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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
Entstehung
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221
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Elektrodynamische u. elektromagnetische Rotationsapparate — Elektrolyse. 221

mangelhaft, indem er die Schlüsse mir auf dasQualitative der Erscheinungen gründen konnte,nicht ans das Quantitative, weil seine Apparate zneigentlichen Messungen, die doch allein vollkommeneSicherheit geben, unbrauchbar waren. Den exactenBeweis des Ampöreschen Gesetzes hat W. Webergeführt n. dasselbe mit Hilfe seines Bifilardyna-nwmeters bestätigt, dessen Einrichtung im Art.Bisilardynamometer beschrieben ist. Durch die mitdiesem Apparat angestelltcn Versuche bewies W.Weber, daß die elektrodynamischen Wirkungen indie Ferne ganz den gleichen Gesetzen unterliegen,wie die magnetischen, daß also ein geschlossenerStrom oder auch ein Solenoid, d. h. ein schrau-benförmig gewundener (aus vielen hinter einanderliegenden Kreisströmen bestehender) Draht (s. Elek-tromagnetismus), an Stelle eines Magneten ge-bracht, dessen Wirkung vollständig ersetzt. Hierausergibt sich ferner die Berechtigung der AmpereschenTheorie des Magnetismus, daß man in jedemMagnete anstatt der bisher statnirten magnetischenFluida sich elektrische Ströme vorznstcllen habe,welche seine Molecüie umkreisen. Unter Annahmedieser Hypothese gehören in das Gebiet der E.auch die Wechselwirkungen zwischen elektrischenStrömen und Magneten und die Einwirkung desStromes auf magnetisirbare Körper, welche Er-scheinungen unter dem Namen des Elektromagne-tismus (s. d.) zusammengefaßt Werdens, sowie dieWirkung zweier Magnete ans einander. Endlich hatWeber die Erscheinungen der E. in einen genauentheoretischen Zusammenhang mit den Anziehungs-u. Abstoßnngserscheinungen ruhender Elektricitäts-mengen, sowie mit den Erscheinungen der Jnductiongebracht u. ein einfaches Gesetz über die Wechsel-wirkung zweier Elektricitätstheilchen aufgestellt,welches die bisher getrennten Gebiete der Elektro-statik, Elektrodynamik u. Jnduction umfaßt.

Wimmenauer Ll.

Elektrodynamische n. elektromagnetischeNotationsapparate (vgl. Tafel Elektricität VI.Fig. 3—5), Apparate, bei welchen ein beweglicherStrom unter der Einwirkung eines unbeweglichenStromes oder unter der eines Magneten od. end-lich ein Magnet unter der Wirkung eines festenStromes rotirt. Alle diese Rotationen lassen sich,wenn man die Ampereschc Theorie des Magne-tismus zu Grunde legt, auf das elektrodynamischeGesetz zurückführen, daß von zwei sich kreuzendenStrömen diejenigen Theile sich anziehen, welchebeide nach der Kreuzungsstelle hin oder beide vondieser weg gerichtet'sind, diejenigen Theile abereinander abstoßen, von denen der eine nach derKreuzungsstelle hin, der andere von derselben weggerichtet ist. Bei dem Apparate Fig. 3 balancirtder Drahtbllgel nop mittels einer bei o befind-lichen Spitze in einem den Gipfel einer feststehen-den Metallsäule bildenden Qnecksilbernäpfchen, sodaß die Arme u u. p lothrecht herabhängen undmit ihren Enden in die mit Quecksilber gefüllteRinne a eintanchen. Der Strom tritt durch dieKlemmschraube b in einen nach der vorgenanntenSäule führenden Leitnngsdraht, steigt in dieserm die Höhe, spaltet sich bei o in 2 Zweigströme,welche dann durch die beiden Arme n n. x in dasQuecksilber der Rinne a, gehen; aus diesem tritt

der Strom durch einen nach der Klemmschraube oführenden Draht wieder aus. Ein zweiter Stromgelangt mittels der Klemmschraube k in die kreis-förmige Drahtspirale ää, durchläuft diese in derRichtung der Pfeile (also von oben gesehen, linksherum) und tritt durch s wieder aus. Die nachdem Arme x resp. n hingehenden Theile diesesKrcisstromes ziehen diese an, die von p resp. nabgehenden Theile stoßen sie ab, so daß der Bügel,so lange beide Ströme geschlossen sind, in der den(horizontalen) Pfeilen entgegengesetzten Richtung(also von oben gesehen, rechts) rotiren muß. DerApparat Fig. 5 unterscheidet sich von dem vorigenin der Hauptsache nur dadurch, daß anstatt deshorizontalen Kreisstromes ein vertikaler Magnet-stab Dl8 neben der Achse des Bügels abo an-gebracht ist, den wir uns nach der AmpereschenTheorie von horizontalen Strömen umkreist zudenken haben, welche sich, wenn iss der Nordpolist, von oben gesehen ebenfalls links drehen. Trittder Strom wiederum durch die mit dem Stück-chen ä verbundene Klemmschraube s ein, so daßer in den Armen a, u. o abwärts geht, so ist dieWirkung die nämliche wie vorhin, der Bügel adorotirt dann, von oben gesehen, rechts. Der Appa-rat Fig. 4 endlich dient dazu, die Rotation be-weglicher Magnetstäbe um einen festen Strom znbewirken. Zwei parallele Magnelstäve na u. n^o,sind durch einen festen Arm verbunden, in dessenMitte ein ihnen paralleles Messingstück <l befestigtist. Das Ganze ist mittels eines nngedrehtenSsidcnfadens so anfgehängt, daß die Magnetstäbeu. das Messingstück in horizontaler Stellung ba-lanciren. Letzteres taucht mit seinem unteren zn-gespitzten Ende in ein Qnecksilbernäpfchen b, wel-ches den Gipfel eines verticalen Messingsänlchensa d bildet. Außerdem trägt das Messingstück ü einenDraht v, dessen Ende in das Quecksilber einerhorizontalen kreisförmigen Rinne k eintancht. DerStrom tritt durch die Klemmschraube o und denvon da nach dem unteren Ende der Säule a dführenden Leitnngsdraht in diese Säule ein, steigtin ihr bis b ans, um von da durch den Draht oin das Quecksilber der Rinne k zu gelangen unddemnächst durch den in dieses eintretenden Leitungs-draht ü u. die Klemmschraube A auszntretcn. Dieeintretende Rotation kann man sich ani einfachstendurch die im Eingang des Artikels Elektromagne-tismus angegebene Ampöresche Regel erklären.Der in a b ausstcigende Strom wirkt auf die Süd-pole s u. der Magnete. Die Hilfssignr derAmpereschen Regel haben wir uns aufrecht stehendzu denken. Da der Strom den Südpol nach derrechten Seite der Figur abzulenken sucht, so werdenbeide Magnete in dem Sinne des Uhrzeigers ro-tiren. Hätten die Magnete ihre Nordpole unten,so würden sie in entgegengesetztem Sinne, hätteder eine den Nordpol, der andere den Südpolunten, so würden sie gar nicht rotiren. Es sindnoch mehrere andere elektrodynamische u. elektro-magnetische Rotationsapparate construirt worden,deren Beschreibung wir aber hier übergehen, dasie sich imPrincip alle auf einenderbeschriebeneuzurückführen lassen. Wiimn-nauer Ll.

Elcktroinduction, s. Jnduction.

Elektrolyse, elektrochemische Zersetzung,