus der Höhlungder Hinteren Spirale zurückgeschoben wird, wennder vordere in die andere Spirale hineintritt.Befindet sich nun z. B. der vordere Eisenstabvor der vorderen Spirale, der Hintere Eisenstabalso in der Hinteren Spirale, so wird durch einenCommutator die Hintere Spirale aus der Strom-lcitung aus- u. zugleich die vordere in dieselbeeingeschaltet; diese zieht dann den vorderen Eisen-stab in sich hinein, der nun den anderen nachhinten aus der anderen Spirale hcransschiebt;in diesem Augenblicke wird die vordere Spiraleans- u. die Hintere eingeschaltet; sofort tritt derHintere Eisenstab wieder in seine Spirale zurücku. schiebt dadurch den vorderen Stab wieder ausder vorderen Spirale hervor; durch fortgesetztesabwechselndes Aus- u. Einschalten der Spiralenwird also der ganze Stab fortgesetzt hin- u. her-geschoben; seine Bewegung wird durch Lenkstangen. Kurbel auf ein Schwungrad übertragen, wel-ches zugleich den das Aus- u. Einschalten besor-genden Commutator in Bewegung setzt.
Alle bisher construirten elektromagnetischen Ma-schinen sind für eine praktische Verwendung nichtgeeignet, weil der Verbrauch von Zink u. Säurenin den für ihren Betrieb nöthigen galvanischenBatterien im Vergleich mit dem zu gleichen Lei-stungen von Dampfmaschinen erforderlichen Ver-brauche von Brennmaterial zu kostspielig ist.
Vgl. Dub, Elektromagnetismus, Berl. 1861u. dessen Anwendungen des E., ebendas. 1863(neue Aust. Lief. 1—4, 1873). Wimmenauer Ll.
Elektrometeore (Phys.), die elektrischen Er-scheinungen in der Atmosphäre. Bald nachdemman die elektrische Natur des Gewitters erkanntund dieselbe durch geeignete Vorrichtungen, wiedurch Franklins elektrischen Drachen und späterdurch vervollkommnete Apparate nachgewiesen hatte,fand man, daß die Atmosphäre bei jeder Tem-peratur und jeder Witterung Elektricität enthält,deren Intensität mit der Höhe znnimmt. Beivöllig heiterem Himmel fällt sie freilich nicht un-mittelbar in die Sinne, ist aber vermittelst em-pfindlicher Elektrometer nachweisbar. Ihre Be-obachtung muß entweder an einem Orte statt-finden, welcher von benachbarten Gegenständennicht überragt ist, od. der Apparat muß mit einerAuffangstange in Verbindung gesetzt werden, diehoch genug in die Luft emporreicht. Die Luft-elektricität ist fast immer positiv, zeigt aber inBetreff ihrer Stärke viele Schwankungen. BeiSonnenaufgang ist sie schwach, sie nimmt mitdem Steigen der Sonne allmählich zu, während
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