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Bd. 7 (1876) Eckzähne - Ferdinand
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Elektricität.

Indessen verliert auch der bestisolirte Körperallmählich seine E. Die Nächstliegenden Lufttheil-chen werden nämlich durch Mittheilnng gleichnamigelektrisch, infolge davon abgestoßen n. durch anderenoch unelektrijche Theilchen ersetzt, die nun eben-falls etwas von der E. des Körpers mitgetheilt er-halten u. abgestoßen werden, u. s. f.; außerdemsind die Stützen niemals vollkommene Isolatoren;wenn die Spannung der E. eines isolirten Leiterseine gewisse (je nach der Beschaffenheit der isoli-renden Stützen verschiedene) Grenze überschreitet, soisoliren dieselben nicht mehr vollkommen. Der E-s-verlnst eines Körpers durch die umgebende Luft istunter sonst gleichen Umständen um so größer, jegrößer die ans dem Körper angesammelte E-smengeu. je größer der Feuchtigkeitsgehalt der Luft ist.

VI. Die elektrische Influenz oder Ver-theilun g. Nähert man einen elektrischen Körpereinem isolirten Leiter, so zeigt dieser an dem zu-gewandten Ende ungleichnamige, am abgewandtengleichnamige E. Man nennt diese Erscheinungelektr. Influenz od. Vertheilung; die amgenäherten Ende erregte ungleichnamige E. nenntman Jnfluenz-E. der ersten Art, die gleich-namige am entfernteren Ende Jnfluenz-E. derzweiten Art. Zum Nachweise des Gesetzes derelektr. Influenz kann der Taf. I d Fig. 3 ab-gebildete Apparat dienen, ad ist ein an den En-den abgerundeter, in verticaler Stellung isolirtaufgestellter Messingstab, an dessen oberem u. un-terem Ende elektr. Pendel mit leinenen Fäden anfge-hängt sind; ä ist eine Glasscheibe u. Ir eine isolirtehohle Messingkngel. Wird der letzteren z. B. -t- Lmitgetheilt, so werden beide Pendel sofort abge-stoßcn, u. zwar zeigt sich das Pendel b negativ,n positiv elektrisch. Dies dauert aber nur solange, als die Kugel in der Nähe ist; entferntman dieselbe, so hört die Wirkung auf, der Mes-singstab ab wird sofort wieder an allen Stellenunelektrisch. Wenn man, so lange die Kugel bin der Nähe ist, den Stab ab ableitend berührt,so fällt nur das am abgewandten Ende a befind-liche Pendel in seine natürliche Lage zurück; eskann also nur die gleichnamige, am abgewendetenEnde angehänfte E, abgeleitet werden; die amzngewendelen Ende angehänfte ungleichnamige E.bleibt auf dem Stabe; sie ist, wie man sagt, ge-bunden, d. h. nicht frei, nicht im Stande, sichsortzubewegen. Sie wird aber frei und verbreitetsich in Folge dessen ans der ganzen Oberflächedes Stabes ab, sobald der vertheilend wirkendeKörper b aus dessen Nähe entfernt wird. Dieserverliert, indem er vertheilend wirkt, nichts vonseiner E.; die vertheilende Wirkung übt er selbstdann aus, wenn sich zwischen ihm n. dem Con-dnctor, wie auch in unserer Zeichnung angedeutet,eine nichtleitende Glasscheibe befindet. Es bleibt alsonichts übrig, als anznnehmen, daß der innere Grundder beiden entgegengesetzten elektrischen Zustände,welche der Conductor zeigt, in diesem selbst lag,daß er, wie es der Symmerschen Hypothese ent-spricht, beide E-en in gleicher Menge n. gleich-mäßiger Vertheilung enthält. Die -s- si! von bzieht die L von ab nach dem genäherten Endeb hin, hält sie fest, bindet sie, während sie die-s- L an das entferntere Ende a hintreibt.

Alle elektrische Anziehung ist Folge derInfluenz. Das Kügelchen des elektr. PendelsTaf. I b Fig. 1 wird nur deshalb von einemgenäherten elektr. Körper angezogen, weil dieser ,an dem ihm zngewandten Ende ungleichnamige, -an dem von ihm abgewandten Ende gleichnamigeE. auf dem Kügelchen durch Influenz Hervorrustu. weil die anziehende Wirkung größer ist, alsdie abstoßende, da die Punkte des Kügelchens,welche angezogen werden, dem elektr. Körpernäher sind als die, welche derselbe abstößt. Dieanziehende Wirkung wird sich demnach weit in-tensiver äußern, wenn die abgestoßene gleichnamigeE. abgeleitet wird, wenn man also das Kügelchenableitend berührt od. wenn es mit einem leitendenLeinenfaden od. Metalldraht an einem ebenfallsleitenden Gestell aufgehängt ist. j

VII. Der elektr. Funke. Schlagweite.Die entgegengesetzten E-en ziehen einander an n. >!suchen sich mit einander zu vereinigen. Wenndaher zwei mit entgegengesetzten E-en geladeneKörper einander genähert werden, so wird dienächste Folge sein, daß ihre E-en sich an deneinander zngewandten Seiten immer mehr an-sammeln, daß also hier ihre Dichtigkeit, folglichauch ihre Spannung mit abnehmender Entfernungimmer mehr zunimmt, bis diese endlich, in einer 1gewissen Entfernung beider Körper, größer wird Ials der Leitungswiderstand der Luft; in diesem ^Augenblicke findet eine gewaltsame Vereinigungbeider E-en durch den trennenden Nichtleiter, z. B.die Luft hindurch, ein Entladnngsschlag, statt; jdie E-en gehen zwischen den einander nächstlie- >genden Punkten der beiden Körper zu einanderüber; die Entfernung, in welcher der Entladungs-schlag stattfindet, heißt Schlag weite. Dieselbe jist um so größer, je größer die auf den beiden hKörpern angesammelten E-smengen sind. Im IMoment des Entladungsschlages verschwindet dieelektrische Spannung; an ihrer Stelle tritt aber IWärme (und Licht) auf; die sich vereinigendenE-en bezeichnen ihren Weg durch ein momentanes !Erglühen des trennenden Isolators (der Luft) auf !dem durchlaufenen Wege; diese Lichterscheinung >heißt elektrischer Funke; derselbe ist von einemGeräusch begleitet. Dieses erklärt sich dadurch,daß die Luft im Momente des Erglühens sich -stark ausdehnt und daß unmittelbar darauf dieumgebenden Lufttheile in den dadurch entstandenenlustverdünnten Raum Hineinstürzen. Wenn dereine der beiden Körper vor der Annäherung un-elektrisch war, so wirkt der elektrische Körper zu-nächst vertheilend auf den unelektrischen, so daßsich am zugewendeten Theile des letzteren ungleich-namige E. anhänft; bei hinreichender Annäherungtritt dann ebenfalls ein Entladnngsschlag ein. Istder unelektrische Körper mit der Erdoberfläche inleitender Verbindung, so daß die gleichnamige E.auf diese abgeleitet wird, so tritt der Entladnngs-schlag noch leichter ein als wenn jener isolirt ist.

So erklärt sich nun der Funke, den man erhält,wenn man einein elektrischen Körper einen Fingernähert. In diesem Falle empfindet man denEntladungsschlag als einen Stich od. Stoß indem genäherten Finger.

> VIII. Andere Mittel zur Erregung von