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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
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Elektrisches Chronoskop -

rad in Umdrehung versetzte; auf der Achse diesesSperrrades aber saß der Elektromagnet des Ar-beitsstroms, welcher jetzt durch elektromagnetischeAnziehung die Sperrradachse mit zwei, links undrechts von ihr liegenden Kettenwellen kuppelte;dadurch wickelte sich auf diese Wellen eine Ketteauf, welche zugleich einen die Bremsklötze gegendie Radkränze andrllckenden Hebel emporhob. Beieiner anderen Anordnung dieser e. B. versetztedas Exccntrik einen Winkelhebel in beständigeSchwingungen, ans dessen einem Arme ein Elektro-magnet saß; ward nun letzterer, welcher aufeinem um die nämliche Achse wie der Winkelhebeldrehbaren Hebel befestigt war, von einem elektri-schen Strome durchflossen, so haftete er am Ankerfest, machte dessen Schwingungen mit, n. versetztedurch einen Sperrkegcl an seinem eigenen Hebelein Sperrrad in schrittweise Umdrehung, welchesdann das Bremsen herbeislihrtc. Zetzsihe.

Elektrisches Chronoskop, ein Instrument,welches mit Benutzung der Elektricität sebr kleineZeiträume zu messen »erstattet. Wheatstone hatbereits 1840 die Beschreibung eines E. CH. mit-getheilt, welches dazu dienen sollte, die Zeit zumessen, innerhalb welcher eine Geschiitzkngel ge-wisse Strecken ihrer Bahn durchlaufe. Die Kugeldurchbricht am Anfangs- u. Endpunkte der Streckezwei Drahtnetze, welche mit den Polen einer gal-vanischen Batterie u. mit einem Elektromagnetenso verbunden sind, daß im Augenblick , wo das ersteNetz erreicht wird, die Kette geschlossen, u. wo daszweite durchbrochen wird, die Kette wieder geöffnetwird; in Folge dieses Schlusses zieht der Elektro-magnet einen Anker an, ein an demselben befestig-ter Stift drückt auf einen rotirenden Cylinder n.verzeichnet aus demselben eine Spirale; im Momentder Unterbrechung wird der Anker losgelassen u.der Stift dadurch wieder von dem Cylinder ent-fernt. Aus der gemessenen Länge der Spirale u.der bekannten Umdrehungsgeschwindigkeit des Cy-linders ergibt sich der zwischen beiden Momentenverflossene Zeitraum. Da zur Erregung u. Zer-störung des Magnetismus immer ein merklicherBruchtheil der Zeit verwendet wird, so, suchteSiemens das e. CH. vom Magnetismus unab-hängig zu machen u. traf die Einrichtung, daß derelektrische Funke das Zeichen gebe. Ein mit gleich-mäßiger Geschwindigkeit rotirendcr polirter Metall-cylinder stand mit der äußeren Belegung einergeladenen Leydner Flasche in leitender Verbindung,ein ihm gegenüberstehender Mctallstift aber wurdemit,der inneren Belegung verbunden, sobald dieKugel an der ersten Station anlangte, so daß indiesem Moment ein Funke auf den Cylinder über-sprang u. hier einen demlichen Punkt verzcichnete.Eine gleiche Vorrichtung mit einer zweiten Flaschean der zweiten Station bewirkte das Überspringeneines zweiten Funkens auf denselben Cylinder u.aus der Entfernung beider Spuren mißt man dieZwischenzeit. Sehr gut läßt sich zu ähnlichenZwecken der Phonautograph von König benutzen.Eine schwingende Stimmgabel trägt einen feinenStift, der aus einer sich drehenden, mit Ruß über-zogenen Walze die Schwingungen der Stimmgabeldurch Wellenlinien darstellt. Läßt man nun wievorhin Anfang und Ende der zu messenden Zeits

— Elektrische Läutewerke.

auf der bewußten Walze neben den Stimmgabcl-schwingungen Lurch einen elektrischen Funken mar-kiren, so kann man ans der Zahl der dazwischenliegenden Schwingungen der Stimmgabel auf dieverflossene Zeit schließen. Gieseler.

Elektrische Figuren, s. Elektricität L. III.

Elektrische Fische, Fische, welche im Standesind, willkürlich elektrische Schläge zu geben, imWasser sogar ans einige Entfernung. Es gehörendahin die Zitterrochen (lorpscio marmorata, ll'.oonlalg, und Hareino brasllionois). der Zitteraal(dz-mnotns slsotrieus) und der Zitterwels (Aia-laptsi-urus elsotriouo). Vgl. die einzelnen Art. n.den Art. Fische.

Elektrische Flasche, s. Elektricität 8. IV.

Elektrisches Flngrad, s. Elektricität 8. II.

Elektrische Fluida, s. Elektricität IV.

Elektrischer Funke, s. Elektricität L. VII.

Elektrischer Geruch, s.Elektricität^,. I., 0.1.

Elektrisches Glockenspiel, besteht aus 2in gleicher Höhe angebrachten metallenen Glocken,deren eine mit dem Erdboden in leitender Ver-bindung steht, während die andere isolirt n. mitder Elektricitätsqnelle (Condnctor der Elektrisir-maschine, Anffangestange für Lnftelektricitätj inleitende Verbindung gesetzt ist. Zwischen beidenhängt ein durch einen Seidenfaden isolirtcs Metall-kügelchen, welches, sobald die zweite Glocke elektri-sirt wird, von dieser angczogen, gleichnamig elek-trisch gemacht u. in Folge davon abgestoßen wirdund nun mit der elfteren Glocke in Berührungkommt, durch die seine Elektricität zum Erdbodenabgeleitet wird; dadurch wird das Kügelchen wiedernnelektrisch n. folglich wieder von der elektrischenGlocke angezogen u. s. f.; dasselbe Spiel wieder-holt sich so lange, als dieser Elektricität zngeführtwird. In der Regel hat das e. G. 2 od. mehrereunter einander leitend verbundene isolirte Glockenin gleichen Abständen beiderseits rings um die mitdem Boden verbundene Glocke. Wimmenauer n.

Elektrische Influenz, s. Elektricität -V vi.

Elektrische Kanone, s. Elektricität 8. II.

Elektrisches Klavier, s. n. Klavier.

Elektrische Läutewerke, Glocken, welche durchden galvanischen Strom zum Tönen gebracht wer-den. Die kleineren e-en L., wie sie in Privat- n.Gasthäusern gebraucht werden, enthalten einenElektromagneten, der in Thätigkeit kommt, sobaldder galvanische Strom einer Batterie durch Drückenans einen Knopf geschlossen wird. Der Elektro-magnet zieht dann einen Anker an, der mit demKlöppel der Glocke verbunden ist und diesen zumAnschlägen bringt. Sobald aber der Anker sich be-wegt hat, wird dadurch der Strom unterbrochen,indem derselbe durch den Anker selbst geleitet wirdund bei der Bewegung der Anker sich vom Stiftentfernt, der den Strom bringt. Die Unterbrechungdes Stromes bringt ein Aufhören des Magnetis-mus hervor, der Anker geht durch Federkraft inseine ursprüngliche Lage zurück, berührt den Stift,der Strom ist dann wieder geschlossen, der Ankerwird von neuem angezogen n. s. f. Auf diese Weiseerfolgt ein schnelles Anschlägen der Glocke so langeder Druck auf den Knopf dauert, der Strom alsogeschlossen ist. Größere e. L., wie sie sich an den§ Wärterhänschen der Eisenbahnen finden, haben